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Ingolstadt

19.03.2019

Immer mehr Menschen kaufen Drogen am Viktualienmarkt

Cannabisprodukte stehen in Ingolstadt hoch im Kurs.
Bild: Daniel Karmann, dpa

Insgesamt sind die Straftaten in Ingolstadt 2018 leicht zurückgegangen. Doch die Rauschgiftdelikte sind deutlich gestiegen. Was der Polizei Sorgen bereitet.

Eine Bankraubserie, die Explosion der Bayernoil-Raffinerie, der Großbrand in den Staudinger Hallen und zahlreiche Einsätze in den Asylbewerberunterkünften – die Beamten des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord hatten 2018 wieder jede Menge zu tun. Die gute Nachricht: Im gesamten Zuständigkeitsbereich des Präsidiums gingen die Straftaten um 1,7 Prozent auf 62.800 zurück, im Bereich der Polizeiinspektion Ingolstadt um 1,3 Prozent auf 11.325. Dies teilten Polizeipräsident Günther Gietl und Inspektionsleiter Peter Heigl am Dienstag bei der Vorstellung der Kriminalstatistik mit. Die schlechte Nachricht: Die Rauschgiftkriminalität ist deutlich gestiegen.

Im Jahr 2018 wurden im Bereich Ingolstadt 1792 Rauschgiftdelikte gemeldet, berichtete Kriminalrätin Cordula Göbel. Damit setzt sich nach einem Rückgang im Vorjahr der langfristig steigende Trend fort: In den vergangenen zehn Jahren haben Drogendelikte um 70,7 Prozent zugenommen. Besonders auffällig sei die Entwicklung des Rauschgifthandels in nicht geringer Menge, sagte Göbel. Waren es 2015 noch 31 solcher Fälle, sind diese nun auf das über Vierfache angestiegen (144). Zwar seien auch vermehrt Rauschgiftverstöße durch Zuwanderer festgestellt worden, insgesamt machten diese aber nur einen Anteil von deutlich unter zehn Prozent aus.

Polizeistatistik Ingolstadt: Die Fahrten unter Drogeneinfluss werden mehr

PI-Leiter Heigl sprach von 804 Fällen, in denen in Ingolstadt wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt wurde – der höchste Wert in zehn Jahren. Die Sicherstellungsmengen der Kripo bewegten sich ebenfalls auf hohem Niveau. Cannabisprodukte seien in der Statistik ganz oben. Beunruhigend findet Heigl, dass die Fahrten unter Drogeneinfluss in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich zugenommen haben. 2019 sind es jetzt schon 35. Das zeige, die hohe Verfügbarkeit der Drogen und die Sorglosigkeit der Menschen im Umgang damit, erklärte der Inspektionsleiter. Allein in der Stadt Ingolstadt gab es 2018 sieben Rauschgifttote. Heigl: „Sorgen bereitet uns auch die Tatsache, dass im öffentlichen Raum und am helllichten Tag Rauschgiftgeschäfte in der Innenstadt angebahnt und mehr oder weniger offiziell vollzogen werden.“ Die Polizei geht bereits dagegen vor. „Wir versuchen, mit Präsenz und offensiven Kontrollen die Szene rund um den Viktualienmarkt und den Rathausplatz zu verunsichern und zu vertreiben“, erklärte Heigl.

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Ein Drittel aller Straftaten waren 2018 Diebstahlsdelikte (3246). Während die Wohnungseinbrüche im gesamten Gebiet des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord um 21,2 Prozent zurückgegangen sind, sind sie in Ingolstadt im Vergleich zu 2017 wieder leicht gestiegen von 65 auf 71 – das ist immer noch der zweitniedrigste Wert in den vergangenen zehn Jahren. Bei beinahe jedem zweiten Einbruch sei es beim Versuch geblieben, weil der Täter gestört wurde oder die Sicherungsmaßnahmen gegriffen haben, so Heigl. Die Fahrraddiebstähle sind um vier Prozent zurückgegangen auf 789 (2017: 822).

Zuwanderer: 70 Prozent der Körperverletzungen im Ankerzentrum

Bei der Kriminalität durch Zuwanderer bewegte sich die Stadt Ingolstadt ebenfalls gegenläufig zur präsidialweiten Entwicklung: Die Fälle (1141) haben um 8,4 Prozent zugenommen, der Anteil von Zuwanderern an der gesamten Anzahl von Tatverdächtigen beträgt 16,7 Prozent. Einen besonders starken Anstieg gab es bei den Rohheitsdelikten (367), das meiste davon waren Körperverletzungen (312). Wie Heigl sagte, hätten sich knapp 70 Prozent der Körperverletzungen, die durch Zuwanderer begangen wurden, im Ankerzentrum ereignet.

Mit der Videoüberwachung habe die Polizei bislang positive Erfahrungen gemacht, berichtete der Leiter der PI Ingolstadt. Inzwischen habe man Zugriff auf 18 Kameras. In 68 Fällen überprüfte die Polizei die Bilder der Kameras, in 48 davon habe man Erkenntnisse zu einer Tat gewinnen können, wie zum Beispiel bei dem versuchten Tötungsdelikt im Klenzepark.

Die Polizei warnt weiterhin vor Betrügern am Telefon. Die Anzahl der Geschädigten über 60 Jahre nimmt kontinuierlich zu. Die Täter geben sich als Polizeibeamte aus oder versprechen hohe Geldgewinne. Im Jahr 2018 verzeichnete das PP Oberbayern Nord mehr als 2000 solcher Call-Center-Betrügereien. (2017: 1400).

Insgesamt fällt das Fazit des Polizeipräsidenten und des Ingolstädter Inspektionsleiters positiv aus. Gietl: „Die Bürger im Norden Oberbayerns können sich sicher fühlen und ruhig schlafen.“

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