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05.07.2010

Ein Rat für die Pfarreiengemeinschaft

Auf dem Pfarrfest von St. Ulrich gingen gestern die Pfarrgemeinderäte (von links) Marietta Weber, Manfred Schmidbaur, Andrea Collisi, Wolfgang Niederzoll und Gerhard Stumpf auf Kandidatensuche. Foto: Manuela Antosch
Bild: Manuela Antosch

Königsbrunn Mutig. Konstruktiv. Konfliktfähig. Verwurzelt. Innovativ. Aufgeschlossen. Vernetzt. Ganz schön viel, was da verlangt wird, könnte derjenige denken, der zurzeit in der katholischen Pfarreiengemeinschaft (PG) ein Faltblatt in die Hand bekommt. Damit sucht der Wahlausschuss nach Kandidaten für den neuen Pfarreiengemeinschaftsrat (PGR) - ein Gremium, in dem Laien aus allen drei katholischen Pfarreien gemeinsam die Zukunft der PG gestalten sollen. Die drei separaten Pfarrgemeinderäte von St. Ulrich, Maria unterm Kreuz und Zur Göttlichen Vorsehung wird es nicht mehr geben.

Seit dies gegründet wurde, sind die drei Königsbrunner Pfarreien zusammengewachsen; viele Aktionen, Gruppen und Kreise finden auf der PG-Ebene statt. Doch es gebe "zu viele Gremien, zu viele Sitzungen, zu wenig Effektivität", stellt Pfarrer Bernd Weidner fest. Viele Ehrenamtliche teilen diese Einschätzung. Deshalb feilen die drei Pfarrgemeinderäte seit mehr als einem Jahr an dem Modell "Pfarreiengemeinschaftsrat", einem gemeinsamen Laiengremium.

Im Rest des Bistums Augsburg wurden die neuen Pfarrgemeinderäte im März gewählt. In Königsbrunn hat man die Wahl auf November verschoben, um mehr Zeit zu haben, die Neuerung vorzubereiten.

Wieder einmal sind die Königsbrunner damit Vorreiter im Bistum. Einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat gibt es zwar schon in anderen Pfarreiengemeinschaften, zum Beispiel in Gersthofen. Die Königsbrunner haben aber ihr Modell an die Gegebenheiten vor Ort angepasst. So können Katholiken nicht nur Vertreter ihrer Ursprungspfarrei wählen, sondern über alle PGR-Mitglieder abstimmen.

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Die Ehrenamtlichen haben dafür eine eigene Satzung mit Wahlordnung erarbeitet. Die hat die Vollversammlung der Pfarrgemeinderäte einstimmig beschlossen. "Das ist nicht mein Werk", betont Pfarrer Weidner, "sondern das von vielen engagierten Menschen in dieser PG." Die Genehmigung der Diözese steht noch aus. Ende Juli hat eine Königsbrunner Delegation einen Termin bei Pfarrer Karlheinz Knebel, dem Vertreter des Diözesanadministrators. "Der Pfarreiengemeinschaftsrat steht für Innovation und Zukunft", betont Weidner. Doch nicht alle teilen seine Begeisterung. Manche Gläubige äußern die Angst, dass die Bindung zur Ursprungspfarrei verloren geht, dass Verantwortlichkeiten für Pfarrei und die Einrichtungen verloren gehen, dass die Last der ehrenamtlichen Arbeit auf noch weniger Schultern verteilt wird. Denn statt der derzeit rund 40 Mitglieder in drei Pfarrgemeinderäten der Stadt werden es ab November nur noch 18 Ehrenamtliche in einem Gremium sein. Weidner betont, er nehme die Kritik ernst. Er unterstreicht jedoch, dass der größte Teil der ehrenamtlichen Arbeit in den Sachausschüssen stattfindet und dass diese noch gestärkt werden müssen. Die Sachausschüsse gibt es für Themen der einzelnen Pfarreien (zum Beispiel "Feste und Feiern" oder "Lektoren") genauso wie für die ganze Pfarreiengemeinschaft (zum Beispiel "Erstkommunion", "Ehe und Familie" oder "Verkündigung"). In diesen Gruppen kann jeder mitmachen, in keinem Gremium sitzen und sich auch nicht für eine bestimmte Zeit verpflichten.

Netzwerker gesucht

Im koordinierenden Pfarreiengemeinschaftsrat sitzen künftig sechs Vertreter aus jeder Pfarrei, dazu Pfarrer, Kaplan und die hauptamtlichen pastoralen Mitarbeitern. Die Gewählten sollen die Zukunft der PG gestalten, Mitdenker und Mitarbeiter gewinnen und die Aktivitäten der PG vernetzen - kurz: "Netzwerker, die Lust darauf haben, gemeinsam Wege in die Zukunft zu suchen", so Weidner. Und die vielen Anforderungen? Pfarrer Weidner ist überzeugt: "Jeder Mensch hat Gaben. Und zusammen werden sie ein großes Ganzes."

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