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Flüchtlingskrise

31.08.2020

Juncker lobt Merkel: "Einzig richtige" Entscheidung in Flüchtlingspolitik

Der ehemalige EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker lobt Kanzlerin Angela Merkel rückblickend für ihr Handeln während der Flüchtlingskrise.
Bild: Jean-Francois Badias, dpa (Archiv)

Exklusiv Der Ex-EU-Kommissionspräsident gesteht im Interview zudem, wie sehr ihn das Bild des toten Alan Kurdi vor fünf Jahren persönlich und politisch bewegt hat.

Fünf Jahre nach dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise sieht der ehemalige Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, die damalige Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel als historischen Verdienst. „Ich habe damals oft gesagt: Die Geschichte wird Frau Merkel recht geben. Und das hat sie auch“, sagte Juncker im Gespräch mit unserer Redaktion.

Merkel habe damals die einzig richtige Entscheidung getroffen, sagte Juncker. „Später wurde oft behauptet, die Bundeskanzlerin habe die Grenzen geöffnet. Das war gar nicht nötig, denn sie waren ja offen. Sie hat die Grenzen nur nicht geschlossen, was ich auch im Rückblick als die einzig richtige Entscheidung bezeichnen kann.“

Jean-Claude Juncker über Alan Kurdi: "Ich habe das Bild immer noch vor Augen"

Merkels Satz „Wir schaffen das“ sei oft falsch verstanden worden, betonte Juncker. „Sie hat ja nicht gesagt, dass wir jetzt das ganze Leid der Welt in Europa oder und Deutschland aufnehmen und heilen können. Es ging immer um Hilfe für diese Menschen.“ Deutschland habe auf den Ansturm adäquat und solidarisch reagiert. „In der Geschichte wird bleiben, dass Frau Merkel sich mit vielen anderen zusammen bemüht hat, Hilfe zu geben, die der Not der Menschen entsprochen hat“, sagte Juncker. „Ich fand das damals sehr mutig und couragiert.“

Der frühere EU-Kommissionschef bekannte zugleich, wie sehr ihn vor fünf Jahren das Bild des bei der Flucht ertrunkenen kleinen Alan Kurdi getroffen und bewegt habe. „Ich habe das Bild immer noch vor Augen“, sagte Juncker. „Ich brauche eigentlich kein Bild der Not, um mich für europäische Lösungen einzusetzen. Aber es ist richtig: Das Bild des kleinen ertrunkenen Jungen an der Küste hat mich im Herzen getroffen“, gestand der Politiker. „Es war eigentlich nicht auszuhalten. Wir wussten, dass solche Tragödien passieren. Das Foto konfrontierte uns damit, dass wir hier nicht nur vor einem politischen Problem standen, sondern vor einer zutiefst menschlichen Katastrophe. Ich dachte eigentlich, dass man für diese Erkenntnisse solche schlimmen Bilder nicht brauchte. Aber es war nicht so. Wir mussten es sehen und den Schmerz spüren.“

Hier können Sie das Interview in Gänze nachlesen: Jean-Claude Juncker: "Die Geschichte hat Frau Merkel recht gegeben"

Alle Artikel unserer Themenwoche "5 Jahre Flüchtlingskrise - Wir schaffen das" finden Sie hier.

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Die Diskussion ist geschlossen.

31.08.2020

Für mich liest sich das wie der Versuch einer Wahlkampfunterstützung für die CDU. Ich habe meine Zweifel ob viele dem folgen werden.

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