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Tatort Kritik
02.12.2018

"Wir kriegen euch alle": Der Münchner "Tatort" im Schnellcheck

Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und sein Kollege Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer) in einer Szene des Münchner Tatort "Wir kriegen Euch alle", der am Sonntag im Ersten läuft.
Foto: Michael Schreitel, Tellux-Film GmbH/BR

Ein Ehepaar wird in seiner Villa brutal ermordet. Batic und Leitmayr fordert der Fall alles ab. Lohnt sich der Tatort aus München? Die Kritik.

"Wir kriegen euch alle" heißt der neue Tatort aus München, der am Sonntag (20.15 Uhr) im Ersten läuft. In unserem Schnellcheck bekommen Sie alle Infos zu Handlung, Kritik und Darstellern.

Handlung: Der Tatort aus München im Schnellcheck

In einer Münchner Villa werden die Eltern eines kleinen Mädchens auf besonders brutale Weise ermordet. Die kleine Lena (Romy Seitz) hat das Massaker überlebt. Sie wurde betäubt. Die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) finden sie schlafend in ihrem Schwebezelt im Garten.

Das chinesische Au-pair-Mädchen Chi Ling (Jing Xiang) hat die Nacht durchgetanzt. Sie erzählt den Kommissaren, dass Lena vor dem Mord von einem Weihnachtsmann gesprochen habe, der in der nächsten Nacht komme. Und tatsächlich zeigt eine Überwachungskamera einen Weihnachtsmann im nächtlichen Garten. Doch wie kam der Mann ins Haus? Hat Lena ihm die Tür geöffnet? Und welche Rolle spielt dabei Lenas "Smartpuppe" Senta?

Kritik: Lohnt es sich, beim Tatort "Wir kriegen euch alle" einzuschalten?

Was haben sich die Drehbuchautoren Michael Comtesse und Michael Proehl bei diesem aufs Gruseln ausgelegten Tatort gedacht? Nein, ein Horrorfilm ist es nicht, weil man sich mehr über einen Weihnachtsmann im Sommer wundert, statt eine Gänsehaut ob der furchtbaren Geschehnisse zu bekommen. Nein, eine bösartige Komödie ist der aktuelle Münchner Beitrag zum Genre auch nicht, selbst wenn Batic und Leitmayr ihre schwierigen Jobs mit dem Schnick-Schnack-Schnuck-Spiel aushandeln.

Ja, eines geht doch. Die Münchner Silberrücken sind so geerdet, dass sie nicht nur den Kampf gegen künstliche Intelligenz wie unlängst im BR-Tatort "KI" bestehen, sondern überraschend schnell den Doppelmord an einem Elternpaar mittels einer Machete, die Zuneigung der kleinen Tochter Lena zu der geheimnisvollen Puppe Senta sowie sexuellen Missbrauch in Verbindung bringen. Wozu braucht es bei so viel Tüchtigkeit eigentlich noch Sendungen wie „Aktenzeichen XY … ungelöst“? „Wir kriegen euch alle“ heißt nicht nur dieser „Tatort“, so lautet auch die Drohung, die der Täter mit Blut an die Wand geschrieben hat.

Die Kinderpsychologin Jenschura (Anne Werner) bespricht sich mit den Kriminalhauptkommissaren Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec), Sie vermutet, dass es um Kindesmissbrauch geht.
Foto: Hendrik Heiden, BR

Überhaupt wurde viel, zu viel reingepackt in die Story. Da ist eine zornige Gruppe missbrauchter Männer mit Rachegedanken, außerdem ein autoritärer Vater, der seinen erwachsenen Sohn schurigelt. Dazu gibt es einen Disput über Ignoranz und Naivität als natürliche Feinde der Demokratie und eine sprechende, von einem Mann gehackte Smartpuppe mit leuchtenden Augen.

Unwillkürlich denkt man an die Horrorpuppe „Chucky“ aus dem Kino. Mit dem Unterschied – nur so viel sei verraten –, dass Senta am Ende ein Kinderleben rettet. Mitunter darf es auch spannend werden, wenn der Zuschauer erfährt, dass noch 24 weitere dieser Puppen im Umlauf sind. Schade, dass das Buch nicht Schritt halten kann mit der atmosphärischen, farblich wie ästhetisch gelungenen Bildgestaltung.

Tatort: Vorschau, Stream und ganze Folgen in der ARD-Mediathek

Das Erste zeigt alle Tatort-Folgen parallel zur TV-Ausstrahlung am Sonntag auch als Live-Stream in der ARD -Mediathek (zur Mediathek). Die Folgen sind dort im Anschluss über mehrere Wochen abrufbar - aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr. Ein Vorschau zu jedem neuen Fall postet das Erste zudem immer auch auf der Tatort-Facebook-Seite.

 

Schauspieler: Batic und Leitmayr sind das Tatort-Team in München

Miroslav Nemec alias Ivo Batic und Udo Wachtveitl als Franz Leitmayr sind echtes Tatort-Urgestein. Seit 1991 ermittelt das Duo in München, der Fall "Wir kriegen Euch alle" am Sonntag ist ihr 80. Tatort-Einsatz.  Batic und Leitmayr kennen sich in- und auswendig, sind mehr Freunde als Kollegen. Es wird gern gefrotzelt, beide sind auf einer Wellenlänge - allerdings nicht immer. Gelegentlich kann es auch mal laut werden zwischen den beiden. Beide sind alleinstehend, haben immer mal wieder weibliche Bekanntschaften, allerdings nie von Dauer.

Der Tatort lockt Sonntag für Sonntag Millionen vor den Fernseher. Aber wer ermittelt eigentlich wo? Diese  Kommissare bzw. Teams sind derzeit im TV-Einsatz.
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Tatort-Kommissare: Wer ermittelt wo?
Foto: Benoit Linder, SWR

Batic, gebürtiger Kroate und bei Pflegeeltern im Berchtesgadener Land aufgewachsen, ist leidenschaftlich und kann auch mal austeilen. Ungerechtigkeit und Ausländerhass bringen ihn schnell in Rage. Bei seinen Ermittlungen setzt er gern auf Bauchgefühl und Instinkt. Leitmayr ist ein Münchner Original, aufgewachsen im Glockenbachviertel, ein Grantler mit philosophischem Tiefsinn und ebenfalls starkem Gerechtigkeitsempfinden. Seit 2014 werden sie vom jungen Kriminalkommissar Karl-Heinz Hammermann, genannt Kalli, unterstützt.

Sendetermine: Das sind die kommenden Tatort-Folgen am Sonntag

09. Dezember: "Tatort: Vom Himmel hoch" (Ludwigshafen)
16. Dezember: "Tatort: Nachbarn" (Wdh., Köln)
23. Dezember: "Tatort: Damian" (Schwarzwald)
30. Dezember: "Tatort: Friss oder stirb" (Luzern)
01. Januar: "Tatort: Der höllische Heinz" (Weimar)
06. Januar: "Tatort: Weiter, immer weiter" (Köln)
13. Januar: "Tatort: Wahre Lügen" (Wien)

(drs, rup)

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