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Mittelneufnach

03.08.2020

Der alte Pfarrhof von Mittelneufnach wird verkauft

Der alte Pfarrhof von Mittelneufnach ist ein stattliches Anwesen.
Bild: Karin Marz

Plus Nachdem mehr als 250 Jahre die jeweiligen Pfarrherren dort lebten, steht seit zehn Jahren das Gebäude in Mittelneufnach leer. Was nun geplant ist.

Mehr als 250 Jahre war es das Zuhause des jeweiligen Pfarrers in Mittelneufnach. Nun soll der direkt neben der Pfarrkirche St. Johannes gelegene Pfarrhof verkauft werden. Bis zu seinem Tod vor zehn Jahren lebte der damalige Pfarrer William Nyul in dem prächtigen Gebäude. Seither ist das Gebäude, in dem der Pfarrer mehr als 40 Jahre alleine gelebt hatte, unbewohnt.

Anwesen in Mittelneufnach soll für 310.000 Euro verkauft werden

Zuerst standen Überlegungen an, ob das Gebäude vermietet oder durch die Gemeinde genützt werden könne. Denn einen eigenen Pfarrer gibt es für die Pfarrei Mittelneufnach mittlerweile nicht mehr. Pater Joji, der als Leiter der Pfarreiengemeinschaft Stauden in Mickhausen wohnt, betreut die Pfarrei, erklärt Kirchenpfleger Winfried Egger und fügt hinzu: „Da die Umbaukosten zu kirchlichen oder gemeindlichen Zwecken sehr kostenintensiv wären, haben wir schließlich einem Verkauf des Pfarrhofes zugestimmt.“ Für 310.000 Euro soll das Anwesen verkauft werden.

Eigentümer ist der katholische Pfründestiftungsverbund St. Ulrich Augsburg. Abgewickelt wird der Verkauf von der bischöflichen Finanzkammer, die sich aber auch mit der örtlichen Kirchenverwaltung abstimmt, sagt Bernhard Kugelmann, der sich um die Verwaltung der Kirche kümmert.

Bei vielen Mittelneufnachern weckt der Pfarrhof mit dem eingewachsenen Garten Erinnerungen an frühere Zeiten. „Tauf- und Ehegespräche, Sitzungen von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung fanden damals im Pfarrhof statt. Und bis Ende der 70er Jahre war selbst die Pfarrbücherei hier untergebracht,“ erzählt Silvia Treutwein, Mitglied der Kirchenverwaltung, rückblickend.

Mittelneufnachs Pfarrhof wurde wohl Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet

Platz im Pfarrhof gibt es genügend. Circa 250 Quadratmeter stehen im Erd- und Dachgeschoss zur Verfügung und er ist teilweise unterkellert. Insgesamt verfügt das Anwesen über eine Gesamtfläche von gut 1500 Quadratmetern sowie einer Garage. Mitte des 18. Jahrhunderts, so die Schätzungen, wurde der Pfarrhof errichtet.

Kirchenpfleger Winfried Egger am Eingang des Pfarrhofes.
Bild: Karin Marz

Auch wenn der Pfarrhof renovierungsbedürftig ist, spürt man noch immer den Charme des alten Gebäudes. Alte Möbel, darunter guterhaltene, antike Schränke, Bücher, Vorhänge und Bilder zeugen von der Zeit, als die Räumlichkeiten noch bewohnt waren. „Ein Diözesankonservator von der bischöflichen Finanzkammer begutachtete bereits die vorhandene Einrichtung, die Unterlagen sowie die Messgewänder und gab uns Empfehlungen, was wir damit machen können“, berichtet Egger.

Die Raumanordnung ist ungewöhnlich. Die meisten Räume sind miteinander verbunden, sodass sich vor allem das Obergeschoss wie ein Rundgang von einem Zimmer zum nächsten gestaltet. Auffallend ist die helle Balustrade, die als Geländer an der Treppe dient.

So wie die meisten Pfarrhöfe gliederte sich auch in Mittelneufnach eine Landwirtschaft an den Pfarrhof an. Im Jahr 1863 betrug die stattliche Größe der zu bewirtschaftenden Flächen mehr als 74 Tagwerk. Wann genau die Landwirtschaft aufgegeben wurde, ist nicht bekannt. Laut Dorfchronik wurde das Ökonomiegebäude im Jahr 1877 abgerissen.

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