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Golf

07.05.2020

Rückkehr auf den Golfplatz: Der Countdown läuft

Zählt bereits die Stunden bis zum ersehnten Auftakt am kommenden Montag: Korbinian Kofler, Geschäftsführer des Wittelsbacher Golfclubs.
Bild: Dirk Sing

Am Montag öffnen die Golfplätze. Im Interview verraten Korbinian Kofler (Wittelsbacher Golfclub) und Karl Ziegler (Zieglers Golfplatz), wie die „Corona-Vorgaben“umgesetzt werden.

Der Countdown läuft: Im Zuge der Lockerungen hinsichtlich der Corona-Krise dürfen ab Montag, 11. Mai, auch in Bayern die Golfplätze wieder öffnen. Allerdings müssen sich die Spieler dabei an gewisse „Verhaltensregeln“ halten (siehe Infokasten), um die bei dieser Sportart ohnehin schon geringe Infektionsgefahr weiter zu minimieren. Wir haben uns mit Karl Ziegler, Geschäftsinhaber von Zieglers Golfplatz, sowie Korbinian Kofler, Geschäftsführer des Wittelsbacher Golfclubs, vor dem Start unterhalten.

Herr Ziegler, Herr Kofler, was überwiegt bei Ihnen, wenn Sie auf den kommenden Montag blicken: Die Vorfreude oder doch eher die Erleichterung, dass es endlich losgeht?

Ziegler: Bei uns ist die Erleichterung definitiv sehr groß. Für unsere Golfer beziehungsweise die Gesellschaft ist es ein ganz wichtiges Signal, endlich wieder an die frische Luft rauszukommen. Aber auch der Druck von unseren Golfspielern, dass es endlich wieder losgeht, war natürlich vorhanden. Es tauchte dabei immer wieder die „Ansteckungsfrage“ auf: Wie können wir uns beim Golfen überhaupt anstecken, wenn wir bei einem Schlag ohnehin mindestens zwei Meter Abstand halten. Da war beim einen oder anderen schon ein gewisses Unverständnis dabei. Umso mehr freuen wir uns, dass wir jetzt in Kürze loslegen können.

Kofler: Bei uns ist die Vorfreude definitiv riesengroß, dass wir unsere Mitglieder nun endlich willkommen heißen dürfen. Ursprünglich waren wir ja bereits auf den 4. Mai als Start-Termin eingestellt und hatten dementsprechend unsere infrastrukturellen, hygienischen und informellen Maßnahmen darauf ausgerichtet. Dementsprechend schnell konnten wir jetzt auch unsere Mitglieder informieren. Von dem her zählen wir jetzt die Stunden, bis es endlich losgeht.

Das Ganze ist freilich an strenge Hygiene- und Abstandsregelungen geknüpft. Wie groß ist die Herausforderung für den Golfplatz, aber auch die Spieler, diese Vorgaben entsprechend umzusetzen?

Ziegler: Bei uns auf dem Golfplatz ist diese Herausforderung nicht ganz so wild. Durch die kleine 9-Loch-Anlage haben wir diese Thematik gut im Griff. Unser Sekretariat beziehungsweise Pro-Shop liegt sehr zentral. Zudem gibt es bei uns keine Online-Buchungen. Sprich: Es läuft alles über das Telefon! Auf diese Weise haben wir einen persönlichen Kontakt zu jedem Spieler und können entsprechend auf die aktuellen Regelungen hinweisen. Das ist sicherlich ein großer Vorteil. Und sollte dennoch mal etwas nicht wie gewünscht laufen, können wir aufgrund unserer Nähe sehr schnell eingreifen. Darüber hinaus wird es auf der ganzen Anlage Aushänge geben beziehungsweise unsere Mitglieder werden bereits im Vorfeld per Email über die Richtlinien informiert.

Kofler: Die Herausforderung für uns als Club ist ja letztlich schon in der Umsetzung da gewesen. Wir haben uns in den Bereichen, die von den Golfern betreten und genutzt werden, entsprechend aufgestellt. Jetzt gilt es, nochmals an die Mitglieder und Gäste zu appellieren, die Hygiene- und Abstands-Regeln, die ohnehin bereits seit einigen Wochen im ’normalen’ Leben gelten, auch auf der Golfanlage einzuhalten, damit wir einer möglichen Überprüfung standhalten und quasi kein Eigentor schießen. Ich habe kürzlich einen schönen Spruch gelesen: Ihr seid mit Abstand die Besten! Wenn ich das zu unseren Golfern nach der jeweiligen Runde sagen könnte, wäre das meine liebste Aussage (lacht).

Die Golfer werden nach dieser „Zwangspause“ mit Sicherheit richtig „heiß“ auf den Saisonstart am Montag sein. Befürchten Sie, dass es speziell in den ersten Tagen zu einem unkontrollierbaren „Run“ kommen könnte?

Ziegler: Da habe ich überhaupt keine Angst! Im Gegenteil, wir freuen uns einfach riesig darauf, unsere Mitglieder nach dieser langen Zeit endlich wieder zu sehen, da wir eigentlich schon immer ein sehr familiäres Verhältnis untereinander pflegen. In den vergangenen Wochen war es schon eine ziemlich traurige und furchtbare Situation, wenn man auf die Anlage gekommen ist, aber schlichtweg niemand da war. Von dem her freuen wir uns auf einen möglichen, natürlich kontrollierten „Ansturm“ sehr. Wie sagt man immer so schön: Wir nehmen die Herausforderung an (lacht).


Haben sich in ihrem Pro-Shop perfekt auf den Start der Golf-Saison 2020 vorbereitet und geschützt: Karl Ziegler (links) und Ute Rehm (rechts) von Zieglers Golfplatz.
Bild: Dirk Sing


Kofler: Im Zuge dieser Corona-Krise gab es ja schon immer die Grundsatz-Diskussion, warum Golf – also der Spaziergang im Park – nicht durchgängig hätte zugelassen werden können. Wir haben durch die vorgegebenen Startzeiten durchweg ein sehr gutes Regulierungs-System. Dieses erlaubt uns, dass wir in der Stunde maximal zwölf Leute – alle zehn Minuten zwei Golfer – raus lassen. Natürlich starten auch immer wieder neue Spieler beziehungsweise kommen andere zurück. Hochgerechnet sind maximal zwölf Menschen gleichzeitig rund um das Clubhaus. Durch Präsenz und Kommunikation unsererseits kann man die Leute auch stets daran erinnern, worauf man achten soll. Deshalb sind wir guter Dinge, dass wir diese Thematik durch den Start mit Zweier-Flights einwandfrei regeln können. Sollte sich das Ganze eingespielt haben und weitere Lockerungen kommen, sind wir optimistisch, dass es auch später mit Dreier- oder Vierer-Flights keine Probleme geben wird.

Wie wichtig ist es aus wirtschaftlicher Sicht für Ihren Golfplatz (Ziegler) beziehungsweise Golfclub (Wittelsbacher), dass der Spielbetrieb nun wieder beginnt?

Ziegler: Nun, ich möchte Ihnen ein Beispiel geben: Wir haben für unseren Pro-Shop bereits sehr viel Ware beziehungsweise sogar schon die zweite Charge bekommen, die bereits bezahlt werden muss. Da geht es uns wie vielen anderen Geschäften in der Bekleidungs- oder Sport-Branche. Das schmerzt natürlich schon, da wir schlichtweg nicht wissen, ob wir das Sortiment zum kalkulierten Preis veräußern können. Trotz allem bin ich aber ein Optimist. Daher glaube ich auch, dass es eine Art Aufbruchstimmung durch den Saisonstart geben wird und sich die Mitglieder jetzt mit dem Golf-Outfit eindecken werden.

Kofler: Ich denke, dass uns durch den jetzigen Start am Ende zwei bis vier Wochen verloren gegangen sind. In diesem Zeitraum haben natürlich Einnahmen durch Greenfees oder Turnier-Ausrichtungen gefehlt – gepaart mit unserem sehr wichtigen Teil der Gastronomie. Letztere ist neben den Mitgliedsbeiträgen unser zweitgrößtes Einkommens-Gebiet. Das hat uns schon arg wehgetan. Aus diesem Grund sind wir auch sehr dankbar, dass man ab dem 18. Mai wieder den Terrassen-Betrieb beziehungsweise ab 25. Mai den kompletten Gastro-Bereich starten kann – auch wenn es freilich abzuwarten gilt, welche Regeln dort gelten. Hinzu kommt noch ab 30. Mai unser Gäste-Haus, womit das ’Paket Golfclub’ dann wieder komplett wäre. Damit sind wir auch wieder in der Lage, Umsätze zu generieren, die wir auch benötigen, da der bisherige Verlust schon ziemlich deutlich ist.

Nachdem der Zeitpunkt für eine Rückkehr in den geregelten Mannschaftssport wie Fußball, Handball oder Basketball aktuell überhaupt nicht vorhersehbar ist: Können Sie sich vorstellen, dass ein Einzelsport wie Golf dadurch einen neuen „Boom“ erfährt?

Ziegler: Ich habe ja bereits gesagt, dass ich grundsätzlich ein optimistischer Mensch bin. Und daher ist bei mir selbstverständlich eine solche Hoffnung vorhanden. Der Golfsport allgemein stellt eine super Alternative dar, was viele noch gar nicht richtig realisiert haben. Ich selbst habe durchaus das Gefühl, dass etliche Leute mittlerweile sagen: Mensch, das wollte ich eigentlich schon lange mal ausprobieren – und jetzt ist die richtige Zeit dafür! Das Schöne beim Golfen ist zudem, dass man es mit der ganzen Familie betreiben kann.

Kofler: Die Hoffnung ist auf alle Fälle groß. Wir werden daher auch in Sachen Marketing nicht sparen. Es gilt vielmehr, jetzt Präsenz zu zeigen und die Vorteile, die der Golfsport gerade jetzt mit sich bringt, entsprechend herauszustellen. Man ist in der schönen Natur an der frischen Luft und übt einen Sport aus, der einen länger gesund hält als beispielsweise andere Sportarten, die einen körperlich mehr fordern oder sogar angreifen. Zudem kann man mit Golfen Urlaub oder seine Freizeit in der Region verbringen, ohne reisen zu müssen. Daher ist die Hoffnung, dass sich die Leute derzeit etwas mehr mit dem Golfsport befassen, definitiv vorhanden. Wir sind auf alle Fälle sehr gut aufgestellt, um ein möglichst großes Interesse entsprechend bedienen zu können.

Das müssen Golfer beachten (Auszug)

Besuch der Golfanlage: Dieser ist nicht gestattet, sollten beim Spieler Symptome einer Infektions-, Grippe- oder Erkältungskrankheit beziehungsweise Krankheiten/Symptome im Haushalt oder nahen persönlichen Umfeld vorliegen.

Reservierung: Spieler müssen sich vorab entweder telefonisch oder über ein elektronisches System eine feste Startzeit (Intervall von zehn Minuten) sichern. Auch können nur personalisierte Buchungen getätigt werden, um im Bedarfsfall eine lückenlose Personenliste aufzeigen zu können.

Flight-Größe: Die Personenzahl je Flight (Spielgruppe) ist grundsätzlich auf zwei Personen beschränkt. Das Spielen für Kinder unter 14 Jahren ist nur in Gemeinschaft mit einem Elternteil oder Erziehungsberechtigten möglich.

Caddy-Raum/Sekretariat/Pro-Shop: Diese Räumlichkeiten sind ausschließlich mit MNS-Masken zu betreten.

Golfcarts/Trolleys: Carts sind grundsätzlich erlaubt, dürfen aber nur durch einen Spieler benutzt werden. Eine Ausnahme für eine zweite Person besteht nur, sollten die beiden Personen im selben Haushalt wohnen beziehungsweise ein Familien-Mitglied sein. Neben einem eigenen Trolley können auch Leih-Trolleys mitgeführt werden. Letztere werden nach der Runde von Club-Mitarbeitern desinfiziert.

Sicherheitsabstand/Maßnahmen während der Golfrunde: Auch auf der Golfrunde gilt in jeder Situation, den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Es dürfen nur die eigenen Golfbälle gespielt werden. Andere Bälle, Tees oder Bleistifte dürfen nicht aufgenommen werden. Das 18. Grün ist unmittelbar nach Beendigung ohne Umarmung oder Händeschütteln sofort zu verlassen.

Durchspielen/Abkürzen/Auflaufen: Die Startreihenfolge ist während der gesamten Golfrunde einzuhalten. Ein Überholen/Durchspielen sowie Abkürzen der Runde ist nicht erlaubt. Beim Auflaufen auf den Vorder-Flight ist der Mindestabstand einzuhalten. Ein gemeinsames Warten am gleichen Abschlag sowie das Bilden eines Dreier- oder Vierer-Flights ist ebenfalls untersagt.

Flaggenstöcke: Grundsätzlich dürfen die Flaggenstöcke nicht angefasst beziehungsweise aus dem Loch entfernt werden.

Loch-Einsatz: Um das Herausnehmen des Balles aus dem Loch zu erleichtern, toleriert der Deutsche Golf-Verband, dass das Loch bis zur Oberkante des Plastikloch-Einsatzes aufgefüllt werden kann. Kommt ein Ball darauf zur Ruhe, gilt er als eingelocht.

Bunker: Sämtliche Harken werden aus den Bunkern entfernt. Die Spieler sind daher aufgefordert, die Bunker mit ihren Füßen oder einem Schläger entsprechend einzuebnen.


Eine komplette Übersicht über alle Vorgaben und Regelungen gibt es „vor Ort“ auf den jeweiligen Golf-Anlagen.



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