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Justiz

26.11.2019

Mordprozess gegen Landwirt: Güllespuren in der Unterwäsche

Im Mordprozess vor dem Augsburger Landgericht geht es um einen Fall, der sich im September 2018 in Birkhausen zugetragen hat.
Foto: Julian Würzer

Plus Ein Landwirt aus dem Ries wird verdächtigt, seine Frau umgebracht zu haben. Vor Gericht schildert ein Polizist, wo in der Kleidung des Opfers Gülle gefunden wurde.

Im Mordprozess gegen einen Rieser Landwirt ging es am Montag vor dem Augsburger Landgericht um die Kleidung, die die Ehefrau am Tag ihres Todes getragen hat. Dem Mann wird vorgeworfen, seine Frau, die nahe einer Güllegrube gefunden wurde, ermordet zu haben. Ein Beamter der Kriminalpolizei Dillingen ging mit dem Gericht die Fotos von der Kleidung der Frau durch. Der Beamte berichtete, dass sich an der Innenseite der Unterhose getrocknete Güllespuren befanden, auch am BH habe es solche Spuren gegeben. In den Leggings der Frau gab es im Bereich des Schritts ebenfalls „bröckelige Gülleantragungen“, schilderte der Polizist. Am T-Shirt sei sowohl außen als auch innen Gülle gefunden worden.

Die Socken der Frau habe er ebenfalls fotografiert, ihm wurde aber nicht mitgeteilt, welcher für den linken und welcher für den rechten Fuß sei. Einer der Socken sei umgedreht gewesen, also mit der Naht nach außen. Teilweise fanden sich auch dort Güllespuren, sowie innen in den Handschuhen.

Die Todesursache war zunächst nicht klar

Ein anderer Beamter der Kriminalpolizei beschrieb ebenfalls den Zustand der Kleidung, die „voller Gülle“ gewesen sei. Zudem schilderte er, dass das Shirt zwei Löcher gehabt habe.

Es ging aber auch um die erste Vernehmung des Angeklagten. Der Polizist gab an, dass zunächst eine Obduktion angestrebt wurde, da zu diesem Zeitpunkt die Todesursache nicht klar gewesen sei. Der Beamte sagte, dass es von Seiten der Rechtsmedizin geheißen habe, dass es nicht möglich sei, dass die Frau selbstständig aus der Güllegrube gekommen sei. Zu diesem Aspekt wollte Verteidiger Witting wissen, woher die Information stamme. Der Beamte gab an, dass ein Kollege die Information bekommen habe, er selbst habe das Obduktionsprotokoll nicht gesehen.

Witting las aus diesem einige Teile vor. So könnten über die Umstände, wie es zur Situation an der Grube kam, allein aus dem Obduktionsergebnis keine Angaben gemacht werden. Die Kopfverletzung könne von einem Schlag kommen, es sei aber auch möglich, dass die Frau sich gestoßen habe. Zudem, so stehe es im Protokoll, gebe es keine Angaben, wie die Frau in die Position an der Güllegrube gekommen sei. Witting sagte, das Protokoll decke sich nicht mit den Aussagen, die der Beamte gemacht habe. Der sagte, er habe das Protokoll nicht in den Händen gehabt.

Mordprozess gegen Landwirt: Polizist schildert die erste Vernehmung

Außerdem wurde der Polizist zur ersten Vernehmung des Angeklagten befragt, die am Tag des Geschehens, dem 20. September 2018 stattfand. Der Verteidiger wollte wissen, warum sein Mandant mitten in der Vernehmung belehrt worden sei. Diese Belehrung bedeutet, dass ein Zeuge auch die Auskunft verweigern kann, wenn er wegen einer Straftat verfolgt werden könne. Der Polizist gab an, dass er die Möglichkeit in Betracht gezogen habe, dass der Angeklagte seiner Frau den Auftrag gegeben haben könne, in der Güllegrube zu arbeiten. Witting wollte wissen, ob er nicht bereits von einer Tötung ausgegangen sei; der Beamte verneinte dies.

Zuvor befragte das Gericht unter der Vorsitzenden Richterin Susanne Riedel-Mitterwieser einen anderen Beamten aus Dillingen. Vor Gericht gab er an, dass von Seiten der Polizei zunächst die These aufgestellt worden sei, dass die Frau in Gülle getaucht wurde, doch der Gülleschacht sei dafür nicht breit genug gewesen. In der Grube, bei der die Frau gefunden wurde, sei der Güllestand zu niedrig gewesen. Weiter beschrieb der Beamte die verschiedenen Gegenstände, die untersucht worden seien: zwei Gießkannen, ein Eimer, ein Hammer, eine Eisenstange, eine Holzstange, auch eine Harke, die in der Güllegrube steckte. An allen Gegenständen habe es keine Auffälligkeiten gegeben.

Eine andere These sei dann gewesen, dass der Saugschlauch an der Güllegrube „nach oben geschnellt“ sei und dabei die Frau verletzt habe. Doch auch da habe man nichts feststellen können.

Der Verteidiger des Angeklagten wollte wissen, welche Thesen dann noch übrig geblieben seien, worüber bei Dienstbesprechungen diskutiert worden sei. Zunächst gab der Beamte an, dass man sich nicht festgelegt habe. Auf wiederholte Nachfragen Wittings gab der Mann schließlich an, dass nur noch die Möglichkeiten Unfall oder Mord übrig geblieben seien.

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