1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3.  Internet- Betrüger müssen ins Gefängnis

Justiz

13.03.2018

 Internet- Betrüger müssen ins Gefängnis

Die Kammer unter Vorsitz von Richter Claus Pätzel sah es zumindest im Fall von vier gefälschten Internetseiten als erwiesen an, dass die Angeklagten sie eingerichtet und betrieben hatten, um von Menschen per Vorkasse Geld zu beziehen. (Symbolbild)
Bild: Alexander Kaya

Wie zwei Männer aus dem Landkreis Donau-Ries Opfer um ihr Geld brachten. Mit dem Urteil endet vorerst ein verzwickter Prozess.

Sie haben Kunden im Internet um viel Geld gebracht, indem sie Online-Handelsplattformen einrichteten, ohne jemals Ware zu schicken oder diese auch nur zu besitzen. Für kriminelle Aktivitäten um sogenannte „Fake-Shops“ müssen zwei Männer aus dem Landkreis nun ins Gefängnis. Die 1. Strafkammer des Augsburger Landgerichtes verurteilte die beiden 31-jährigen Männer wegen dutzendfachen Betruges zu einmal zwei Jahren und acht Monaten und einmal zwei Jahren Haft.

Die Kammer unter Vorsitz von Richter Claus Pätzel sah es zumindest im Fall von vier gefälschten Internetseiten als erwiesen an, dass die Angeklagten sie eingerichtet und betrieben hatten, um von Menschen per Vorkasse Geld zu beziehen. Die bestellten Artikel, darunter Mittel, um das Muskelwachstum zu beschleunigen, kamen nie bei den Kunden an – weil es sich nicht gab. Abgespielt hatten sich die Taten schon vor einer Weile: Zwischen März 2013 und Februar 2014. Der Prozess gegen beide Männer hatte sich jedoch mehrfach verzögert. Die Taten führten damals zu einem Datenwirrwarr mit vielen Verbindungen. Die Täter gingen mit großem Aufwand vor: Um anonym zu bleiben, meldeten sie die Seiten auf Menschen an, die nicht existierten. Telefonnummern führten ins Nirgendwo; Emailadressen liefen auf Namen von Personen, die es nicht gab. Die Täter nutzten Computerserver im Ausland, gaben falsche Personalien an und eröffneten auch bei deutschen Banken Konten unter falschem Namen.

Einige Spuren, welche die Seiten damals hinterließen, führten die Ermittler jedoch in den Augsburger Raum. Der Durchbruch kam, als Polizisten sich in der Nähe einer Bankfiliale in Augsburg auf die Lauer legten und mitbekamen, wie einer der beiden Angeklagten Geld von einem Konto abhob, das die Ermittler einem der Fake-Shops zuordneten. Die Bank hatten die Täter offenbar nicht zufällig ausgewählt: Es war die einzige Filiale im Umkreis ohne Videoüberwachung.

Beide Angeklagten hatten die angeklagten Vorwürfe am ersten Verhandlungstag bestritten. Einer stellte sich lediglich als Handlanger eines anonymen Nutzers eines Online-Forums dar, der andere wies gänzlich von sich, Fake-Shops erstellt oder betrieben zu haben. Verteidiger Klaus Rödl forderte ein Jahr Haft auf Bewährung wegen Geldwäsche für seinen Mandanten, Verteidiger Dominik Hofmeister einen Freispruch für den anderen Angeklagten. Das Gericht glaubte den Schilderungen der Angeklagten allerdings nicht.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
WP_20161009_15_22_38_Raw_LI%20(2).jpg
Nördlingen

Mutmaßlicher Dieb verletzt Frau auf der Flucht

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden