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Ingolstadt

18.05.2020

Konzerte trotz Corona? Ja, und zwar vom Auto aus

Wie hier in Hannover soll es Anfang Juni auf dem Ingolstädter Volksfestplatz Konzerte mit bekannten Bands wie Revolverheld, Sido und Alligatoah geben. Die Zuschauer müssen bei den Live-Auftritten wegen der Corona-Pandemie allerdings in ihren Autos bleiben. 
Bild: Ole Spata, dpa

Plus Feiern und Feste im Sommer müssen abgesagt werden. Alternative Ideen sind deshalb gefragt. So können in Ingolstadt Konzerte und Kino vom Auto aus erlebt werden.

Wer auf den Ingolstädter Veranstaltungskalender für diesen Sommer blickt, der sieht ausnahmslos Absagen über Absagen. Das Pfingstvolksfest – abgesagt. Das Afrikafest – abgesagt. Das ZAM-Festival – abgesagt. Das Eichstätter Open Air – findet erst wieder 2021 statt. Doch einige Veranstalter haben kreative Lösungen für den konzert- und kinolosen Sommer entwickelt. Und so wirbt der Radiosender Bayern 3 seit einigen Tagen mit dem „größten Drive-in-Festival in Bayern“ auf dem Ingolstädter Volksfestplatz. Mit den klassischen Festivals hat die Konzertreihe, die die Karlskroner Konzertagentur MFP und die Eventhalle Westpark gemeinsam mit dem Radiosender veranstalten, nur wenig zu tun. Ausgelassenes Feiern und Stagediving wird es dort nicht geben, die Coronabeschränkungen lassen all das nicht zu. Doch live werden die Konzerte dennoch sein.

Während die Besucher in ihren Autos sitzen, werden die Künstler auf der Bühne nur ein paar Meter weiter auftreten. Die Konzertreihe soll zwischen dem 3. und 11. Juni, also während der Pfingstferien, stattfinden. Sind die Konzerte rum, könnte es auf dem Volksfestplatz möglicherweise ein Autokino geben.

Die Konzerte in Ingolstadt sollen in den Pfingstferien stattfinden

In anderen Bundesländern hat es sie schon gegeben, Anfang Juni stehen auch im Ingolstädter Kalender wieder Live-Konzerte auf dem Programm – wenn auch unter anderen Vorzeichen als noch vor einigen Monaten. Zugesagt haben bereits Revolverheld (7. Juni) sowie die beiden Rapper Sido (8. Juni) und Alligatoah (5. Juni). Weitere Künstler sollen nach Auskunft der Veranstalter noch hinzukommen.

Während sich der Auftritt der Musiker kaum unterscheiden wird zu Vor-Corona-Zeiten, wird der Blick in den Zuschauerraum ein ungewohntes Bild bieten. Denn vor der Bühne werden laut Veranstalter bis zu 1000 Autos parken können, jedes mit mindestens zwei und höchstens vier Personen besetzt. Keines der Fahrzeuge darf höher als 1,70 Meter sein, Aufbauten sind nicht erlaubt. Damit auch die Besucher in den hinteren Reihen das Konzert miterleben können, wird es drei LED-Leinwände geben und die Musik wird übers Autoradio zu empfangen sein.

Vom Auto aus ist Revolverheld und Sido in Ingolstadt zu hören

Einige der Künstler, erklärt Veranstalter David Krebs von der Eventhalle Westpark, hätten bereits in Norddeutschland ähnliche Konzerte gespielt. Aber er weiß auch, dass nicht alle Musiker bereit sind, sich auf eine derartige Veranstaltung einzulassen, denn „viele wollen ihr Publikum sehen“.

Die Zuschauer aber haben offenbar ein Angebot in der veranstaltungslosen Zeit herbeigesehnt. Krebs rechnet damit, dass die Konzerte mit Revolverheld, Sido und Alligatoah bereits in der ersten Woche nach dem Vorverkaufsstart, der am 12. Mai war, ausverkauft sein könnten. „Es läuft gut“, sagt er mit Blick auf den Ticketverkauf.

Genauso wie Konzerte sind auch klassische Kinovorstellungen bis auf Weiteres abgesagt. Deshalb könnte es in Ingolstadt schon bald auch ein Autokino geben. Denn nicht nur für Autokonzerte, sondern auch für Angebote wie Autokinos gebe es einige Interessenten, bestätigt Stadtsprecher Michael Klarner. Derartige Veranstaltungen seien vonseiten der Stadt durchaus vorstellbar, betont Klarner. Es müssten jedoch die entsprechenden Hygienekonzepte eingehalten werden. Noch befinden sich die Verantwortlichen bei der Stadt mit den Veranstaltern in Gesprächen. „Genehmigt ist noch gar nichts“, so der Sprecher.

Noch unsicher: Das Freiluftkino im Turm Baur

Seit vielen Jahren gehört auch das Freilichtkino im Turm Baur zum Ingolstädter Sommer. Wie es heuer damit weitergeht, weiß Betreiberin Jeanette Mengele noch nicht. Doch sie hofft, in einigen Monaten wieder Filme an lauen Sommerabenden zeigen zu können. Die Zuschauerzahlen müssten zwar fast um die Hälfte reduziert werden, schätzt sie. Aber das wäre möglich, genauso wie die Umsetzung von Hygienestandards bei den Filmvorführungen. „Wir stehen in den Startlöchern“, sagt Mengele mit Blick auf die Vorbereitungen.

Infos zu den Konzerten gibt es unter www.eventhalle-westpark.de, www.mfpconcerts.com oder www.bayern3.de

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