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Corona-Krise

02.05.2020

Vizepräsidentin des Kinderschutzbundes warnt vor mehr Gewalt gegen Kinder

Die meisten Kinder sind aktuell zu Hause.
Bild: Florian Schuh, dpa (Symbolbild)

Exklusiv Die meisten Kinder sind seit Wochen daheim. Die Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes warnt, dass Gewalttaten in dieser Zeit oft ungesehen bleiben.

Die Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes, Ekin Deligöz, fürchtet eine Zunahme von Gewalt gegen Kinder infolge der anhaltenden Schließung von Kitas und Teilen der Schulen in der Corona-Krise. "Wir laufen Gefahr, dass die Dunkelziffer von Gewalttaten gegenüber Kindern enorm ansteigt", sagte die Grünen-Politikerin unserer Redaktion. "Schulen und Kitas sind für den Kinderschutz systemkritisch. Seit ihrer Schließung sind die Meldungen zu Kindeswohlgefährdung drastisch um 60 Prozent gesunken", fügt sie hinzu. Denn oft seien es Lehrer oder Betreuer, die Hinweise auf Gewalt oder Missbrauch entdeckten.

Ekin Deligöz: Konzepte für die schrittweise Öffnung von Schulen und Kitas

Kinder seien von dieser Krise gleich mehrfach betroffen. Durch die Schließung von Schulen und Kitas fehlten ihnen soziale Kontakte, ihr Recht auf Spiel und Freizeit werde beschnitten. Es bestehe zudem die Gefahr, "dass insbesondere Kinder aus bildungsferneren und oft einkommensschwächeren Familien durch die Schulschließungen noch mehr hinten runterfallen." Die Grünen-Politikerin fordert: "Es braucht gute Konzepte für eine schrittweise Öffnung von Schulen und Kitas, die auch die Perspektiven der Kinder nicht zu kurz kommen lassen dürfen."

Auch die FDP kritisierte die anhaltende Schließung der Einrichtungen. Stephan Thomae, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion, sagte unserer Redaktion: "Mit dem Coronavirus werden wir noch für lange Zeit klarkommen müssen, es wird nicht in Kürze verschwunden sein. Deshalb brauchen wir Konzepte, wie gerade Kinder trotz Corona wieder ein Leben in größtmöglicher Normalität führen können." Die ständige Verlängerung der Einschränkungen lasse den Eindruck  entstehen, "dass  es in der Regierung an Vorstellungskraft fehlt, wie ein Leben mit Corona gerade für Kinder und Familien möglich sein soll." (AZ)

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