Newsticker

Corona-Pandemie verschlechtert weltweite Ernährungslage
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Anwohner sammelt 1000 Unterschriften gegen Tempo-30-Zonen

Schwabmünchen

06.06.2020

Anwohner sammelt 1000 Unterschriften gegen Tempo-30-Zonen

Ein Bürger wehrt sich in Schwabmünchen gegen umfassende Tempolimits. Der Aneohner sammelt Unterschriften.
Bild: Martina Diemand (Symbol)

Plus Das Nahmobilitätskonzept sieht umfassende Tempolimits in Schwabmünchen vor. Ein Anwohner wehrt sich gegen die Pläne und hat zahlreiche Unterstützer gefunden.

Noch bevor Verkehrsplaner Ralf Kaulen in der Stadtratssitzung Ende April sein Nahmobilitätskonzept vorstellte, machten Gerüchte die Runde: Demnach sollten nahezu alle Straßen in Schwabmünchen mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung belegt werden. Tempo 30 im gesamten Stadtgebiet? Das ging dem Schwabmünchner Siegfried Schubert zu weit. Er startete eine Unterschriftenaktion gegen die Pläne. Das Ergebnis präsentierte er nun Bürgermeister Lorenz Müller.

Bürgermeister Lorenz Müller links nimmt die gesammelten Unterschriften zur Tempobegrenzung auf großen Straßen von Siegfried Schubert entgegen.
Bild: Uwe Bolten

„Knapp 1000 Bürger haben sich beteiligt. Das zeigt das große Interesse an dem Thema“, sagte Schubert und reichte dem Stadtoberhaupt den Packen Papier. Die Corona-Krise habe ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht, da einige Geschäfte, in denen die Unterschriftenlisten auslagen, seit Beginn der Aktion Anfang März schließen mussten. „Es wären sicherlich noch mehr Unterschriften geworden“, war Schubert überzeugt.

Unterzeichner sind nicht generell gegen 30er-Zonen in Schwabmünchen

„Meine Bitte an Sie im Namen der unterzeichneten Bürger ist, dieses Meinungsbild bei den Überlegungen sowie bei der Entscheidungsfindung im Stadtrat einfließen zu lassen“, sagte Schubert mit Nachdruck zu den geplanten Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den großen Straßen der Stadt.

Anwohner sammelt 1000 Unterschriften gegen Tempo-30-Zonen

Ebenso sollten die Autofahrer nicht durch die Hintertür der Schutzstreifen für Fahrradfahrer oder Fahrradstraßen gezwungen werden, fast überall langsamer fahren zu müssen, ergänzte er im Namen der Unterzeichner. „Ich bin nicht gegen 30-er Zonen. Aber nicht das ganze Straßennetz“, betonte Schubert.

Beeindruckt von der Menge der Unterschriften erklärte Müller, es gehe bei den Überlegungen zur Geschwindigkeitsbeschränkung primär um den Schutz der Fahrradfahrer. Und eins sei klar: Bei der Einrichtung von Fahrradstreifen fallen Parkplätze weg, um die Einhaltung der Sicherheitsabstände zu gewährleisten.

Konzept soll Straßen für Radfahrer in Schwabmünchen sicherer machen

Schwabmünchens Bürgermeister begrüßte die Absicht von Schubert, sich mit der Unterschriftenaktion nicht generell gegen 30-er Zonen in Wohngebieten zu stellen, sondern die Überlegungen auf die Durchgangsstraßen zu fokussieren. „Es gibt auch Straßen und Zeiten, beispielsweise die Lechfelder Straße am Morgen, wo durch parkende Autos kaum Geschwindigkeiten über 30 Kilometer pro Stunde gefahren werden können“, berichtete Müller aus seinen Beobachtungen.

Bürgermeister Müller: Autofahrer sollen nicht "verbannt" werden

Zum Abschluss des Gesprächs erläuterte der Bürgermeister den Hintergrund zur Auftragsvergabe für ein Nahmobilitätskonzept an den Verkehrsplaner Ralf Kaulen. „Der Auftrag beinhaltete zum einen die Überprüfung des Gemeindegebietes auf die Schaffung neuer 30-er Zonen sowie Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit der Fahrradfahrer. Prüfungen gegen die Motorisierung oder Verbannung der Autofahrer aus der Stadt waren nicht Gegenstand der Anweisung“, sagte Müller.

Er bekräftigte, dass die Schritte für jede Straße eigens betrachtet würden. Das Nahmobilitätskonzept wird derzeit vom Verkehrsplanungsbüro Büro Kaulen ausgewertet. Erst danach entscheidet der Stadtrat, ob und wo zusätzliche Tempo-30-Zonen im Stadtgebiet eingerichtet werden.

Lesen Sie auch:

Hören Sie sich dazu auch unseren Podcast an:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.


Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

07.06.2020

Da ist eine Debatte ins Rollen gekommen, die der Innenstadt nicht guttun wird. Ich sehe Tempo 30 in reinen Wohngebieten ein, vor Schulen, vor Kindergärten usw. Da geht es um den Schutz von Kindern, die das Verkehrsgeschen noch nicht komplett im Griff haben. Allerdings habe ich diesen Eindruck bei manchem Fahrradfahrer auch. Kreuzen und queren, wie es gerade passt, ohne Vorfahrtsregeln unterwegs sein – das würde ich mir als Autofahrer auch wünschen.
Aber zurück zur Innenstadt: wer kein Auto mehr in der Innenstadt haben will, soll es halt einfach sagen, statt mit 30er-Zonen-Mätzchen und Parkplatzschwund ein Hintertürchen zu suchen. Dann bleiben wir Autofahrer draußen, kaufen auf dem Land ein, wo man noch willkommen ist oder bestellt übers Internet und fertig. Blöd nur, wenn dann in der Innenstadt die Kunden fehlen. Dann gibts auch für die Fahrradfahrer, die sich so sehr bedrängt fühlen, nichts mehr zu holen. Vor allem der Lebensmittelhandel wird darunter leiden, denn wenn ich zwei Frühstückssemmeln in der Ferdinand-Wagner-Straße kaufen will, werde ich nicht am Bahnhof parken, oder?

Permalink
06.06.2020

Kein Wunder dass diese "Gerüchte", wie es jetzt in dem Bericht heißt, entstanden sind. Denn der Bericht vom 7. Mai "Wird Schwabmünchen bald zur Fahrradstadt?" desselben Verfassers suggerierte nämlich, das viele Straßen in der Stadt zu Fahr-
radstraßen ausgebaut werden sollen und dort dann Tempo 30 gilt. Diesen Eindruck will man jetzt seitens der Stadt
wohl wieder verwischen, nachdem hier doch recht viele Bürger und Bürgerinnen aufgeschreckt wurden. Es wird vorerst mal zurückgerudert. Aber anscheinend will man dafür durch die Schaffung von Fahrradstreifen in manchen Straßen quasi durch die Hinter-
türe die Autos aus der Innenstadt verbannen und Tempo 30 doch flächendeckender einführen. Das Thema wird uns noch lange
beschäftigen.

Permalink
06.06.2020

Kann mal jemand Herrn Schubert erklären, wie man diesen Mund-Nasen-Schutz trägt??

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren