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Ingolstadt

08.10.2019

In Ingolstadt wird mal wieder über die vierte Donauquerung diskutiert

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2 Bilder
Impression aus dem Donau-Auwald bei Neuburg.
Bild: Landratsamt

Seit Jahren wird über eine vierte Donauquerung bei Gerolfing diskutiert. Freie Wähler und FDP wollen das Projekt, viele andere sind dagegen. Denn das Gebiet liegt mitten im Auwald.

Das Thema ist genauso alt wie die dritte Donaubrücke. 1998 wurde die Glacisbrücke fertiggestellt und seitdem treibt eine Frage viele Ingolstädter um: Kommt eine vierte Donauquerung im Westen? Und wann? Und wo genau? Die Freien Wähler und die FDP haben sich das Thema auf die Fahnen geschrieben und machen immer wieder neue Anläufe, um das Projekt voranzutreiben. Immerhin staut sich zu den Stoßzeiten auf der dreispurigen Glacisbrücke täglich der Verkehr. Wer in den südwestlichen Ortsteilen wohnt, muss über diese Brücke.

Diese Trassenvarianten entstanden bei einer Bürgerbeteiligung im Zuge des Verkehrsentwicklungsplans. Sie allen führen durch den Auwald.
Bild: AZ Infografik

Eine Querung in Ingolstadt wäre nicht nur teuer, sondern auch ein Eingriff in den Auwald

Im Verkehrsentwicklungsplan der Stadt von 2017 taucht eine vierte Donauquerung östlich von Gerolfing bereits auf, und zwar in der mittelfristigen Planung. Versehen allerdings mit den Hinweisen der Experten des Planungsbüros: „Maßnahme bringt keine maßgeblichen Entlastungen für das Ingolstädter Verkehrsnetz“, „sehr kostenintensiv“ und „erhebliche Umweltbeeinträchtigungen“. Als Fazit steht am Ende: „Umsetzung der Maßnahme aktuell nicht weiter verfolgen.“

Und so war zu erwarten, dass den Befürwortern im Stadtentwicklungsausschuss, wo über das Vorhaben erneut beraten werden sollte, am Dienstag erheblicher Gegenwind ins Gesicht schlagen würde. Soweit kam es dann allerdings nicht. Denn als nach drei Stunden das Thema an der Reihe gewesen wäre, musste Oberbürgermeister Christian Lösel bereits zum nächsten Termin. Und ohne OB wollten die Mitglieder dieses sensible Thema nicht angehen.

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So wird vermutlich demnächst im Stadtrat eine Diskussion aufflammen. Immerhin geht es darum, ob eine vierte Donauquerung – sei es als Tunnel oder Brücke – bei Gerolfing in den Staatsstraßenbauplan des Freistaats aufgenommen werden soll. Für dieses Ziel sind zunächst allerdings eine aktualisierte Verkehrsuntersuchung und ein sogenanntes faunistisches Gutachten erforderlich, das die Auswirkungen auf die Natur aufzeigen soll.

Schließlich liegt eine mögliche Querung mitten im Auwald und der war vor Kurzem noch als Nationalpark gehandelt worden, als Naturmonument gilt er immer noch. Aber auch der Gerolfinger Eichenwald und möglicherweise das Schuttertal wären vom Bau betroffen. Allerdings werden allein die Honorarkosten für das faunistische Gutachten auf 10.000 bis 15.000 Euro geschätzt. Ergebnisse wird es dann voraussichtlich im Sommer 2020 geben.

Die Grünen sprechen von einer "unzeitgemäßen Naturzerstörung"

Voraussetzung ist allerdings, dass der Stadtrat zustimmt. Gegenstimmen gibt es einige. Während sich die Befürworter eine Entlastung der im Berufsverkehr besonders belasteten Straßen erhoffen, kritisieren die Grünen die Pläne als „unzeitgemäße Naturzerstörung und Geldvernichtung“. Sie wollen stattdessen, dass die Stadt mehr in den öffentlichen Nahverkehr und in die Infrastruktur für Radfahrer investiert.

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