Newsticker
Russland: 959 ukrainische Kämpfer haben sich bisher in Mariupol ergeben
  1. Startseite
  2. Politik
  3. 9. Mai in Russland: Ordnet Putin heute Generalmobilmachung an?

Krieg in der Ukraine
09.05.2022

Setzt Wladimir Putin am 9. Mai alles auf Sieg?

Wladimir Putin steht vor einem besonderen Datum, das er für seine Propaganda nutzen will.
Foto: Alexander Zemlianichenko, dpa

Am 9. Mai feiert Russland den Triumph über Nazi-Deutschland 1945. Im Krieg in der Ukraine dagegen ist kein echter Erfolg in Sicht. Was also wird Putin an diesem Tag tun?

Sergei Lawrow winkt ab. „Unsere Truppen werden ihr Vorgehen nicht künstlich an einem Datum ausrichten“, sagt der russische Außenminister. Sein Land werde am 9. Mai den „Tag des Sieges“ im Zweiten Weltkrieg feiern. Das Geschehen in der Ukraine hänge davon nicht ab. Sagt Lawrow.

Allerdings deuten immer mehr Zeichen darauf hin, dass am Montag genau das beginnen könnte, was der Minister bestreitet: eine neue, noch aggressivere Phase des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Selbst gemäßigte Prognosen zeichnen ein düsteres Bild. Demnach könnte Präsident Wladimir Putin am Montag die „Befreiung“ des Donbass und großer Teile der Südukraine verkünden, samt der zerbombten Hafenstadt Mariupol und einer Landbrücke zur 2014 annektierten Krim.

Am 9. Mai könnte Wladimir Putin zum großen Schlag ausholen

Das klänge nicht nur nach Sieg. Es würde dem Kreml auch erlauben, von der verlustreichen Offensive in einen Stellungskrieg überzugehen. Die Armee würde nur noch die eroberten Gebiete absichern. Zugleich brächte eine solche De-facto-Annexion neue Risiken mit sich. Denn Putin könnte anschließend alle ukrainischen Vorstöße in diese Gebiete als Angriff auf Russland werten. Das wiederum würde laut Moskauer Militärdoktrin den Einsatz von Nuklearwaffen erlauben. Dafür trommeln seit Tagen die Propagandisten der Staatsmedien auf nahezu allen Kanälen. „Öffnet die Silos“, lautet eine gängige Forderung in Talkshows, Leitartikeln und den Kommentarspalten von Onlinemedien. Zuletzt probten die russischen Streitkräfte in der Exklave Kaliningrad den Start ballistischer Raketen.

Doch es gibt noch eine pessimistischere Version. Demnach könnte Putin am 9. Mai den Kriegszustand ausrufen und eine Generalmobilmachung in Russland anordnen, um Zehntausende Reservisten an die Front „werfen“ zu können. Zu den Warnern gehört der britische Verteidigungsminister Ben Wallace, dessen Geheimdienste in ihren Einschätzungen zuletzt oft richtig lagen. Wallace befürchtet, dass Putin den „Tag des Sieges“ nutzen könnte, um die Bevölkerung auf einen „Krieg gegen eine Welt aus Nazis“ einzuschwören.

Lesen Sie dazu auch

Das beträfe dann nicht mehr nur die Ukraine, die von Putins Propagandisten längst zu einem „faschistischen Staat“ erklärt worden ist. Vielmehr ginge es um die „Nato-Helfer der Nazis in Kiew“, von denen zuletzt in Moskauer Medien immer öfter die Rede war.

Russland will das historische Datum für seine Propaganda nutzen

Der 9. Mai bietet für propagandistische Auswüchse dieser Art einen idealen Orientierungspunkt. 1945 überreichte an diesem Tag das Oberkommando der deutschen Wehrmacht in Berlin die Kapitulationsurkunde an die Führung der Sowjetarmee. Seither ist der „Tag des Sieges“ in Russland einer der wichtigsten Feiertage des Jahres. Das gilt zwar auch für die Ukraine, Belarus und andere Nachfolgestaaten der UdSSR. Aber nirgendwo sind die nationalistischen Aufwallungen so stark wie in Russland, das sich unter Putin in der direkten Nachfolge des Imperiums wähnt.

Der Moskauer Politikwissenschaftler Sergei Medwedew spricht von einem „Kult“, der mittlerweile „Züge einer Zivilreligion“ trage. Die Trauer über die Toten des Weltkriegs, die den 9. Mai noch zur Jahrtausendwende geprägt habe, sei einer „militaristisch-patriotischen Show“ gewichen.

Genau deshalb hatten viele Beobachter erwartet, dass Putins Armee alles daransetzen werde, bis zum 9. Mai einen Sieg im Donbass zu erzwingen. Westliche Medien schrieben Anfang April von einer drohenden „gigantischen Panzerschlacht zur Einkesselung der ukrainischen Armee“. Doch es kam anders. An der Front zeigte sich bald, dass die russischen Truppen derzeit nicht über die Kampfkraft für eine solche Operation verfügen. Zu hoch waren die Verluste des Vorstoßes auf Kiew Anfang März. Um eine Großoffensive sicher zum Erfolg zu führen, bräuchte Russland mindestens dreimal so viele Soldaten wie die Ukraine, erklären Militärfachleute. Dieses Kräfteverhältnis sei aber bei weitem nicht gegeben.

Eine Studie des renommierten britischen Instituts für Sicherheitspolitik (RUSI) kommt daher nun zu dem Schluss: „Der 9. Mai scheint sich in der russischen Planung von einer Zielmarke zu einem Wendepunkt entwickelt zu haben, um mit einer breiteren Mobilisierung zu beginnen.“ Demnach haben die Moskauer Militärstrategen erkannt, dass es mehr Zeit und vor allem mehr Soldaten braucht, um den Osten und Süden der Ukraine zu erobern.

Das spräche für eine bevorstehende Mobilmachung, die Putin am „Tag des Sieges“ anordnen könnte. Die traditionelle Parade auf dem Roten Platz böte dafür den passenden Rahmen. Zumal der Kreml diesmal keine ausländischen Staatsgäste geladen hat. Die Veranstaltung, so wirkt es, soll sich ganz nach innen richten. Auch im apokalyptisch zerstörten, fast vollständig von russischen Truppen besetzten Mariupol ist offenbar eine Militärparade geplant.

Video: dpa Exklusiv

Eine Generalmobilmachung birgt für Wladimir Putin auch Gefahren

Andere Fachleute weisen aber auch auf die innenpolitischen Gefahren einer Generalmobilmachung hin. Zumal ein solcher Schritt einer radikalen Abkehr von der bisherigen Strategie gleichkäme. Schließlich hat Putin den Angriffskrieg in der Ukraine von Beginn an als „Spezialoperation“ heruntergespielt. Bislang, so analysiert der Moskauer Soziologe Denis Wolkow vom unabhängigen Lewada-Zentrum, sei es dem Kreml durch eine Mischung aus Drohung und Beschwichtigung gelungen, die Bevölkerung in einem Zustand politischer Lähmung zu halten. Die Vorstellung, man könne „sowieso nichts ändern“, sei unter Kriegsgegnern ebenso verbreitet wie bei Befürwortern. „Dieses Gefühl erlaubt es den Menschen, das Geschehen nicht an sich heranzulassen.“ Mit dieser Form der Selbstbetäubung wäre es bei einer Mobilmachung schlagartig vorbei. Mit ungewissem Ausgang.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

05.05.2022

Im Europa des 21. Jahrhunderts sterben tatsächlich Menschen für ... ja, wofür eigentlich?
Für "Lebensraum im Westen"?Für "Einflusssphäre 300 km rund um Russland"?
Für freuchte Machträume einer kelinen totalitären Clique?
Wofür?
Dass dieses gesamte Land nur in der Vergangenheit lebt, wie es am 9. Mai wiederum beweist, und keine Zukunft kennt, ist v.a. der Tatsache zu verdanken, dass die russichen Kleptokraten die Entwicklung eines Mittelstandes und damit eines freiheitlich demokratischen Rechtsstaats nach 1991 systematisch hintertrieben haben.
Jetzt kann es leider nur noch eine Lösung für die freie Welt geben: Russland im Krieg zu besiegen und dem Volk erneut die Möglichkeit der Selbstbestimmung zu geben - aber in den Grenzen, die die Achtung der Rechte anderer Völker einfordert.

Permalink
05.05.2022

Die Ukaine sollte nicht nur mit schweren Waffen ausgerüstet werden, sondern auch mit Waffen ( Raketen ) die weit nach Rußland hinein reichen. So könnte die Ukraine mal ein paar Raketen während der Parade am 9. Mai auf den Roten Platz abfeuern. Ob dann Putin immer noch sagen würde es ist eine " Sonderaktion " und kein Krieg ????

Permalink
05.05.2022

@ Maria T.

"Deswegen war Stalin dann auch so sehr geschockt über den deutschen Angriff , daß er wochenlang völlig handlungsunfähig war ."

So sehr geschockt und überrascht vom deutschen Expansionsdrang konnte Stalin kaum sein, da Hitler bereits 1938, kurz nach dem Münchner Abkommen, die Tschechoslowakei okkupierte. Klar muss ihm danach auch gewesen sein, was von Verträgen mit Nazi-Deutschland zu halten war.

Ihr selbstgestricktes Geschichtsbild basiert auf zu vielen "hätte und wäre", einem Grund-Irrtum ihrerseits und damit möchten sie nur eines belegen: An allen Übeln dieser Welt gibt es einen Hauptschuldigen - heute Russland, damals die Sowjetunion.

So einfach sind die Dinge aber leider nicht . . .

Permalink
05.05.2022

Sehr geehrter Herr Georg Kr.

Wer anderen ein “selbstgestricktes Geschichtsbild” vorwirft, sollte selbst besser gesattelt sein.

Wer sich mit dem Fall Barbarossa auseinandersetzt findet Interessantes. So erklärt das Deutsche Außenamt in einem Memorandum: “Die Sowjetunion habe den Nichtangriffspakt durch den Aufmarsch der Roten Armee an der Grenze, konspirative Tätigkeit der Komintern in Deutschland sowie die Annexion Ostpolens und der baltischen Staaten gebrochen und sei dem Krieg führenden Deutschland damit in den Rücken gefallen. Die Wehrmacht habe Befehl, „dieser Bedrohung mit allen zur Verfügung stehenden Machtmitteln entgegenzutreten“
Man ersetze einfach Deutschland durch Russland und Sowjetunion durch Ukraine und hat fast Putins Rede vom 21.02. vor sich.
Aber zurück zu Stalin: Der hat sich erst am 3.Juli 41 zum ersten Mal öffentlich geäußert, weil er völlig geschockt darüber war, dass die Deutschen einen direkten Angriff gewagt hatten. Bis dahin hat er mittels Massenmorden seine Armee „gesäubert“ (Ein Begriff den man dann erst wieder von Ursula von der Leyen vernahm). Er vertraute auf das Nichtsangriffs-Abkommen mit Hitler. Mit diesem hatte die Sowjetunion 1939 gemeinsam Polen überfallen, um es wieder einmal aufzuteilen. Ein Vorgang, der für Sie völlig aus der Geschichte getilgt zu sein scheint. Kurz darauf überfiel Stalins Rote Armee Finnland - und wurde fürchterlich verhauen.
Nur noch zur Ergänzung: Hitler annektierte 1939 die Tschechoslowakei nicht alleine. Polen marschierte auch ein und Schnutt sich ein Stück aus dem Kuchen. Und Herr Chamberlain, versessen darauf einen Aggressor diplomatisch zu befrieden und bloß nicht zu provozieren, man könnte ja selbst zur Kriegspartei werden, wedelte in London mit einem Zettel.

Wie sich die Dinge gleichen!

Nur Sie Herr Kr. scheinen von all dem nur zu wissen, was Ihnen in den Kram passt, und auch das wird dann noch moduliert.

Permalink
05.05.2022

Alles was Sie hier an mehr oder weniger unwichtigen Nebensächlichkeiten zusammengekratzt haben, wurde von mir nie bestritten oder falsch dargestellt.
Mein Ziel war nur, die steile These von Maria T. "Ohne den Stalin-Hitler-Pakt wäre die Wehrmacht nicht losmarschiert" mit der Intention, Russland wäre für den Ausbruch von WK 2 in gleichem Maße wie Nazi-Deutschland verantwortlich, so nicht stehen zu lassen. Nicht mehr und nicht weniger.
Dass Polen an der Annexion der CSSR beteiligt gewesen sei ist ziemlich übertrieben. Da ging es um 2 Landkreise, die mal zur polnischen Woiwodschaft Schlesien, mal zur Habsburger Monarchie und dann eben mal zur CSSR gehörten.

Insofern sind ihre Beiträge zur Wahrheitsfindung, sagen wir mal - überschaubar.

Permalink
05.05.2022

Mir ist es, offen gestanden, völlig egal, was der Kriegsverbrecher Putin am kommenden Montag tun oder lassen wird. Die Ukraine ist mit allem auszustatten, was es braucht, um die marodierenden und vergewaltigenden russischen Soldaten zurückzuschmeißen, folglich auch mit schwersten Waffen. Rußland gehört abgeriegelt, von vorne bis hinten, ein entsprechendes Kriegsverbrecher-Tribunal ist umgehend in Den Haag einzurichten. Schweden und Finnland gehören so schnell wie möglich in die NATO aufgenommen. Hoffentlich schafft dann Herr Scholz auch noch die von ihm selbst angekündigte Zeitenwende, vor allem in der schon seit unzähligen Jahren überfälligen Aufrüstung der Bundeswehr (-> Merkel-Schuld!). Und - vermeintlich demokratische - Staaten, wie z. B. Indien, die Rußland unverändert nicht abschwören, gehören mit umfangreichsten Import- und Export-Verboten belegt, vorneweg im Bereich der Hochtechnologie. Außerdem sollte die Möglichkeit deutlich eingeschränkt werden, deutsche Spitzen-Firmen (-> KUKA) einfach so kaufen zu können - vor allem, wenn im Land des Käufers (-> China, Diktatur) keine gleichberechtigten Chancen für deutsche Firmen bestehen. Dann lernt vielleicht auch China, daß es mit seiner imperialistischen Ausdehnungspolitik nicht weit kommt, wenn es meint, Taiwan annektieren zu müssen. Ruhm der Ukraine!

Permalink
05.05.2022

"Rußland gehört abgeriegelt, von vorne bis hinten, ein entsprechendes Kriegsverbrecher-Tribunal ist umgehend in Den Haag einzurichten."

Auf Ihre Einlassungen fällt mir nur die alte spöttische Bemerkung des Volksmunds ein:
„Die Nürnberger hängen keinen – sie hätten ihn denn zuvor! “
FRIEDEN der Ukraine!

Permalink
04.05.2022

++++++++++Internationaler Newsticker vor 1er Stunde++++++++++++++++++

Brasiliens Ex-Präsident Lula: „Selenskyj hat so viel Schuld am Krieg wie Putin!“

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Permalink
05.05.2022

Sie meinen den Lula, der wegen Korruption verhaftet und verurteilt wurde?

Permalink
04.05.2022

Herr Georg Kr ,


offensichtlich sind Sie historisch weitaus weniger bewandert als Sie immer vorgeben !

Es ist historisch Fakt , daß die Wehrmachtsführung einen "Zwei/Mehr-Fronten-Krieg" fürchtete wie der Teufel das Weihwasser !
Insofern wollte und brauchte Hitler seinen Pakt mit Stalin unbedingt , um die Wehrmachtsführung - alle Offiziere dort kannten als Kriegsteilnehmer den von Anfang an (!) laufenden "Mehr-Fronten-Krieg" des 1. Weltkriegs - zur Kriegsführung zu bewegen und die Gefahren herunterzuspielen . Ansonsten wäre ihm die Wehrmacht trotz des "Führer-Eids" niemals in den Krieg gefolgt .
Oder Hitler hätte das gesamte Offizierskorps gegen dann wahrscheinlich SS-Offiziere austauschen müssen und hätte das sowjetische , von Stalin ja in der Roten Armee durch die fast vollständige Vernichtung des russischen Offizierskorps initiierte Schicksal des Scheiterns von Anfang an erlitten .

Aber auch Stalin benötigte und wollte den "Stalin-Hitler-Pakt" unbedingt !
Natürlich war für ihn damit verbunden die Strategie , daß die Mächte im Westen sich gegenseitig soweit dezimieren würden , daß die Sowjetunion als dann alleinige Macht in Europa die Herrschaft inne haben würde .
Aus diesem Grunde hatte die Sowjetunion ja bereits in den 1920er Jahren den geheimen Aufbau der "Reichswehr" unterstützt !
Die Sowjetunion benötigte und wollte eine weitere , Frankreich , England und auch den USA gegnerisch bis feindlich gesinnte militärische Macht .

Deswegen war Stalin dann auch so sehr geschockt über den deutschen Angriff , daß er wochenlang völlig handlungsunfähig war . Er war überzeugt gewesen , daß sich die europäischen Mächte selbst zerlegen würden und das Deutsche Reich dann militärisch nicht mehr in der Lage wäre zu einem Marsch gegen Osten !

Ihre recht seltsamen Ausführungen und Schlüsse , die Sie hier dann im Nachgang aufmachen , können allerdings von niemand nachvollzogen werden , das muß ich Ihnen dann doch sagen !

Permalink
04.05.2022

Am 09. Mai? Dem Krieg ein Ende setzen. Die Russen können das in wenigen Tagen oder sogar Stunden..

Permalink
04.05.2022

@ MARIA T.

"Ohne den Stalin-Hitler-Pakt wäre die Wehrmacht nicht losmarschiert ."

Nach ihrer gewagten These, dass die Russen unter Stalin faktisch auch die Hauptschuldigen am Ausbruch des WK 2 sind, müssen die Geschichtsbücher, die deutsche Alleinschuld betreffend, weitgehend umgeschrieben werden. Es war also nicht das Streben deutscher Nazis und Hitlers nach der Weltherrschaft, sondern bereits damals natürlich das der Russen und Stalins und deren Interesse an einer Art aufreibendem Stellvertreterkrieg Deutschlands gegen Frankreich, England und alle anderen mitteleuropäischen Länder.

Belege für ihre Behauptung, Stalins und Russlands damalige Expansionspolitik betreffend, gibt es m. W. nicht. Trotzdem spinne ich den Faden gerne mal weiter:

Überlegen Sie doch mal welche imperialistische Weltmacht analog zu diesem Konstrukt unter etwas vertauschten Rollen ein Interesse an dem derzeit laufenden Stellvertreterkrieg Russlands gegen die Ukraine haben könnte. Wäre vielleicht Russland ohne das intensive Streben der Ukraine nach Eintritt in NATO und EU, ohne eine Art Pakt mit den USA und die ständige NATO-Osterweiterung auf Betreiben der USA, gar nicht in die Ukraine einmarschiert?

"Eindeutig erkennbar und erklärt ist eine US-Strategie, die darauf abzielt, den Krieg in der Ukraine zur Schwächung Russlands zu nutzen, was natürlich auch völlig unvereinbar mit der Suche nach einem Waffenstillstand oder gar einer vorläufigen Friedensregelung wäre.
Viel deutet auf eine Strategie der USA hin, der Ukraine dabei zu helfen, so lange weiterzukämpfen, bis die Ukraine alle seit 2014 von Russland okkupierten Gebiete, einschließlich der Krim, zurückerobert hat. In der Konsequenz bedeutet dies einen permanenten Krieg mit dem Ziel der Zerstörung des russischen Staates." (sinngemäß übernommen aus Cicero, 27.4. 2022)

Permalink
05.05.2022

„Wäre vielleicht Russland ohne das intensive Streben der Ukraine nach Eintritt in NATO und EU, ohne eine Art Pakt mit den USA und die ständige NATO-Osterweiterung auf Betreiben der USA, gar nicht in die Ukraine einmarschiert?“

Dies andauernden Hypothesen, dass die bösen US-Amerikaner Putins Russland so lange provoziert hätten, bis der geradezu zwangsläufig die Ukraine überfallen musste, sind schlicht hanebüchen. So begründete schon Hitler den Überfall auf Polen 1939 und zwei Jahre später den auf die SU.

Und um ihre Frage zu beantworten stelle ich mal die These dagegen, dass Putin ohne das Ringen der Ukraine um Abschluss an den Westen schon viel früher dort einmarschiert wäre. Da wäre das Land ein noch viel leichteres Opfer gewesen. Nur die Aufrüstung der Ukraine hat das Land davor bewahrt, nicht schon viel früher Opfer des faschistoiden Regimes in Moskau zu werden und gibt der Ukraine heute die Möglichkeit die Rote Armee zu stoppen und die Chance, diese auch aus den noch besetzten Gebieten zu verdrängen.

Permalink
04.05.2022

Und wieder Mutmassungen, was am 09. Mai passieren könnte, was der "böse" Putin aushecken könnte. Warten wie es doch einfach ab. Interessante Variante- nach Besetzung des Donbass die Kriegshandlungen einstellen und noch den Nachschub von westl Hilfslieferungen bekämpfen. Oder eine RU Feldparade in Mariupol?

Permalink
05.05.2022

Die Möglichkeit einer Feldparade in Mariupol scheint sie ja geradezu zu begeistern.

Macht sich nur auch im russischen TV schlecht, wenn die Soldaten an den rauchenden Trümmern von Kindergärten und Krankenhäusern vorbeiziehen.
Aber - um die Geschichte rund zu machen - dort wären die „Paradierenden“ ein erstklassiges Ziel für ukrainische Drohnen. Und alle russischen Bürger dürfen im TV live dabei sein.

Permalink
04.05.2022

Putin , Lawrow und , Medwedew und Co. sollten sich zum 09.05. lieber mit dem "Stalin-Hitler-Pakt" beschäftigen !

Dann wüßten sie , daß erst dieser , von Stalin ebenso wie von Hitler gewollte Pakt es war ,der den europäischen Teil des Zweiten Weltkriegs überhaupt möglich machte . Ohne den Stalin-Hitler-Pakt wäre die Wehrmacht nicht losmarschiert .
Die Wahrheit ist :
Stalin spekulierte darauf , daß sich Nazi-Deutschland und die westlichen Nationen einen solch vernichtenden Krieg liefern würden , der sowohl das Dritte Reich als auch Frankreich, England und alle anderen mitteleuropäischen Länder so dezimiert würde , daß die Rote Armee anschließend ohne große Kämpfe durch ganz Europa bis zum Atlantik vorrücken könnte !

Und Putin und Co . sollten auch das geheime Zusatzprotokoll zum "Stalin-Hitler-Pakt" erwähnen , in welchem vereinbart war , Polen von West wie Ost anzugreifen und von der Landkarte zu tilgen .
Während sich die polnische Armee an der Westfront verzweifelt gegen Wehrmacht und Waffen-SS wehrte , fiel in ihrem Rücken im Osten Polens Stalins Horden über Polen her .

Putin und Co. sollten dann bei der 9.Mai-Feier auch noch erwähnen , daß bei der "Panzerparade von Brest-Litowsk" die Rote Armee neben Wehrmacht und SS-Verbänden den Sieg über Polen feierte und neben ihren deutschen Waffenbrüdern selig einher marschierte .

Unerwähnt darf auch nicht bleiben , daß die Russen alle in das von der Roten Armee besetzte Ostpolen , in die Sowjetrepublik Ukraine und nach Weißrussland geflohenen jüdischen Polen an die Deutschen in Westpolen auslieferten .


Auch heute Nazis in Moskau , im Kreml . Wenn es einen "Sieg über Nazis" in Rußland zu feiern gäbe , dann müßten zuerst die heute in Moskau die Macht innehabende Nazi-Clique Putin Und Co. vertrieben und gerichtet werden !

Permalink