1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Feuerwehr hilft an der Hochwasser-Front

Bobingen/Königsbrunn

07.06.2013

Feuerwehr hilft an der Hochwasser-Front

Hochwasser%202.jpg
4 Bilder
Sie kamen aus Bobingen zum Einsatz (von links): Konrad Hartmann, Stefan Dölle, Hans Heuberger, Konrad Jaufmann, Bernhard Kohl und Klaus Heller
Bild: privat

Freiwillige aus Bobingen und Königsbrunn füllen 10000 Sandsäcke. Auch die Wasserwacht ist im Katastrophengebiet

Neben Helfern des Technischen Hilfswerks (THW) und der Feuerwehr aus Schwabmünchen sowie des Kreisverbands des Roten Kreuzes (wir berichteten) stellten sich insgesamt 85 Feuerwehrmänner aus dem Landkreis Augsburg freiwillig zur Verfügung.

Der Hilferuf von der Donau hatte die Kreis-Feuerwehr bekanntlich am Dienstag erreicht, als im Landratsamt gerade eine Fortbildung im Katastrophenschutz für die heimischen Feuerwehren stattfand. Noch vom Schulungsort aus wurden mittels einer Telefonkette Freiwillige zusammengerufen, sodass schon am Nachmittag Abfahrt war mit dem Katastrophengebiet im Raum Deggendorf als Ziel.

Mit dabei waren Vertreter der Wehren in Bobingen, Mittelstetten und Königsbrunn. Stellvertretender Kommandant Bernhard Kohl aus Bobingen erzählt: „Alle hatten nur schnell gepackt und sich dann auf den Weg gemacht. Da wir nicht wussten, was uns erwartet, hatten wir vom Schlafsack bis zum Proviant alles dabei.“ Das wäre am Ende gar nicht nötig gewesen, denn die Helfer wurden vor Ort gut versorgt, wie sich herausstellte.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Die Fahrt führte in ein Kieswerk in den Ort Moos bei Deggendorf, wo eine Gruppe der Feuerwehren der Stadt Augsburg beim Füllen von Sandsäcken abgelöst wurde. „Sandsäcke wurden nur noch in der Größenordnung von 10000 Stück geordert, das kann man sich bei uns gar nicht vorstellen“, berichtet Bernhard Kohl. Eifrig halfen alle zusammen, um die ungeheuren benötigten Mengen heranzuschaffen.

Insgesamt wurden drei Sandsackfüllanlagen aufgebaut und daran wohl über 100000 Sandsäcke gefüllt. Im Halbstundentakt wurde gewechselt. „Allein unsere Gruppe, die wir zusammen mit den Kameraden aus Königsbrunn bildeten, hat wohl gut 10000 Sandsäcke gefüllt“, rechnet Bernhard Kohl zusammen. Das Material wurde dringend benötigt, um durchweichte Deiche an Donau und Isar zu festigen.

Insgesamt zwölf Stunden waren die Feuerwehrler im Dauereinsatz, bevor sie wieder abgelöst wurden und es zurück in die Heimat ging.

Immer noch aber sind die Helfer erschüttert von dem, was sie gesehen haben: „Wenn man erfährt, dass ganze Ortschaften „aufgegeben“ werden mussten, weil es keine Möglichkeit gab, die Wassermassen aufzuhalten, ist das unfassbar“, sagt Bernhard Kohl. „Da merkt man erst wieder, wie gut es einem selbst geht und wie gut wir hier bei uns leben können.“ Trotzdem sei es beeindruckend gewesen, wie solidarisch sich die Menschen im Krisengebiet gezeigt haben: „Da haben Pfarrer, Bürgermeister und Hausfrauen nebeneinander Sandsäcke gefüllt“, erzählt der stellvertretende Kommandant, der den Helfern und der Organisation vor Ort ein großes Lob ausspricht. Wer konnte, half mit.

Auch die Wehren aus dem Landkreis Augsburg hatten bereits für den nächsten Tag noch einmal nach Freiwillige eingeteilt, die dann aber nicht abgerufen wurden. Dafür waren Vertreter der Wasserwacht Bobingen im Hochwassergebiet.

„Derzeit ist uns keine offizielle Anfrage für weitere Hilfe durch die Feuerwehr bekannt“, so Kreisbrandrat Alfred Zinsmeister. „Dies kann sich natürlich schnell ändern und wir werden uns dann wieder an die Feuerwehren wenden.“ Die dann sicherlich wieder nach Kräften helfen werden.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren