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Königsbrunn

02.03.2019

Globus bekommt in Königsbrunn noch eine Chance

Das Hochtief-Gebäude an der Guldenstraße gibt keinen schönen Anblick mehr ab: Die Firma Globus möchte auf dem Areal einen großen Markt bauen.
Bild: Adrian Bauer

Der Stadtrat stimmt einer Anfrage für einen Markt mit 6250 Quadratmetern Verkaufsfläche zu. Wie man Schaden für die Entwicklung des Zentrums abwenden will.

Das Hochtief-Gelände an der Guldenstraße ist seit 2011 nicht schöner geworden. Das ehemalige Bürogebäude steht wie ein Mitbringsel aus einem Krisengebiet auf dem ansonsten kahlen Stück Land zwischen Lidl-Supermarkt im Osten und Dehner im Westen. Jetzt hat der Stadtrat eine Entscheidung getroffen, die diesen Zustand ändern soll und einer Bauvoranfrage der Firma Globus zugestimmt, die dort ein Warenhaus mit Lebensmittelmarkt und weiteren Gewerbeflächen errichten möchte. Ob sich am Istzustand des Geländes auf absehbare Zeit etwas ändert, ist aber kaum abzuschätzen.

2011 hatte die Stadt schon einmal einem Bauantrag der Firma zugestimmt. Auf 7900 Quadratmetern Verkaufsfläche plus weiteren 1500 Quadratmetern für Shops und Gastronomie wollte das Unternehmen damals bauen. Seitdem tragen Globus und die Eigentümer umliegender Geschäftsimmobilien einen Rechtsstreit aus. Die Fläche wurde über die Jahre reduziert. Im aktuellen Plan ist von 6250 Quadratmetern Verkaufsfläche die Rede. Damit soll auch der Vorgabe des Bebauungsplans von 1974 Genüge getan werden, der verlangt, dass die Nutzung der örtlichen Versorgung dienen soll. Laut eines vom Augsburger Verwaltungsgericht beauftragten Gutachtens wäre das ab 6500 Quadratmetern der Fall.

An den Positionen der Fraktionen hat sich nichts geändert

Nachdem der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden hatte, dass die Baugenehmigung abgelaufen sei, musste der Rat entscheiden, ob das Unternehmen einen weiteren Anlauf zu einer Realisierung des Projekts starten darf oder ob man mit einem neuen Bebauungsplan die Weichen neu stellt. Die Fraktionen nahmen dabei die Positionen ein, die schon 2011 existierten. CSU, Freie Wähler und auch die BbK unterstützten das Projekt. SPD, Grüne und FDP argumentierten und stimmten dagegen.

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Florian Kubsch (SPD) sagte, man habe eine zweite Chance, die Entscheidung zu korrigieren, die 2011 schon falsch gewesen sei. Man habe schon jetzt attraktive Konkurrenten für die Handelsbetriebe, die man ins Zentrum holen wolle. Die Globus-Ansiedlung sei wie ein Mühlstein um den Hals für die Pläne in der Neuen Mitte. Dazu komme ein Verkehrskonzept, das die Funktionsfähigkeit der B17-Auffahrt gefährde. Und das Grundstück sei bestens geeignet für Dinge, die die Stadt brauche: Vom Wohnraum bis zum Standort für ein Schwimmbad sei dort vieles machbar.

Gegensätzliche Meinungen über den Sinn des Globus-Marktes

Alexander Leupolz (CSU) erwiderte, eine moderne Einkaufsstadt bedeute, dass die Bürger ihre Bedürfnisse vor Ort befriedigen könnten. Fürs Zentrum sei noch genug Entwicklungspotenzial da. Dort setze man auf den Effekt zusätzlicher Wohnungen, Aufenthaltsqualität und das Erlebnis Marktleben. Jürgen Raab (Freie Wähler) sagte, es werden immer wieder Märkte an den Rändern der Städte entstehen. Der Globus sei im Vergleich zu ähnlichen Märkten nicht übermäßig groß. Zudem entspreche man mit der Ansiedlung dem Wunsch von Dehner nach einem attraktiven Umfeld und Globus bringe Arbeitsplätze und Gewerbesteuer.

Christian Toth (FDP) entgegnete, dass große Flächen auf der grünen Wiese keineswegs dem Trend entsprächen, sondern sich der Handel hin zu fußläufig erreichbaren Nahversorgern entwickle. Alwin Jung warnte, dass durch Klagen wieder Jahre ins Land gehen würden, bis etwas passiere. In dieser Zeit werde auch sonst niemand investieren, weil unklar sei, ob Globus als Großkonkurrent kommt.

Gilt die „Königsbrunner Liste“ auch für Globus?

Die Stadt möchte in der nächsten Stadtratssitzung zum Schutz des künftigen Zentrums eine „Königsbrunner Liste“ verabschieden. Darin werden Sortimente festgelegt, die in einem bestimmten Stadtbereich verkauft werden dürfen. „Nach unserer Auffassung müsste diese Beschränkung dann auch für einen Bauantrag der Firma Globus gelten“, sagte Bürgermeister Franz Feigl auf Nachfrage. Allerdings müsse dies abschließend rechtlich geprüft werden. Das Hauptproblem seien aus Sicht der Stadt die Fachmärkte, die Globus gern um sich schare. Dem könne man mit der Liste begegnen.

Auf die Frage, ob Globus die Fläche verkaufen würde, falls keine Baugenehmigung mehr erteilt würde, habe sich das Unternehmen stets so geäußert, dass man an mehr als zehn Jahre Projektentwicklung gewöhnt, und das Grundstück gut vermietet sei, sagte Feigl.

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