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Königsmoos

25.03.2020

Weiter geht’s auf der Spezialbaustelle im Donaumoos

In der Kehrhofstraße wird wieder gearbeitet, seit gut einer Woche am Abschnitt ab der Stengelheimer Kreuzung.
Bild: Martina Brauer

Plus In der Kehrhofstraße zwischen Achhäuser und Stengelheim wird wieder gearbeitet. Trotz Corona-Krise möchte der Landkreis den Zeitplan für die 3,7 Millionen Euro-Baumaßnahme einhalten.

Auf der Kehrhofstraße rollen seit über einer Woche wieder die Baufahrzeuge, die Straßenbaustelle ist nach Norden gewandert. Nachdem vergangenen Herbst ein rund ein Kilometer langer Abschnitt ab Achhäuser bis auf die oberste Deckschicht fertig wurde, wird derzeit auf einer 700 Meter langen Strecke von der Kreuzung bei Stengelheim gearbeitet. Die stark frequentierte Verbindung im westlichen Donaumoos ist deshalb erneut für den Verkehr gesperrt.

Auf dem ersten Abschnitt ist bereits der Asphalt aufgefräst. Beendet sein soll die Sanierung bis Herbst. „Das ist der Plan, wenn uns die Corona-Krise nicht komplett zurückwirft“, erklärt Markus Laumer, Leiter der Hoch- und Tiefbauverwaltung am Landratsamt. Insgesamt wird die Kreisstraße auf 3,7 Kilometer Länge repariert, und zwar im aufwendigen Moorbauverfahren mit zusätzlichem Bodenaustausch.

Diese ganz spezielle Straßenbautechnik kommt auf dieser Baustelle zum Einsatz, weil man mit der Methode schon gute Erfahrungen im Moos gesammelt habe, so Markus Laumer. Das aufwendige Bauverfahren hat seinen Preis. Der Kilometer kommt auf knapp eine Million Euro, im herkömmlichen Straßenbau liegen die Kosten bei einem Drittel. 50 Prozent trägt der Freistaat über den Finanzausgleich.

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Die heißen Sommer haben die Moorsenkungen im Donaumoos beschleunigt

Die letzte große Maßnahme in der Kehrhofstraße wurde vor über 15 Jahren durchgeführt. Vor allem die heißen Sommer 2017 und 2018 hatten die Moorsenkung beschleunigt und durch Straßenschäden sichtbar gemacht. Zuletzt habe man dort deshalb so gut wie jedes Jahr Ausbesserungskosmetik betrieben, ergänzt Markus Laumer. Der Torfschwund, so der Landkreis-Ingenieur, trete im direkten Umkreis der Alleebäume noch deutlicher zutage. „Die ziehen Wasser, was Sackungen noch beschleunigt.“

Durch das spezielle Moorbauverfahren wird der Unterbau kompakt wie ein Brett und punktuelle Absenkungen werden so verhindert. Die ausgekofferte Fläche wird mit Geotextil, einem speziellen, wasserdurchlässigen Vliesstoff, der im Straßenbau verwendet wird, ausgekleidet.

Das ausgebaggerte, noch brauchbare Fundamentmaterial wird aufgefüllt und über den wiederverwendeten Kies nochmals grober Schotter aufgebracht. Die eingepackte Schicht ist am Ende 1,20 Meter stark, der Straßenaufbau besteht aus Unterbau, darüber 46 Zentimeter ungebundene Tragschicht und obendrauf eine Deckschicht aus Asphalt.

Das ausgebaggerte, nicht mehr verwendbare Material wird vor der Entsorgung zwischengelagert.
Bild: Martina Brauer

Das Material von der Spezialbaustelle wird zwischengelagert

Der ausgebaggerte, nicht mehr verwendbare Boden, wird auf Höhe der Kehrhofstraße 62 zwischengelagert. Weil es sich teils um organisches Material handelt, das wegen des Grundwasserschutzes nicht einfach andernorts eingebracht werden dürfe, sei die Entsorgung dieser Haufen relativ teuer, so Markus Laumer. Allerdings sei er optimistisch, dass es bei der veranschlagten Summe von rund einer Million Euro bleibe.

Heinrich Seißler zeigt sich erfreut, dass die Arbeiten vorangehen, und hofft auf eine zügige Fertigstellung. „Für die Anlieger bringt das schon gewaltige Einschränkungen mit sich. Wir hoffen auf das Verständnis aller“, sagt der Königsmooser Bürgermeister. Die Umleitung über Dinkelshausen und Hollenbach beziehungsweise die Neuburger Straße ist ausgeschildert.

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