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Bobingen

10.06.2016

Erziehung der Eltern mit dem Geldbeutel

In der Wendeschleife vor der Singoldschule und der Realschule geht es morgens und mittags lebhaft zu. Sogenannte Mamataxis, Busse und Lehrerautos rangieren hier dann zur selben Zeit.
Bild: Pitt Schurian

Die Stadt Bobingen bietet den Festplatz als Haltepunkt für Mama- und Papataxis an. Sie baut dafür eine Treppe zur Fußgängerampel. Vor der Real- und der Singoldschule droht sie  Autofahrern nun aber mit Anzeigen.

Was an der Laurentius-Grundschule zu einer beherzten Aktion einzelner Eltern und des Rektors führte, wird nun auch an der Real- und der Singoldschule in Bobingen angegangen: die Gefährdung des sicheren Schulwegs durch zu viele „Elterntaxis“ und durch entsprechend hohes Verkehrsaufkommen direkt vor den Schulen.

Auslöser des Handelns am Willi-Ohlendorf-Weg westlich der Singoldhalle ist ein Antrag, mit dem die CSU-Fraktion des Stadtrates bereits im Vorjahr auf ein Sicherheitsproblem aufmerksam machte. CSU-Fraktionssprecher Hans-Peter Dangl hatte in einem Antrag festgestellt: „Zum Unterrichtsbeginn und -ende drängt sich neben den Bussen eine Vielzahl von Elternautos, insbesondere im südöstlichen Bereich der Wendeschleife, um den Kindern einen möglichst kurzen Weg zwischen Schule und Auto zu ermöglichen.“

Gegen uneinsichtige Eltern wollen nun Polizei und Stadtverwaltung gemeinsam vorgehen und die problematische Verkehrssituation an der Real- und Singoldgrundschule am Willi-Ohlendorf-Weg entschärfen. Denn nicht nur die Bushaltebucht werde von Eltern zum Aus- und Einsteigen der Kinder verwendet, vielmehr würden Eltern häufig in zweiter und zum Teil dritter Reihe auch die Fahrspur blockieren. Bemühungen seitens der Schulleitung um gegenseitige Rücksicht und die Bitte, die Kinder etwas entfernter aussteigen zu lassen, wurden meist nicht befolgt, sodass Anfang dieses Jahres der städtische Hauptausschuss nach Lösungen suchte. Eine Besprechung im Bobinger Rathaus folgte Mitte Mai mit Vertretern von Schulen, Landratsamt und Polizei, die über unterschiedliche Lösungen diskutierten.

Erziehung der Eltern mit dem Geldbeutel

„Es geht nur über den Geldbeutel“, sagte Bürgermeister Bernd Müller nun in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Jedermann könne Verkehrssünder anzeigen, die sich künftig nicht an die Regeln halten.

Hinzu kommen einige Änderungen, die die Aussperrung von Mama- und Papataxis unterstreichen: Die Einfahrt zur Kehrschleife wird in der Zeit zwischen 7 und 14 Uhr auf Busse und Berechtigte beschränkt; zum Beispiel bekommen die Lehrkräfte entsprechende Ausweise. Das Halteverbot in der Kurve wird durch eine Markierung auf der Fahrbahn ergänzt. Ab dem neuen Schuljahr im Herbst ist eventuell der Einsatz weiterer Schülerlotsen vorgesehen.

Als Alternative zum Schuleingang bietet die Stadt Eltern den Festplatz als Haltepunkt an: Dieser soll nun als sicherer Anfahrtsbereich für die Eltern dienen. Zwischen dem Platz und der Fußgängerampel wird dazu eigens eine direkte Verbindung geschaffen, was rund 8000 Euro kostet. Geplant ist der Neubau einer Treppe mit Metallgeländer. Bis diese fertig ist, müssen die Schüler die bestehende Treppe am Übergang zur Singoldhalle nutzen. Mit dieser Lösung erklärten sich die Fraktionssprecher im Hauptausschuss ohne lange Diskussion einverstanden. (stö)

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