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Bobingen

23.03.2019

Den Zimmermann zieht es ins Pfarrhaus

Andreas Hipper strebt den Beruf des Gemeindereferenten an und macht derzeit in der katholischen Gemeinde in Bobingen ein Praktikum.
Bild: Anja Fischer

Andreas Hipper macht in Bobingen ein Praktikum bei St. Felizitas. Ursprünglich wollte er nie einen kirchlichen Beruf, doch dann kam es ganz anders.

Ein neues Gesicht ist in der Bobinger Pfarrei St. Felizitas derzeit häufiger zu sehen. Der Grund: die Gemeinde hat einen neuen Praktikanten, Andreas Hipper aus Neu-Ulm. Der Student mit der Fachrichtung kirchliche Bildungsarbeit, Religionspädagogik absolviert das Praxissemester im zweiten Studienjahr in Bobingen.

Den Praxisort hat er sich nicht gezielt ausgesucht: „Mir war es eigentlich egal, wohin ich komme, wichtig war mir nur, dass ich hier viel lernen kann“, sagt er. Sein erster Eindruck aus dem Pfarrhaus: „Hier ist ganz schön was los“, meint Hipper. Er habe schon viele spannende Leute kennengelernt, die „spirituelle Tiefe haben, aber trotzdem mitten im Leben stehen.“ Er fühle sich wohl hier. „Ich lerne viel Neues und habe schon in den ersten Tagen viele Eindrücke bekommen“, sagt Hipper. „Im Pfarrhaus und im Pfarrbüro arbeitet eine tolle Truppe.“ Was den neuen Praktikanten besonders begeistert: „Schulen und Kindergärten sind hier ein fester Bestandteil der Pfarreiengemeinschaft. Das ist toll.“

Eine gute Freundin wies ihm den Weg

Andreas Hipper, der für die Zeit seines Praktikums auch in Bobingen wohnt, hat nach seinem Realschulabschluss erst eine Lehre als Zimmermann absolviert. „Ich wollte ursprünglich nie einen kirchlichen Beruf ergreifen“, erzählt er. Zwar sei er früher mit seinen Eltern am Sonntag in den Gottesdienst gegangen und habe auch ministriert, aber ab einem bestimmten Alter die Kirche und seinen Glauben auch sehr kritisch hinterfragt. „Nach der Ausbildung wollte ich weitermachen und habe die Berufsoberschule besucht und mein Fachabitur nachgemacht“, sagt Hipper. Dann habe er eine Auszeit nehmen wollen, um sich neu zu orientieren. Über eine gute Freundin kam er zum „Basical“, einem christlichen Orientierungsjahr in Augsburg. „Das war ein sehr gutes Jahr, das Beste in meinem Leben, was meine persönliche Entwicklung betrifft“, sagt Andreas Hipper.

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In dessen Folge entschloss er sich erst, das Vollabitur nachzuholen, um Berufsschullehrer zu werden. „Aber das hat dann überhaupt nicht geklappt und ich habe gemerkt, dass ich was anderes machen muss.“ So habe er sich schließlich die Berufe angesehen, die er vorher immer für sich ausgeschlossen hatte und wählte eine kirchliche Laufbahn. Sein jetziges Ziel: Gemeindereferent zu werden. Dazu studiert er nun in Eichstätt. „Ich wollte eigentlich Glaube und Beruf trennen“, berichtet Hipper. Beides zu verbinden, sei für ihn schon eine Herausforderung. „Man muss ja auch in Zeiten, in denen man selbst Zweifel hat, in diesem Bereich und für die Kirche arbeiten“, sagt er. Er stelle es sich schwierig vor, dabei authentisch zu bleiben. „Schwierig, aber machbar“, betont Andreas Hipper.

Sein Ziel: Mitten unter den Menschen sein

Gerade seine Authentizität ist ihm wichtig. „Dabei möchte ich mitten im Leben stehen und mich nicht irgendwann mal in meiner eigenen religiösen Welt wiederfinden, sondern eben mitten unter den Menschen sein.“ Genau wie Jesus, der ja auch mitten unter den Menschen gelebt habe. „Ich möchte, dass die Leute sehen, dass Glaube im Alltag, im nächsten Menschen stattfindet. Man hat oft so ein eingeengtes Bild vom Glauben, dabei ist Glaube wirklich nichts Altbackenes, sagt der neue Praktikant.

Wenn er nicht damit beschäftigt ist, in der Pfarrei mitzuhelfen, geht Hipper gerne wandern, auch in den Bergen. „Ich bewege mich gerne draußen“, erzählt er: „Da gehört auch Holzhacken dazu. Wenn ich viel am Schreibtisch war, brauche ich etwas, dass mich anstrengt und auspowert.“ Für seine Zeit in Bobingen hat er sich einiges vorgenommen. Zum Beispiel auch sein Fastenziel, in dieser Zeit das Fernsehen wegzulassen und stattdessen lieber etwas anderes zu machen.

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