Rekord

05.06.2014

Zehn Männer, ein Ziel

Die Stockschützen der TG Klingsmoos haben ein gemeinsames großes Ziel vor Augen: Sie wollen im Dauer-Stockschießen ins Guinness-Buch der Rekorde einziehen.
Bild: Xaver Habermeier

TG Königsmoos will mit knapp 33 Stunden Dauer-Stockschießen ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen werden. Warum dafür auch hartes Training notwendig ist

Eine verrückte Idee, zehn Männer, über 32 Stunden Dauer-Stockschießen und schließlich ein neuer Weltrekord. So lässt sich kurz zusammenfassen, was am kommenden Wochenende bei der TG Königsmoos geboten ist.

Jeden Freitagabend treffen sich die Schützen zu einer gemütlichen Runde Stockschießen. Knapp 30 Spieler sind meist dabei. Für zehn von ihnen wird es nun richtig ernst. Die Männer wollen den alten Rekord, den Neureichenau mit 32 Stunden und 12 Sekunden hält, knacken und damit ins Guinness-Buch der Rekorde einziehen. Sogar 35 Stunden Dauer-Stockschießen peilen die Mösler an.

Stockschießen? Kann doch nicht so anstrengend sein? Mit diesen Gedanken sei man auf der falschen Fährte, sagt Herbert Schnepf, der Mannschaftsführer des Teams: „Der Stock beim Rekordversuch wiegt 4,5 Kilogramm. Man ist ständig in Bewegung und mit der Zeit werden die Schultern und Beine sehr beansprucht“, so Schnepf. Der 50-Jährige gilt im Team als äußerst sportverrückt. Spieler Robert Seitle verrät: „Er wollte mit uns eine Trainingswoche machen.“

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Spätestens seit einem Probeversuch über 14 Stunden hat Schnepf Verständnis im Team. „Jeder hat gesehen, wo es Probleme gibt.“ Die einen sprechen von Schulterproblemen, andere von Muskelzwicken, ein weiterer von Beschwerden in der Rücken- und Bauchmuskulatur. Helmut Brand: „Jeder hat gemerkt, dass er etwas tun muss.“ Denn scheitern will keiner. „Jeder Einzelne steht in der Verantwortung“, sagt Schnepf. „Wir stehen in der Schuld der Leute, die so viel zu diesem Ereignis beitragen.“

Vater des Rekordversuchs ist Manfred Ziegler, der den Versuch anmeldete, ohne es seinen Kollegen zu verraten. Zehn Spieler waren dann schnell zusammen, aber auch Skepsis herrschte vor. Michael Herrmann: „Man macht sich schon Gedanken, was alles auf einen hereinbricht.“ In vier Monaten Vorbereitungszeit ein solches Event zu organisieren, sei für einen kleinen Verein nunmal schwierig. Sie haben es geschafft, wochenlang in mehreren Arbeitsgruppen das Event auf die Beine gestellt.

Das Zelt für 500 Personen steht, ein Rahmenprogramm wurde organisiert. Alle im Verein haben mit angepackt. Die Spieler bekommen zumindest am Freitag, einen Tag vor dem Weltrekordversuch, eine Pause. Denn nicht nur körperlich kommt einiges auf sie zu. Über das Thema Müdigkeit – mehr als 33 Stunden am Stück wach zu bleiben, ist schließlich kein Zuckerschlecken – ist sich der verschworene Haufen aber nicht ganz einig. „Die Müdigkeit dürfte keine Rolle spielen“, sagen viele, während etwa Hans-Peter Schnepf gerade diese als größtes Problem betrachtet. Ähnlich sieht es Manfred Ziegler: „Ich glaube, mit 18 war ich das letzte Mal so lange wach.“ Inzwischen ist er 33 Jahre alt. Mindestens 500 Besucher erhofft man sich bei der TG Königsmoos. Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Schäffer ist stolz auf die Stockschützen-Abteilung: „Das ist eine riesige Werbung für den ganzen Verein.“ Was kann da noch schief gehen? Helmut Brand bringt es wohl am besten auf den Punkt: „Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass wir es nicht schaffen.“ Ziegler hofft eher auf den Wettergott: „Wir brauchen gutes Wetter. Strömender Regen wäre eine Katastrophe.“

Zehn Mann, ein Ziel. Als Preis winkt im Übrigen lediglich eine Urkunde. Viel wichtiger, so Ziegler: „So etwas macht man nur einmal im Leben und wird daher unvergessen bleiben.“

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