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Logistikzentrum

25.03.2011

Amazon gräbt das Lechfeld um

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Die Ansiedelung von Amazon in Graben sei für ganz Bayern eine „herausragende Nachricht“, sagte Wirtschaftsminister Martin Zeil.

Der Online-Versandhandel baut in Graben auf einer Fläche so groß wie 16 Fußballfelder und schafft 1000 Arbeitsplätze

Graben Grabens Bürgermeister Andreas Scharf war einer der ganz wenigen, die Bescheid wussten. Trotzdem konnte er es gestern immer noch nicht so recht fassen, was seiner Gemeinde geglückt ist. Der Online-Versandhandel Amazon wird sich auf Grabener Flur mit einem seiner größten Logistikzentren ansiedeln und so in den nächsten drei Jahren 1000 langfristige Arbeitsplätze schaffen. Dies gab das Unternehmen gestern im Gräbinger Bürgerhaus bekannt.

In Spitzenzeiten, etwa zu Weihnachten, sollen weitere 2000 saisonale Arbeitsplätze hinzukommen. Die Mitarbeiter können auch per Bahn kommen. Ein neuer Haltepunkt ist geplant. Noch lassen nahe der B17 nur ein paar Markierungen auf dem Feld und ein Straßenschild mit der Aufschrift „Amazonstraße“ erahnen, wo genau und wie groß das Logistikzentrum einmal sein wird.

Doch bereits ab Herbst sollen von dem 110000 Quadratmeter großen Logistikzentrum Pakete in die ganze Welt verteilt werden. Zahlen und Dimensionen, die Scharfs Augen strahlen lassen. „Das ist wirklich der Wahnsinn. Dieser Tag ist für die gesamte Region sehr bedeutend.“

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Dabei habe alles so „unspektakulär“ begonnen. Im August vergangenen Jahres hatte die Gemeinde eine E-Mail mit einer Standortanfrage erhalten. Scharf verschickte das übliche Bewerbungspaket und wartete ab.

Amazon lobt Infrastruktur

Im November erfuhr er vom Landratsamt, dass Graben neben Augsburg in der Endauswahl ist. Was folgte, waren intensive Wochen der Verhandlungen – teilweise sogar an den Wochenenden. Überzeugt hat Amazon in Graben letztlich vor allem die gute Infrastruktur. „Der Standort Graben ist für unser Logistikzentrum ein idealer Standort“, sagte Armin Cossmann, der Regional Director von Amazon Deutschland.

Dass Graben den Zuschlag bekam, sei dem „hervorragenden Zusammenspiel“ von Gemeinde, Landkreis, örtlicher Arbeitsagentur und allen übrigen beteiligten Behörden zu verdanken, sagte Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP). Auch Scharf lobte ausdrücklich die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt. Landrat Martin Sailer hatte gute Gründe sich so für das Lechfeld einzusetzen: „Gerade in Zeiten, in welchen die Bundeswehr reformiert wird und die Zukunft unseres Bundeswehrstandorts Lagerlechfeld nicht geklärt ist, stärken wir damit den südlichen Landkreis und investieren in die Zukunft unserer Region.“ Er ist überzeugt, dass die Ansiedlung auch den umliegenden Nachbargemeinden einen „unglaublichen Impuls“ gibt.

Ähnlich sehen das andere Bürgermeister vom Lechfeld, die gestern zu Pressekonferenz und Spatenstich kamen. Von Neid keine Spur. „Das ist eine ganz tolle Sache für uns alle“, sagte etwa Klosterlechfelds Bürgermeister Peter Schweiger, „bei so etwas muss man doch zusammenhalten.“

Mehr über das neue Logistikzentrum "Wirtschaft Seite 29

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