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Neuburg

14.04.2015

Mörder des Pfaffenhofener Getränkehändlers muss ins Gefängnis

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe verwarf die Revision im Fall des ermordeten Getränkehändlers.
Bild: Uli Deck (dpa)

Der Mörder des Pfaffenhofener Getränkehändlers muss lebenslang hinter Gitter. Die Revision des im Juli getroffenen Urteils wurde vom Bundesgerichtshof verworfen.

Das Urteil des Landgerichts Ingolstadt gegen Stefan Simon wegen Mordes und Raub mit Todesfolge an einem Pfaffenhofener Getränkehändler ist rechtskräftig. Das Schwurgericht hatte den Münchener im Juli vergangenen Jahres zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Verteidigung hatte Revision eingelegt. Diese hat der Bundesgerichtshof nun verworfen. Simons Anwalt, Peter Gietl, hatte im Prozess auf Totschlag plädiert.

Das Schwurgericht unter Vorsitz von Landgerichtsvizepräsident Jochen Bösl hatte es als erwiesen angesehen, dass der ehemalige Zeitsoldat am Abend des 13. Juli 2013 sein damals 61-jähriges Opfer in einem brutalen Kampf während des Überfalls erstochen hatte. Die Mordmotive seien Habgier und die Ermöglichung einer Straftat, also in diesem Fall des Raubes der Tageseinnahmen, gewesen. Simon hatte bei Prozessauftakt gestanden, in dem Getränkemarkt gewesen zu sein, um an Geld zu kommen. Er sei verantwortlich für den Tod des Marktleiters, könne sich an den genauen Ablauf des Kampfes nicht erinnern.

Stefan Simon muss wegen Mordes lebenslang ins Gefängnis

Das Gericht folgte ihm bei seiner Aussage, nach der der zu diesem Zeitpunkt angetrunkene Marktleiter plötzlich ein Messer in der Hand gehalten habe, um sich gegen den Überfall zu wehren. Es ging auch davon aus, dass Simon sich zunächst beim Greifen in dieses Messer selbst an der Hand verletzt habe. Es glaubte ihm aber nicht, dass das, was dann folgte, aus Angst vor dem Marktleiter geschah. Vielmehr habe er sich in diesem Moment – nachdem er selbst verletzt worden war - für „alles oder nichts“ entschieden. So wie er es bei einem der Verhöre durch die Polizei zu Protokoll gegeben hatte.

Denn der Vater einer kleinen Tochter war nicht nur spielsüchtig, wegen Betrugs vorbestraft, sondern auch hoch verschuldet und mit den Unterhaltszahlungen im Verzug. Er habe Geld gebraucht, so das Gericht in der Urteilsbegründung vor einem Jahr. Das Mordopfer hatte bei der Obduktion 30 Stich- und Schnittwunden aufgewiesen. Dazu kamen die Schlagverletzungen.

Besondere Schwere der Schuld nicht festgestellt

Die besondere Schwere der Schuld hatte das Gericht – wie von der Staatsanwaltschaft gefordert – nicht festgestellt. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hatte das Urteil aber akzeptiert.

Offen ist dagegen noch, ob das Urteil des Landgerichts Ingolstadt wegen der sogenannten Meißelattacke von Manching Rechtskraft erlangt. In November vergangenen Jahres war der wegen versuchten Mordes angeklagte 53- Jährige wegen gefährlicher Körperverletzung, Brandstiftung und Widerstand gegen Polizeibeamte schuldig gesprochen worden. Strafmaß: fünf Jahre und drei Monate.

Die Kammer unter Vorsitz von Landgerichtsvizepräsident Jochen Bösl hatte keine Tötungsabsicht feststellen können. Staatsanwalt Jürgen Staudt hatte auf zehn Jahre und sechs Monate wegen versuchten Mordes plädiert und Revision beantragt. kuepp

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