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Nördlingen

23.10.2020

Nördlinger OB: Schulen sollen Kinder möglichst nicht nach Hause schicken

Der Nördlinger Oberbürgermeister verlangt von städtischen Schulen, Schüler nur nach Hause zu zu schicken, wenn es die Corona-Regeln nicht anders erlauben.
Bild: Jochen Aumann (Archiv)

Plus Der Nördlinger Oberbürgermeister sorgt sich um die Diskussionskultur. Warum er Verständnis für Eltern hat, aber um Akzeptanz für Regeln wirbt.

Oberbürgermeister Wittner richtet einen Appell an die Grundschulen, Kinder nicht nach Hause zu schicken, wenn es im Rahmen der geltenden Corona-Regeln möglich sei. „Wir haben in Plänen nachgemessen, dass die Klassenzimmer in den meisten Fällen groß genug sind, um die Klassen nicht zu teilen“, betonte er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Die steigenden Infektionszahlen und die damit verbundenen Allgemeinverfügung habe die Schulen kurzfristig erreicht. Dass Kinder nach Hause geschickt würden, dürfe aber nur das letzte Mittel sein. Ihn hätten teilweise verzweifelte Anrufe von Eltern erreicht. Besonders schwierig sei die Situation für berufstätige Alleinerziehende mit kleinen Kindern.

Wittner will eine Notbetreuung in Nördlingen gewährleisten

Derzeit gibt es keine für solche Fälle vorgesehenen Notbetreuungen, wie sie im Frühjahr existierten. Der OB will, dass die Stadt eine Notbetreuung gewährleistet, sollte es nicht anders gehen. Denkbar wäre, dass die Mittagsbetreuungen der Stadt vormittags Kinder betreuen. Derzeit prüfe die Stadt, ob dies möglich ist.

Im Landratsamt häufen sich nach Informationen unserer Redaktion Anrufe von Eltern, die eine Abschaffung der Maskenpflicht für Grundschüler fordern. In manchen Landkreisen Bayerns und in der Landeshauptstadt München haben die Verantwortlichen von dieser Ausnahmemöglichkeit Gebrauch gemacht.

Auch an Wittner sei dieser Wunsch herangetragen worden, sagt er auf Nachfrage. Er habe dazu als Oberbürgermeister einer kreisangehörigen Stadt nicht die Befugnis. Er habe das Gespräch mit dem Landratsamt gesucht, das die Ansicht vertrete, im Landkreis Donau-Ries sei diese Ausnahmelösung nicht vertretbar, weil es hier bereits Corona-Fälle in Grundschulen gegeben habe.

Oberbürgermeister fordert Solidarität von Bürgern

Wittner sagte, es bedürfe in dieser Zeit einer gewissen Akzeptanz für Regeln. Er habe großes Verständnis für die Sorgen und den Ärger mancher Bürger. „Mir tun die kleinen Zwerge auch leid, wenn sie den ganzen Tag im Unterricht eine Maske tragen müssen“, betonte er. Er verstehe auch die Verwunderung darüber, wenn abends in der leeren Fußgängerzone eine Maske getragen werden muss. Zentral sei aber jetzt, die steigenden Infektionszahlen einzudämmen. „Wir brauchen jetzt Solidarität in der Gesellschaft.“

Er beobachte einen zunehmend rauen Ton in der Diskussion, der ihn sehr besorge. Gerade jetzt sei Diskussion wichtig, sie müsse aber von einem vernünftigen Umgang miteinander geprägt sein. „Die absolute Wahrheit kennt in dieser Situation niemand.“ Er halte es für wichtig, die anberaumte Bürgerversammlung zumindest im Internet stattfinden zu lassen. Gerade jetzt sei es wichtig, dass Bürger sich äußern können.

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