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Leitartikel
11.05.2017

Mehr Soldaten werden das Blatt in Afghanistan nicht wenden

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei einem Truppenbesuch am Hindukusch.
Foto: Thomas Peter, dpa/ Archiv

Wieder sind die Taliban in der Offensive – wieder will die Nato weitere Truppen entsenden. Doch der Westen versteht nicht wirklich, was am Hindukusch vor sich geht.

Wie ein Fossil, das aus tiefen Erdschichten ausgegraben wurde, ist dieser Tage in Afghanistan der „Schlächter von Kabul“ wieder aufgetaucht: der Milizenführer Hekmatjar. Ein Mann, der in seinem Leben so oft das Lager gewechselt hat wie andere Leute ihr Auto. Einer, der längst vergessen war, jetzt aber wieder mitmischen will – dieses Mal auf der Seite der Guten (wobei diese Sicht eine Frage des Standpunktes ist).

Alleine die Lebensgeschichte des 69-Jährigen, der einem Paschtunenstamm im Norden Afghanistans entstammt, zeigt, warum westliche Politiker (und Journalisten) das Land am Hindukusch niemals restlos verstehen werden. Hekmatjar war in den 80er Jahren ein Anführer der islamistischen Mudschaheddin, die gegen die sowjetische Besatzung kämpften. Dabei ließ er sich von den USA massiv mit Geld und Waffen unterstützen. Nach dem Abzug der Sowjets wurde der Warlord mit dem Posten des Premierministers belohnt. Doch als er das Amt verlor, ließ er Kabul jahrelang belagern und beschießen, tausende Menschen starben – aus dieser Zeit stammt sein Ruf als „Schlächter“. Als die Taliban 1996 an die Macht kamen, floh Hekmatjar ins Ausland. Nach den Anschlägen auf die USA am 11. September 2001 rief er zum Heiligen Krieg gegen seinen früheren Verbündeten auf. Jetzt hat er sich mit der (von Washington unterstützten) afghanischen Regierung ausgesöhnt. Vor einigen Tagen zog er, begleitet von bewaffneten Milizionären, in Kabul ein und appellierte in Gegenwart von Präsident Ghani an die Taliban, die Waffen niederzulegen.

Wer kämpft morgen überhaupt mit wem?

Lässt sich in diesem Land voraussagen, wer morgen mit wem gegen wen kämpft? Wie will der Westen Afghanistan in den Griff bekommen – und warum überhaupt?

Der übliche Reflex lautet: mehr Soldaten schicken. An dieser Stelle sind wir wieder einmal angekommen. Der Nato-Kampfeinsatz sollte nach den Anschlägen von 2001 das Taliban-Regime vertreiben, das den Terroristen Unterschlupf gewährt hatte. Seit mehr als zwei Jahren ist er offiziell beendet. Derzeit läuft in Afghanistan eine Ausbildungs- und Trainingsmission, zu der 13.500 westliche Soldaten im Land sind. Dennoch wird die Sicherheitslage immer schlechter. Die Taliban, die um diese Jahreszeit stets ihre Frühjahrsoffensive beginnen, sind auf dem Vormarsch. Auch die nördliche Stadt Kundus, in der die Bundeswehr lange stationiert war, droht ihnen ein weiteres Mal in die Hände zu fallen.

Amerikanische Militärs fordern jetzt bis zu 5000 zusätzliche Soldaten für Afghanistan. Präsident Trump, der sich eigentlich aus Kriegen in fernen Ländern heraushalten wollte, hat im Syrien-Konflikt diese Linie bereits einmal verlassen. Wird er jetzt den Wünschen seiner Militärs nachkommen? Eines ist sicher: Wenn Trump die Truppen-Aufstockung zu seinem Ziel macht, dann wird er dazu auch Beiträge anderer Nato-Länder einfordern. Der Gipfel des Bündnisses am 25. Mai in Brüssel dürfte interessant werden. Doch garantieren kann keiner, dass mehr Soldaten auch mehr Frieden für Afghanistan bedeuten.

Ein kleiner Einblick in die Kanzlermaschine: So komfortabel hat es Merkel auf ihren Reisen im Luftwaffen-Airbus.
7 Bilder
So reiste Kanzlerin Merkel zu US-Präsident Trump
Foto: Bergmann/dpa

Es ist daher gut, dass Bundeskanzlerin Merkel gestern Nato-Generalsekretär Stoltenberg bedeutet hat, dass er mit zusätzlichen Bundeswehrsoldaten nicht rechnen kann. Ob Berlin am Ende dem Druck von Trump standhalten kann, wird sich zeigen.

Das ethnisch gespaltene und geografisch zerklüftete Afghanistan lässt sich jedenfalls nicht mit herkömmlichen militärischen Mitteln unterwerfen. Eine Verhandlungslösung muss gesucht werden – auch in mühseligen Gesprächen mit moderaten Teilen der Taliban. Der Weg zum Frieden wird auf jeden Fall sehr kurvenreich sein.

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