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US-Wahl 2020
03.11.2020

Trump oder Biden? Amerika hat die Wahl

Wer gewinnt die US-Präsidentschaftswahl: Amtsinhaber Donald Trump oder Herausforderer Joe Biden?
Foto: Jim Bourg/Pool Reuters/AP, dpa

Donald Trump gibt sich siegessicher, doch in den Umfragen liegt sein Herausforderer Joe Biden vorne. Im ungünstigsten Fall droht dem Land eine lange Hängepartie.

Eine Niederlage hält er für undenkbar. Gut 17 Stunden lang ist Donald Trump am Sonntag kreuz und quer durchs Land gehetzt, vom eisig kalten Michigan zum schwülwarmen Florida. Fünf weitere Kundgebungen standen am Montag auf seinem Programm. Eine große republikanische Welle baue sich auf, behauptet der US-Präsident. "Schaut euch diese Massen an!", rief er seinen Anhängern zu: "Das sind die echten Umfragen."

Die Zahlen der Meinungsforscher sehen nämlich anders aus. Sie sagen für die Präsidentschaftswahlen an diesem Dienstag einen Sieg des demokratischen Herausforderers Joe Biden voraus. Doch das will Trump angeblich nicht akzeptieren: "Wir sind nicht so weit gegangen, um unser Land wieder dem Washingtoner Sumpf zu überlassen", kündigt er an.

Nach einem Bericht der Nachrichtenseite Axios will er sich am Wahlabend vorzeitig zum Sieger ausrufen – selbst wenn das Ergebnis noch völlig offen ist. Trump selbst nannte den Bericht "falsch". Er forderte aber erneut, dass ein Wahlergebnis noch in der Nacht zum Mittwoch vorliegen müsse. "Ich denke, dass es nicht fair ist, dass wir nach der Wahl eine lange Zeit warten müssen", betonte der 74-Jährige. "Sobald die Wahl vorbei ist, gehen wir mit unseren Anwälten rein."

US-Wahl 2020: Streit um Briefwahl

Eine längere Auszählung öffnet nach den Worten seiner Sprecherin Kayleigh McEnany die Tür für Wahlbetrug. Biden konterte, der Präsident werde "diese Wahl nicht stehlen". Wegen der Pandemie hat bereits eine Rekordzahl von Briefwählern ihre Stimme abgegeben. Umfragen zufolge sind das mehrheitlich Anhänger von Biden.

Jeder Bundesstaat hat dabei andere Vorschriften, in welcher Form eine Briefwahl zugelassen wird und bis wann die eingehenden Stimmen ausgezählt sein müssen. Teilweise haben die Behörden bis zu einer Woche Zeit, sofern der Umschlag den Poststempel des Wahltags trägt.

Im Durchschnitt aller nationalen Umfragen lag Biden zuletzt mit 6,9 Prozentpunkten vor Trump. Aussagekräftiger ist allerdings der Blick auf die Bundesstaaten. Nach einer Aufstellung des konservativen Wall Street Journal sind Biden hier 226 und Trump 125 Wahlleute sicher. Die Mehrheit liegt bei 270. Biden führt in allen Umfragen in Pennsylvania, Wisconsin und Michigan. Kann er sich diese drei Staaten (oder Michigan und Florida) sichern, hätte er die Wahl gewonnen.

Lady Gaga kämpft für Joe Biden

Biden nahm am Montag deshalb noch einmal Pennsylvania ins Visier, wo er unter anderem mit Popstar Lady Gaga auftreten wollte. Der ehemalige Vizepräsident konnte zudem auf weitere Schützenhilfe des früheren Präsidenten Barack Obama zählen. "Selbst wenn Trump in Pennsylvania am Dienstabend 20 oder 25 Punkte vorne liegt, kann Biden dort immer noch mit einem Vorsprung von fünf bis sieben Punkten gewinnen", mahnte der Meinungsforscher Patrick Murray von der Monmouth Universität.

Genau das erwartet der Demoskop auch als Ergebnis – unter einer Voraussetzung: "Falls alle diese Stimmzettel ausgezählt werden."

Mit Blick auf mögliche Unruhen wurden die Sicherheitsvorkehrungen in einigen Teilen des Landes deutlich verschärft. Berichten zufolge wird das Weiße Haus, in dem Trump die Wahlnacht mit hunderten von Gästen verbringen will, abgeriegelt. In der Innenstadt von Washington und mehreren anderen Großstädten wurden Schaufensterscheiben von Geschäften mit Holzplatten verbarrikadiert. Die berühmte Shoppingmeile "Rodeo Drive" in Beverly Hills soll ebenfalls für zwei Tage für Autos und Fußgänger gesperrt werden.

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Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

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Die Diskussion ist geschlossen.

03.11.2020

Wenn man US- Ami wäre, müsste man in Anbetracht der zur Verfügung stehenden Personen eigentlich Trump wählen und was die Sicherheit betrifft auch eine Waffe besitzen müssen, egal was die restlichen Medien so schreiben.

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03.11.2020

Herr lass diese Nacht rasch vorbeigehen und zwinge den deutschen Journalismus in die arbeitsreichen Themen der deutschen Innenpolitik...

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03.11.2020

Keiner der Kandidaten steht für eine Verbesserung oder positive Politik. Der eine ist ein Chaot, der nicht in das Weiße Haus gehört, der andere hat während seiner gesamten langen politischen Laufbahn nichts Positives erreicht. Ganz im Gegenteil hat er die Klientel immer bedient, die nun von dem Chaoten umgarnt wird. Wer die politische Vita des Herausforderers anschaut wird erkennen, dass sie überhaupt nichts Positives herausgekommen ist während seiner gesamten Amtszeiten. Zumindest nicht für die normale Bevölkerung.

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03.11.2020

Na dann schauen wir mal, wie diese "Wahl" ausgeht. Soll ja laut Gregor Peter Schmitz ein "Fest der Demokratie" sein. Das mögen dann all die glauben, deren US-Erfahrungen auf Rundreisen durch Nationalparks z.B, oder bei Studienaufenthalten in den Zirkeln der Ostküsteneliten geprägt wurden.
Der Welt wird eine durch und durch beschädigte Person vorgesetzt, ob nun dieser Scharlatan oder ein Sleepy Joe. Letzterer wird aussenpolitisch - auf dem Rücken der Europäer versteht sich - den Konflikt mit Russland verschärfen. Und der andere wird weiter irrlichternd durch die Innenpolitik mit der Spaltaxt sausen und aussenpolitisch verschiedene Feuer zünden.
Bei dieser Wahl zwischen Pest und Cholera bleibt meine Erwartung gering. Aus dem einstigen Leuchtturm der Freiheit ist eine einzigartige Bedrohung für den Globus geworden.
Und trotzalledem wäre es für die Welt beruhigender, wenn Biden deutlich die Nase vorne hätte.

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03.11.2020

Dem kann ich mich nur anschließen. Traurige Zustände in den USA.

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03.11.2020

Man kann nur hoffen dass Biden gewinnt, denn das ist das kleinere Übel, leider.

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