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Flüchtlinge

27.03.2020

Die letzten Migranten an der türkisch-griechischen Grenze geben auf

Die Lage an der türkisch-griechischen Grenze hat sich entspannt.
Bild: dpa

An der Grenze herrscht wieder Ruhe: Die letzten Migranten verbrennen ihre Zelte und kehren zurück ins Innere der Türkei. Damit hat sich Erdogans Plan erledigt.

Es war ein Rückzug auf Raten: Nachdem sich in den vergangenen zwei Wochen bereits Tausende Migranten von der türkisch-griechischen Grenze zurückgezogen hatten, gaben am Freitag auch die verbliebenen Belagerer auf.

Kurz nach Mitternacht begannen sie, die Zelte und Verschläge, in denen viele von ihnen seit fast einem Monat an der türkischen Seite der Grenze hausten, in Brand zu stecken. In Bussen, die von den türkischen Behörden zur Verfügung gestellt wurden, kehrten die Migranten anschließend ins Landesinnere zurück. Sie sollen jetzt für 14 Tage in Corona-Quarantäne kommen und danach zu „angemessenen Orten“ gebracht werden, berichtete die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Erdogan wollte Druck auf die EU machen

Mit dem Abzug ist der Plan des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan, „Millionen“ Migranten über Griechenland in die EU zu schleusen, gescheitert. Erdogan hatte Ende Februar die Grenze zu Griechenland für geöffnet erklärt. Daraufhin zogen Zehntausende ins Grenzgebiet, worauf Griechenland seine Seite der Grenze schloss. Am Übergang Pazarkule/ Kastanies kam es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den Migranten, die den Grenzzaun zu überwinden versuchten, und den griechischen Grenzschützern, die Tränengas und Blendgranaten einsetzten. Zuletzt harrten nur noch wenige hundert Migranten an der Grenze aus.

Mit der inszenierten Belagerung der Grenze wollte Staatschef Erdogan nach Einschätzung von Beobachtern Druck auf die EU ausüben, um mehr Finanzhilfen für die Versorgung syrischer Flüchtlinge in der Türkei locker zu machen.

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