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Was der Vormarsch der Taliban für Berlin bedeutet

Kommentar Von Simon Kaminski
08.08.2021

Der Vormarsch der Taliban-Rebellen geht rasant voran. Die Bundesregierung muss schnell und entschlossen auf ihre drohende Rückkehr an die Macht reagieren.

Die Warnungen vor den Folgen eines überstürzten Abzugs der internationalen Truppen in Afghanistan scheinen Realität zu werden: Die Taliban nehmen nun auch strategisch wichtige Provinzstädte ein. Jetzt fiel die belagerte Stadt Kundus, der frühere Standort der Bundeswehr, an die islamistischen Rebellen. Der Eindruck drängt sich auf, dass die geschlagenen Regierungstruppen nicht daran glaubten, die Taliban stoppen zu können. Ein Umstand, der erwarten lässt, dass die Rebellen in absehbarer Zeit die Macht im Land übernehmen.

Einst kontrollierte die Bundeswehr die Kundus und die Zufahrtsstraßen in die Provinzhauptstadt. Unterstützt wurden die deutschen Einsatzkräfte von einheimischen Ortskräften. Sie gilt es jetzt vor der Rache der Taliban zu schützen.
Foto: Maurizio Gambarini, dpa

Genau dies scheint auch die Bundesregierung zu befürchten. Jetzt wurde bekannt, dass deutsche Diplomaten mit den Taliban in Katar über das Schicksal der einheimischen Helfer der Bundeswehr - Ortskräfte genannt - verhandelt haben. Das ist legitim, allerdings wäre es naiv und fahrlässig, den Islamisten zu vertrauen. Offenkundig sind die Taliban keineswegs homogen, sondern in eher moderate und islamistisch-fanatische Gruppen gespalten. Berlin muss jetzt umgehend für den Schutz der Ortskräfte und deren Familien vor der potenziell tödlichen Rache der Taliban sorgen. Es ist eine moralische Pflicht, die einstigen Mitarbeiter auf Wunsch in Deutschland aufzunehmen. Rechtzeitig.

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Die Diskussion ist geschlossen.

09.08.2021

"Berlin muss jetzt umgehend für den Schutz der Ortskräfte und deren Familien vor der potenziell tödlichen Rache der Taliban sorgen"

Absolut richtig. Anders als die USA, sollten wir die Leute nicht im Stich lassen. Es bleibt nur die Leute zu holen. Denn wir haben keine anderen Möglichkeiten,auch wenn manch Politiker in seinem populistischen Wahn meint, die Bundeswehr könne dort etwas reißen.

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09.08.2021

Irgendwie könnte es jetzt nach dem Fall des BW Stützpunktes Kundus zu spät sein...

Und "Berlin" wird kaum mehr was machen können, wenn die USA bereits wieder mit B52 und AC130 argumentieren, was man in weiten Teilen der deutschen Presselandschaft nicht erfährt.

https://nypost.com/2021/08/07/b-52s-lead-new-us-airpower-onslaught-to-stop-taliban-advances-in-afghanistan/

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