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Kiew: Ukrainische Regionen melden russischen Raketenbeschuss
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Krieg in der Ukraine
24.05.2022

Welchen Ausweg gibt es aus dem Krieg in der Ukraine?

Das Dorf Dmytriwka nahe Kiew: Autos fahren an zerstörten russischen Panzern vorbei.
Foto: Efrem Lukatsky, dpa

Vor drei Monaten sind russische Truppen in die Ukraine einmarschiert. Nach unzähligen Toten und wirtschaftlichen Krisen wird das Dringen auf ein Ende des Konflikts lauter.

Vor drei Monaten hat Russland die Ukraine überfallen. Der Krieg tobt mit unverminderter Brutalität. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Tagesverluste der eigenen Truppen an der Front in der Ostukraine auf 50 bis 100 Soldaten beziffert. Auch russische Soldaten fallen jeden Tag. Britische Geheimdienst-Experten schätzen die Verluste so hoch ein wie die der Roten Armee in den neun Jahren des Afghanistan-Kriegs – der ukrainische Generalstab bezifferte die Zahl der auf der Gegenseite gefallenen russischen Soldaten auf 29.200. Die Zahl der getöteten Zivilisten dürfte in die Zehntausende gehen.

CDU-Außenexperte Roderich Kiesewetter war am Sonntagabend in der ARD-Talksendung "Anne Will" zu Gast.
Foto: Wolfgang Borrs/NDR, dpa

Mehr als 6,5 Millionen Menschen sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR vor dem Krieg in der Ukraine ins Ausland geflüchtet. Doch ein Ende des Konfliktes scheint in weiter Ferne. Was für eine Art von „Frieden“ könnte das überhaupt sein? Und was bedeutet es konkret, wenn Politiker davon sprechen, dass die Ukraine „nicht verlieren“ und Russland „nicht gewinnen“ dürfe? Nicht nur in Deutschland werden diese Fragen immer lauter gestellt.

Kiesewetter befürchtet, dass der Krieg in der Ukraine noch lange andauern wird

Die Debatte um mögliche Kriegsziele sei wichtig, um langfristig die Unterstützung der Bevölkerung für die Politik zu erhalten, sagt der Außenpolitik-Experte der Union, Roderich Kiesewetter. „Wir müssen leider davon ausgehen, dass der Krieg noch lange andauern wird und sich zu einem Stellungs- und Abnutzungskrieg entwickelt“, warnt der CDU-Politiker, der als Oberst a.D. der Bundeswehr unter anderem im europäischen Nato-Hauptquartier tätig war. „Die Ukraine muss gewinnen, alles andere wäre fatal“, betont Kiesewetter jedoch. „Auch für die westlichen Partner, insbesondere die europäischen Staaten, bestünde sonst weiterhin eine dauerhafte Bedrohung durch Russland.“ Ein Sieg der Ukraine wäre aus seiner Sicht die uneingeschränkte Souveränität des Landes zumindest in den Grenzen vor dem russischen Angriff im Februar sowie eine klare EU-Perspektive und Sicherheitsgarantien bis zu einem Nato-Aufnahmeantrag.

Entscheidend sei dafür die weitere westliche Unterstützung durch Waffenlieferungen. Kiesewetter, der Anfang Mai zusammen mit Unionsfraktionschef Friedrich Merz nach Kiew gereist war, bekräftigte im Gespräch mit unserer Redaktion seine Kritik an der zögerlichen Haltung von SPD-Bundeskanzler Olaf Scholz, den Export alter Bundeswehrpanzer vom Typ Marder und Leopard 1 in die Ukraine zu genehmigen: „Ich befürchte, dass der Kanzler nicht will, dass die Ukraine diesen Krieg gewinnt“, sagte Kiesewetter. „Das wäre eine Erklärung für die Verzögerungen.“

Eine Eroberung der Ukraine durch Russland ist unwahrscheinlich

Ein klassischer militärischer „Sieg“ Russlands im Sinne einer Eroberung des Nachbarlandes scheint dennoch kaum noch denkbar. Doch Putins Armee forciert derzeit ihre Angriffe auf die ostukrainischen Großstädte Sjewjerodenezk und Lyssytschansk, die vor dem Krieg jeweils rund 100.000 Einwohner zählten. Der Ballungsraum um die beiden Städte ist der einzige Flecken in der Region Luhansk im Osten der Ukraine, den die kiewtreuen Truppen noch halten.

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Die Nato beobachtet den Verlauf der Kämpfe genau. Für Lehren sei es zu früh, betont der deutsche Heeresinspekteur, Generalleutnant Alfons Mais. „Ich befürchte, dass wir kein schnelles, klares Ende dieses Konfliktes vor uns haben, sondern dass es in ein zähes Ringen, vielleicht in einen „frozen conflict“ mündet“, sagt er. „Vertrauen zu zerstören dauert einen Tag, es wieder aufzubauen dauert Jahre."

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25.05.2022

Es gibt nur einen Weg.

1. Beide Seiten müssen sich verpflichten sofort Minsk 2 umzusetzen.

2. Russland muss klar gemacht werden, dass hierzu massiv Waffen und Geld an die Ukraine gehen werden, falls Russland nicht einlenkt.
Ein sofortiger Waffen Stillstand ist ebenso Bedingung.

3. Der Ukraine muss klar gemacht werden, daß Minsk 2 umgesetzt werden muss, sonst gibt es keine Unterstützung mehr. Waffenstillstand zudem sofort.

Alles andere ist illusorisch.

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24.05.2022

Welchen Ausweg gibt es aus dem Ukraine-Krieg?
Keine Waffenlieferungen entsprechend: BRD 26.06.2019 Rüstungsexportkontrolle - Politische Grundsätze der Bundesregierung für den Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern
III Drittländer - 2. Der Export von nach KrWaffKontrG und AWG genehmigungspflichtigen Kriegswaffen wird nicht genehmigt, ...

Im 21. Jahrhundert muss eine Verteidigung nationaler Interessen ohne Waffengewalt möglich sein.
"Europa hatte 2 mal Krieg, der dritte wird der letzte sein ..." # Gott bewahre uns davor

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24.05.2022

Im 21. Jahrhundert muss eine Verteidigung nationaler Interessen ohne Waffengewalt möglich sein.
Ein schöner Wunsch. Erklären Sie nur warum dann Putin den Einmarsch in die Ukraine befehligt hat? Wie und mit was soll die ukrainische Bevölkerung sich verteidigen? Indem sie sich hinterrücks ermorden lassen? Vergewaltigen? Ihre demokratisch gewählte Regierung den Russen preisgeben und dafür eine Kasperlregierung von Putins Gnaden akzeptieren.
Ihr Wunsch funktioniert nur wenn es keinen Aggressor wie Putin gibt.

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24.05.2022

Als ob es auf deutsche Gesetze noch ankommt. Die interessieren keine der Konfliktparteien mehr. Die Russen wissen, dass der deutsche Kanzler vor Angst mit den Knien schlottert und die Ukrainer wissen, dass sie von Deutschland nichts zu erwarten haben. Dass geht vollständig uns vorbei. Bis irgendwann ein Zahlmeister gesucht wird.

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24.05.2022

Die Ukaine muss kapitulieren, sobald die Infrastuktur im Westen des Landes kollabiert. Russland muss kapitulieren, sobald die noch relativ gute Stimmung im eigenen Land kippt, weil die Russen begreifen, dass sie verheizt werden, sowohl wirtschaftlich als auch durch die jungen Männer, die als Kanonenfutter an die Front geschickt werden.
Gewinnen kann man so einen Krieg wahrscheinlich nur mit Raketen, die beim Feind maximalen Schaden anrichten ohne eigene Soldaten zu riskieren und mit Propaganda, die das Vertrauen der Bevölkerung in die eigene Regierung untergräbt. Der mediale Krieg auf beiden Seiten ist nicht zu unterschätzen.
Das Zünglein an der Waage ist Belarus. Insgeheim überlegt Lukaschanka sich vielleicht schon, wie er das lästige Bündnis mit Russland bricht und sich vom Westen einen roten Tepppich ausrollen lässt. Auch ein Diktator ist ungern mit Verlierern loyal. Die Bevölkerung Weissrusslands ist mehrheitlich ohnehin nicht kremltreu.

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24.05.2022

Hr Kiesewetters Meinung in Ehren, aber wie es derzeit aussieht, wird es zu einer Patt Situation im Osten der Ukraine kommen. In der Folge werden beide Seiten freiwillig oder gezwungenermassen einem Waffenstillstand vereinbaren müssen ähnlich Minsk 2, nur dass die UA im Vergleich zu 2014 die Kontrolle über noch mehr Gebiete verloren hat. Und Informationen nach denen RU nicht mehr in der Lage verlorenes Material zu ersetzen sind mit Vorsicht zu geniessen. Und die NATO wird sich hüten direkt in den Konflikt einzugreifen. Nicht alle westl Staaten sind bereit für einen totalen Sieg der Ukraine über Jahre wirtschaftliche Opfer auf sich zu nehmen. Es ist auch nicht geistiges Allgemeingut, dass in der Ukraine westl Werte verteidigt werden.

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24.05.2022

Natürlich ist es Ihr Wunsch, dass die russischen Truppen im Donbas eine Pattsituation erreichen. Ich denke aber, dass Sie sich das abschminken können, Jochen H. Auch ohne Deutschland und Frankreich erhält die Ukraine alle Waffen, die sie für ein massives Zurückdrängen Putins benötigt. Wenn es sein muss bis nach Russland hinein. Das ist der einzige Ausweg aus diesem Krieg, denn er wird auch zum Sturz des russischen Regimes führen.

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24.05.2022

Antwort an Michael W: Und ihr Wunsch ist der vollständige Sieg der Ukraine. Sie verkennen da nur etwas die Lage. Viele der im Zulauf befindlichen westl schweren Waffen schaffen es gar nicht erst an die Front, sondern werden bereits auf dem Weg von der UA Westgrenze zur Front vernichtet. Und westl Waffen wie die US Artilleriegeschütze werden nicht optimal eingesetzt, da die erforderliche Praxis der Bediener fehlt. Und moderne westl Kampfpanzer, Flugzeuge wie Jabos und weitreichende Flugkörpersysteme werden nicht geliefert. Im Regelfall werden Waffen der vorletzten Generation geliefert. Und es ist einfach naiv zu glauben, man könne das RU Regierungssystem über diesen Krieg stürzen. Selbst Biden hat da mittlerweilen zurück gerudert.

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24.05.2022

Ach Herr Jochen H.

Sie glauben wirklich, was Putin Ihnen erzählt.
Es hat bislang ca. 2400 Raketenangriffe aus Russland gegeben. Das meiste davon auf Ziele wie Großstädte, da die von Rostec gelieferten „intelligenten“ Raketensystem etwas weniger zielgenau sind, als gedacht. Im WK haben die Alliierten 2 Millionen Tonnen Bomben über Deutschland abgeworfen, ohne die Logistik entscheidend zu schwächen. (Die 41 Divisionen der Ardennenoffensive im Dezember 44 wurden u.a. Von der Ostfront abgezogen. Und das bei absoluter Allierter Luftüberlegenheit)
Die US-Armee ist, im Gegensatz zur Russischen, für hervorragende Logistik bekannt.
Ausgebildet wird nicht in der Ukraine.
Woher nehmen Sie eigentlich Ihren Optimismus, was einen russischen militärischen Sieg angeht? Hören Sie doch mal auf zu raunen und zu wünschen und werden konkret

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24.05.2022

So seltsame Aussagen: „Und was bedeutet es konkret, wenn Politiker davon sprechen, dass die Ukraine „nicht verlieren“ und Russland „nicht gewinnen“ dürfe?“
Stammen nicht von „Politikern“ sondern das entfleucht unserem Bundeskanzler. Dahinter versteckt sich die SU/Putin-affine Politik der SPD der letzten 40 Jahre. Wenn Russland „nur“ 20% der Ukraine besetzt, haben die ja „nicht gewonnen“, weil die nicht die ganze Ukraine besetzt haben. Dann ist für Scholz und seine Genossen alles in bester Ordnung.
Da überfällt ein Land, dass im UN-Sicherheitsrat sitzt, ein Nachbarland mitten in Europa mit dem Ziel der Annexion und die Bundesregierung spielt bei dessen Abwehr falsch und auf Zeit. Das hinterlässt den Eindruck, dass sie sich mit dem Aggressor gemein machen. Uns betrifft das ja nicht, wenn unsere NATO-Bündnis-Partner in Polen, der Slowakei oder Rumänien klare Befürchtungen äußern, als Nächste auf Putins Liste stehen.

Die Ukrainer selbst zeigen, dass sie im Ergebnis dieses Krieg als Nation gefestigt sind. Die Ukraine wird keinem Frieden unter Hergabe von Land zustimmen. Das ist offensichtlich ausgeschlossen.
Ein etwaiger Waffenstillstand würde den Konflikt also nur einfrieren - so lange bis sich die Ukrainer stark genug für die Offensive fühlen. Dann werden die Verluste auf beiden Seiten aber größer, als würde man dieses Gefecht jetzt kämpfen.

Abgesehen von der Politik dieser deutschen Bundesregierung, die auf den Ausgang des Konflikts keinerlei Einfluss mehr hat, lässt die Bedrohung unserer Nachbarn und der Wiederstandswillen der Ukrainer nur eine Lösung zu - Die russische Armee wird militärisch hinter die Grenzen Russlands zurück geschlagen. Kann das gehen? Mit viel Hilfe von Außen - ja.
Der einzige russische Panzerhersteller, Uralwagonsawod, der noch im letzten Jahr ca. 200-400 Fahrzeuge ausliefern konnte, hat nach vorliegenden Erkenntnissen, die Produktion einstellen müssen.
Der russische Rüstungskonzern Rostec, in dem die Waffenhersteller Russlands gebündelt sind, ist nicht in der Lage, ausreichend „intelligente“ Munition für die Front bereit zu stellen. Gleichzeitig führt der Russische Generalstab eine unglaubliche Material-Schlacht. Die Wahrscheinlichkeit, dass es der russischen Armee an Soldaten mangeln wird, ist sicher bei Null, aber ihre materiellen Verluste können Putins Generale nicht ausgleichen. Je schneller also die russische Rüstung „verbraucht“ wird, um so eher endet der Krieg.
Im Donbass steht die ukrainische Armee kurz vor der Einkesselung. Dort wird sich wohl das Kampfgeschehen entscheiden. Schaffen die Russen das, werden sie auf Waffenstillstand drängen, schaffen sie es nicht, werden ihnen für künftige Offensiv- Operationen die Mittel fehlen.
Damit sind die Handlungsoptionen des Westens und auch der Weg zum Frieden (NICHT Waffenstillstand) klar

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