Newsticker

Bund und Länder beschränken Feiern in öffentlichen Räumen auf 50 Teilnehmer
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Als Kaplan gelernt, auch über sich selbst zu lachen

13.07.2010

Als Kaplan gelernt, auch über sich selbst zu lachen

Als Kaplan gelernt, auch über sich selbst zu lachen
2 Bilder
Als Kaplan gelernt, auch über sich selbst zu lachen

Königsbrunn Für den Schlagerfan Thomas Wagner zitierte Pfarrer Bernd Weidner am Sonntag aus einem alten Schlager. "Abschied nehmen ist ein bisschen wie sterben" heißt es dort - und Weidner freute sich, dass so viele dem scheidenden Kaplan das "letzte Geleit" gaben, meinte er schmunzelnd mit Blick auf die volle Kirche Zur Göttlichen Vorsehung (ZGV). Die Gläubigen lachten - nicht zum ersten Mal in diesem Gottesdienst.

Ab September wirkt Wagner im Raum Geltendorf

Denn es war ein fröhlicher Abschied. Thomas Wagner hat seine Ausbildung in der Pfarreiengemeinschaft Königsbrunn beendet und wird nun ab September leitender Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Geltendorf. Im Festgottesdienst zum Pfarrfest in der ZGV wurde er am Sonntag offiziell verabschiedet.

Vor zwei Jahren habe er gesagt: "Kapläne sind Rohdiamanten, die man schleifen muss", erinnerte Weidner schelmisch und fuhr fort: "Auch wenn's ihm nicht gefallen hat: Wir haben ihn zwar nicht glatt geschliffen, aber schon ein paar Seiten ein bisschen mehr zum Glänzen gebracht." Wer bei ihm Kaplan sei, der müsse schon einiges aushalten, scherzte Weidner und lobte seinen scheidenden Kaplan: Er war fleißig, belastbar, habe immer gefragt, was er helfen soll. Und er habe gelernt, über sich selbst zu lachen.

Als Kaplan gelernt, auch über sich selbst zu lachen

Weidner dankte Thomas Wagner, der vor - und teilweise noch während - seiner Ausbildung zum Priester als Krankenpfleger arbeitete, auch für die "generelle Bereitschaft, diesen Dienst als Priester zu tun". Es sei schließlich keine Selbstverständlichkeit, dass sich jemand dazu rufen lasse: "Danke, dass Du mit uns diesen Weg in Freude und Trauer, in Glück und in Leid gegangen bist", sagte Weidner. Die Gemeinde spendete einen kräftigen und herzlichen Applaus.

Im Anschluss an den Gottesdienst bedankten sich einige Gruppen noch ganz persönlich. Das Team aus dem Pfarrbüro sang Schlager. Die Pfarrjugend, die er zwei Jahre lang betreute, hatte ein Lied gedichtet, mit dem sie auf die vielen gemeinsamen Aktionen wie Ferienlager, Jugendfahrten und Ministrantenarbeit zurückblickte. Thomas Wagner war gerührt: "Es war ein großes Geschenk, in Königsbrunn Glauben und Leben zu teilen". Er habe viel gelernt und viele Freunde gefunden. Manches müsse er weiter üben, sagte der 39-Jährige.

Mit Brauerei und einem echten Prinzen

Das weiß auch sein Chef, Pfarrer Weidner: Er neckte den Kaplan mit seinem Drang, immer alles nochmals zusammenzufassen, zu "vergewissern", wie er sagt. In die "kirchenmusikalische Landschaft" habe er "seine Kreativität eingebracht". So formulierte Weidner elegant, dass Thomas Wagner nicht der beste Sänger ist. Aber der scheidende Kaplan kann seinen ehemaligen Chef jetzt neidisch machen: Zu seiner neuen Pfarreiengemeinschaft gehört auch Kaltenberg - mit Brauerei und einem echten Prinzen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren