Newsticker

RKI meldet 11.409 neu mit Corona Infizierte
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. In Zukunft schneller surfen

Internet

09.04.2015

In Zukunft schneller surfen

Besonders im Nördlinger Gewerbegebiet An der Lach plagen sich Unternehmen mit niedrigen Datenübertragungsraten. Die Stadt hat bereits reagiert

Besonders im Nördlinger Gewerbegebiet An der Lach plagen sich Unternehmen mit niedrigen Datenübertragungsraten. Die Stadt hat bereits reagiert

Von Martina Bachmann

Nördlingen Gerade einmal 2,5 MBit pro Sekunde via Kabel: Das ist die Datenübertragungsrate, mit der sich das Unternehmen ICS IT-Solutions im Nördlinger Gewerbegebiet An der Lach herumplagen muss. Viel zu wenig sei das, sagt Inhaber Hubert Schneider. Schließlich müsste sein Team bei der Installation von Computern auch mal Programme aus dem Internet herunter laden. Und in anderen Gemeinden seien ja schon Übertragungsraten von bis zu 100 Mbit pro Sekunde verfügbar. Derzeit behilft sich Schneider mit einer teuren LTE-Verbindung auf eigene Kosten: „Sonst würde es nicht reichen.“ Doch eigentlich sei eine gute Internetversorgung doch eine kommunale Aufgabe, meint er.

Thomas Gruber, Leiter des Vermessungsamtes in Donauwörth, ist Breitbandmanager für den Landkreis Donau-Ries. Wenn große Datenmengen verschickt werden müssten, dann brauche man teils bis zu 100 Mbit pro Sekunde, sagt er. Für einen kleineren Handwerksbetrieb könnten 30 bis 50 Mbit pro Sekunde reichen. Doch für wie lange, das sei die Frage: „Der Datenbedarf steigt exponentiell an.“ Deshalb sei es auch wichtig, dass bei neuen Projekten Glasfaserkabel bis zu den Grundstücken verlegt werden würden: „Kupferleitungen können nicht mehr als 50 Mbit pro Sekunde herbringen.“ Glasfaser dagegen könne man aufrüsten.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Nördlingens Oberbürgermeister Hermann Faul kennt das Problem des lahmen Internets im Gebiet An der Lach: „Das ist für ein Gewerbegebiet völlig unzureichend.“ Auch in Baldingen sei beispielsweise noch ein Kupferkabel im Einsatz. Deshalb will die Stadt jetzt mithilfe des zweiten Förderprogramms des Freistaates die Datenübertragungsraten verbessern. Ziel der Staatsregierung sei dabei, landesweit und flächendeckend ein Hochgeschwindigkeitsnetz zu haben. Und gefördert werden könnte der Ausbau in Gebieten, in denen die Datenübertragungsraten derzeit bei unter 30 Mbit pro Sekunde liegen.

Erster Schritt, um in den Genuss der Förderung zu kommen, ist eine Bedarfsanalyse. Sie wird derzeit vom Büro Eckmeier & Geiger durchgeführt. Faul sagt: „Sie haben die technischen Möglichkeiten um abzufragen, welche Geschwindigkeit wo ankommt.“ Das Büro untersuche die Schwachstellen – also wo die Datenübertragungsrate unter 30 MBit pro Sekunde liege. Anschließend erfolge die Markterkundung, Anbieter werden angefragt, ob sie das Glasfasernetz ausbauen und die Nördlinger mit schnellem Netz versorgen wollen. Sollte sich herausstellen, dass dies unwirtschaftlich sei, dann bestehe Anspruch auf Förderung. 60 Prozent der Differenz zwischen den eigentlichen Kosten und den Einnahmen übernehme der Freistaat, den Rest müsse dann die Stadt Nördlingen bezahlen. Und im Gegensatz zum ersten Förderprogramm, bei dem der Freistaat nur höchstens 100000 Euro übernahm, sei jetzt ein Zuschuss von bis zu 900000 Euro möglich, so Faul. Und wenn man das Projekt mit einer anderen Kommune zusammen stemme, dann käme sogar noch etwas dazu. Faul ist überzeugt: „Ich halte die Breitbanderschließung für eine Grundversorgung wie Wasser und Strom.“ Und deshalb wolle die Stadt auch eine flächendeckende Breitbandversorgung mit einem guten Standard.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren