Newsticker
Kanzlerin Merkel stellt sich hinter Armin Laschets Vorstoß für einen "Brücken-Lockdown"
  1. Startseite
  2. Politik
  3. FDP-Außenexperte Lambsdorff warnt vor historischem Fehler in deutscher China-Politik

Diplomatie

03.03.2021

FDP-Außenexperte Lambsdorff warnt vor historischem Fehler in deutscher China-Politik

Alexander Graf Lambsdorff plädiert in seinem Buch ein selbstbewussteres Europa und warnt vor einem massiven Fehler in der China-Politik.
Foto: Kay Nietfeld, dpa

Alexander Graf Lambsdorff wirkt Kanzlerin Angela Merkel vor, die Neubelebung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses aus wirtschaftlichen Interessen zu gefährden.

Der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff hat Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeworfen, mit einer rein wirtschaftsorientierten China-Politik die historische Chance auf eine Neubelebung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses zu verspielen. „Wer Frau Merkel reden hört, merkt, dass es ihr darum geht, China auf keinen Fall zu verärgern und eine gleiche Entfernung zwischen Washington und Peking zu halten“, “ sagte Lambsdorff unserer Redaktion. Deutschland müsse jedoch aufgrund seiner Werte fest im westlichen Bündnis verankert sein.

Lambsdorff warnt: Konflikt zwischen USA und China wird kommen

Wir haben nach der Abwahl von Trump eine historische Chance – Joe Biden“, betonte Lambsdorff. Deutschland habe bereits bei der Wahl bei von Emmanuel Macron zum französischen Präsidenten die Möglichkeit verpasst, gemeinsam mit ihm neue Ideen für Europa zu entwickeln. „Ich habe die große Befürchtung, dass die Kanzlerin, dass die Bundesregierung dies gerade gegenüber Biden wieder tut.“

Lambsdorff warnte davor Chinas Politik aus wirtschaftlichen Interessen zu verharmlosen. „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass China eine Vision hat, die auf Dominanz und Unterordnung hinausläuft“, betonte er. „Das kollidiert mit unserem Verständnis von einer freiheitlichen, auf dem Völkerrecht basierenden multilateralen Weltordnung“, sagte Lambsdorff. „Wir dürfen auch nicht vergessen, dass China nach wie vor eine kommunistisch-maoistische Diktatur ist, in der schwerste Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung sind.“

Deutschlands Wirtschaft brauche eine Asien-Strategie über China hinaus

Der Konflikt zwischen China und den USA sei unausweichlich und werde auch wirtschaftlich Folgen für Deutschland haben, warnte Lambsdorff. „Wir müssen unserer Wirtschaft sagen: Ihr braucht eine Asien-Strategie, die über China hinausblickt“, betonte er. Dies sei keine Aufforderung zum Rückzug aus China, „aber Asien ist viel größer, mit vielen interessanten Märkten“, sagte der FDP-Politiker. „Das Risiko im Falle eines verschärften Konflikts zwischen den USA und China – und dieser Konflikt wird kommen – würde sich für unsere Volkswirtschaft vermindern, wenn wir nicht alles auf ein Pferd setzen“, betonte er.

Lesen Sie dazu auch das Interview mit Alexander Graf Lambsdorff: "Chinas Vision ist Dominanz"

Das könnte Sie auch interessieren:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren