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Niederarnbach

11.12.2020

Kein Happy End: Warum der ausgebüxte Ochse aus Niederarnbach sterben musste

Zwischen den Sträuchern ist er zu erahnen: Der Ochse aus Niederarnbach, der vor dem Schlachter geflohen war, ist nun tot gefunden worden.
Bild: Polizei

Plus Die aufsehenerregende Flucht des Ochsen aus Niederarnbach vor dem Schlachter nahm kein gutes Ende. Eine Tierschützerin spricht von "tragischen" Umständen.

Sie hatte in den vergangenen Wochen immer dieses komische Gefühl. Warum sieht keiner den geflohenen Ochsen? Das Gefühl hat Doris Rauh, Vorsitzende des Tierschutzvereins „Rüsselheim“ aus Allmannshofen (Kreis Augsburg), nicht getrügt. Das Tier ist am Donnerstagnachmittag tot neben der Bahnlinie zwischen Niederarnbach und Brunnen (Kreis Neuburg-Schrobenhausen) gefunden worden. Die Umstände nennt die Tierschützerin „tragisch“. Der Tod des Ochsen sei „absolut sinnbefreit“. Seine aufsehenerregende Flucht nimmt somit kein Happy End.

Niederarnbach: Flucht des Ochsen nimmt kein Happy End

Mitte November sollte das Rind auf dem Hof eines Viehhändlers in Niederarnbach für seine Schlachtung betäubt werden. Der Ochse ahnte offenbar, was auf ihn zukommt. Im Angesicht seines Todes sprang er in letzter Minute über ein etwa ein Meter hohes Gatter und lief davon (lesen Sie hier mehr dazu).

Noch am gleichen Tag folgte eine groß angelegte Suche. Polizeistreifen, Hundeführer und Jäger waren im Einsatz. Die Freiwillige Feuerwehr Schrobenhausen ließ eine Drohne mit Wärmebildkamera das Gebiet zwischen Niederarnbach, Brunnen und Karlshuld abfliegen. Tags drauf kam sogar ein Hubschrauber zum Einsatz. Doch vom Ochsen fehlte jede Spur – bis zuletzt. Das Tier wurde von niemandem mehr gesehen, berichtet Philipp Kirmse, Leiter der Polizeiinspektion Schrobenhausen.

Die genaue Todesursache ist unklar

Am Donnerstag entdeckten Mitarbeiter der Deutschen Bahn bei Bahnpflegearbeiten das Tier in einem dichten Gehölz neben der Bahnlinie zwischen Niederarnbach und Brunnen. Die genaue Todesursache ist laut Polizei unklar, ebenso, wie lange der Ochse bereits dort lag. Kirmse will nicht ausschließen, dass ein Zug das rund 500 Kilogramm schwere Tier erwischt hat. Er glaubt es jedoch nicht. „Das hätte der Zugführer mitbekommen, und es hätte einen Schaden am Zug gegeben“, sagt er. Da das Tier etwa zwei Meter unterhalb der Bahnstrecke gefunden wurde, sei denkbar, dass es sich beim Sprung über die Gleise verletzt hat und den Abhang hinuntergefallen ist, so Kirmse. Nach seinen Angaben wird das Veterinäramt den Fall nochmals untersuchen.

Der Ochse von Niederarnbach musste wohl nicht lange leiden

Wäre der Ochse lebend gefunden worden, hätte er seinen Tod nicht mehr zu befürchten gehabt. Der Verein „Rüsselheim“ hatte den Ochsen von seinem Bauern abgekauft. Vorsitzende Rauh ist angesichts der Umstände „traurig“. Der Fundort des Tieres war nur etwa einen Kilometer von der Fluchtstelle entfernt. „Er ist nicht weit gekommen“, sagt sie. Dabei sei der Ochse nach seiner Flucht so nahe dran gewesen an einem Leben in Freiheit.

Der einzige Trost sei, dass das Tier offenbar nicht lange leiden musste. Dafür würden Körperhaltung und Verletzungen beim Auffinden sprechen, sagt Rauh. Unter anderem war der Hinterlauf gebrochen und das Schultergelenk verletzt. Rauh vermutet, dass der Ochse nach seiner Flucht in Panik einen Waggon gestreift hat oder die Böschung hinabgestürzt ist.

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