24.09.2010

Mit breiter Brust ins Derby

Hoffnungsträger und Sorgenkind: Ob Andreas Buchner (vorne), der gegen Düsseldorf das 1:0 erzielte, heute in Fürth auflaufen kann, wird sich erst kurzfristig entscheiden. Foto: Roland Geier
Bild: Roland Geier

Ingolstadt Großes Aufatmen beim FC Ingolstadt am vergangenen Mittwochabend, als die Schanzer zum Befreiungsschlag ausholten und Düsseldorf mit einem 3:0-Sieg auf den letzten Tabellenplatz verwiesen. Zum ersten Mal in dieser Saison konnte der Zweitliga-Aufsteiger damit die Abstiegsplätze ver-lassen. "Es war ein gelungener Abend, aber ich kann das Ergebnis gut einordnen", so FCI-Chefcoach Michael Wiesinger, der trotz des ersten "Dreiers" noch Verbesserungsbedarf bei seinem Team sah.

Nach dem "Kellerduell" mit Düsseldorf beginnt für den FC Ingolstadt jedoch wieder das Tagesgeschäft. Heute um 13 Uhr steht den Schanzern bei der SpVgg Greuther Fürth in der "Trolli-Arena" ein weiterer Knaller bevor. Die Kleeblätter, die Wiesinger zu den Aufstiegsaspiranten zählt, stehen derzeit auf Rang fünf und werden nach der vermeidbaren 0:2-Niederlage gegen Energie Cottbus mit einer gehörigen Wut im Bauch ins bayerische Derby gehen, um Wiedergutmachung zu betreiben wollen. Fürth sei laut dem Ingolstädter Übungsleiter ein laufstarker Gegner, der im eigenen Stadion viel unternehme. Die junge Truppe sei gerade in der Offensive sehr gut besetzt und besonders auf den Flügeln gefährlich. "Da müssen wir aufpas-sen. Wichtig ist, dass man in Fürth gut steht, dagegen hält und sich auch selbst Chancen erarbeitet. Dann bin ich überzeugt, dass für uns auch etwas drin ist", meint Wiesinger.

Bereits in der ersten Zweitliga-Saison der Oberbayern (2008/2009) kreuzten sich schon zweimal die Wege der beiden Vereine. Dabei behielten die Schanzer im Tuja-Stadion mit 3:2 die Oberhand, während es in Fürth eine heftige 1:6-Schlappe setzte. Mit dabei war damals auch der jetzige FCI-Schlussmann Sascha Kirchstein - allerdings noch auf der Seite des fränkischen Traditionsklubs. Für ihn sei das heutige Match allerdings ein Spiel wie jedes andere - auch wenn er den bayerischen Kontrahenten natürlich gut kenne. "Fürth ist sehr heimstark und kontert gerne. Da müssen wir aufpassen, dass wir nicht ins offene Messer laufen", so Kirschstein, der jedoch ein "gutes Gefühl" habe: "Ich denke, es ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. Deshalb können wir auch in Fürth die drei Punkte einsacken."

Personell kann FCI-Trainer Michael Wiesinger beinahe schon wieder aus dem Vollem schöpfen. Moritz Hartmann, der zuletzt gegen Düsseldorf wegen einer Oberschenkel-Prellung 90 Minuten auf der Bank saß, ist wieder hergestellt. Auch Kapitän Stefan Leitl wird heute im Kader stehen. Sorgen bereitet hingegen Flügelflitzer Andreas Buchner, der am Mittwoch wegen Adduktoren-Problemen ausgewechselt werden musste. "Aufgrund seiner Vorgeschichte müssen wir vorsichtig sein - was natürlich etwas ärgerlich ist, da Andi gegen die Fortuna ein tolles Spiel gemacht hat und er ohnehin bei uns eine entscheidende Figur ist", sagt Wiesinger, der sich bezüglich eines Einsatzes kurzfristig entscheiden will. Ebenso ließ der 37-Jährige offen, ob er heute die Siegerelf gegen Düsseldorf verändern wird. "Es immer gut, Qualität einzuwechseln, wenn das Feld bestellt ist und man dann zusetzen kann, wenn der Gegner müde wird," meint Wiesinger, der sich auch noch nicht entschieden hat, ob Moritz Hart-man für Sebastian Hofmann, dem der FCI-Coach ein "gutes Spiel" attestierte, ablösen oder Fabian Gerber erneut die Jokerrolle übernehmen wird. Als gesetzt gilt dagegen die Viererkette mit Andreas Görlitz, David Pisot, Marvin Matip und Tobias Fink, in der sich vor allem "Ersatz-Ersatz-Kapitän" Görlitz und Matip erkennbar zu Führungsspieler entwickeln, sowie Malte Metzelder auf der "Sechs".

Sollte Stefan Leitl von Beginn an auflaufen, dann "ausschließlich auf der zentralen Mittelfeld-Position, da er dort am effektivsten ist" (Wiesinger). Das "Problem": Exakt dort hatte zuletzt auch Romain Dedola ein vielversprechendes Debüt über 90 Minuten hingelegt. Bleibt also abzuwarten, für welche Variante sich Michael Wiesinger heute entscheidet...

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