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Graben

10.01.2019

Graben: Der lange Weg zur Selbstständigkeit

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Der Empfang bot vielfältige Möglichkeiten des Autausch zwischen Funktionsträgern und Neubürgern
Bild: Uwe Bolten

Der Rückblick auf die 25-jährige Selbstständigkeit als Kommune unterstreicht die Weitsicht des ehemaligen Gräbinger Bürgermeisters Hans Winkler.

Gelächter durchdrang den Bürgersaal, Kommentare wie „Schau mal, der Bub“ und „Der hat ja noch Haare“ kursierten im Raum. Mit einem Filmbeitrag aus der Sendung „Jetzt red i“ des Bayerischen Rundfunks untermalte Bürgermeister Andreas Scharf auf dem Neujahrsempfang die Geschichte der Eigenständigkeit der Lechfeld-Gemeinde Graben. „Es ist genau 25 Jahre her, dass die 1978 in Kraft getretene Eingliederung in die Verwaltungsgemeinschaft Lechfeld durch massive Intervention des damaligen Bürgermeisters Hans Winkler rückgängig gemacht wurde“, erläuterte das heutige Gemeindeoberhaupt. Angekündigt wurde dieser Schritt durch Winkler in der am 23. April 1991 gesendeten Aufzeichnung der beliebten Bürgersendung, damals moderiert von Dietmar Gaiser. Thema war eigentlich die Möglichkeiten zur Aufhebung der Teilung Lagerlechfelds, die bis heute anhält.

Der Austritt Grabens aus der VG dauerte rund zweieinhalb Jahre

Der Weg zum Austritt aus der Verwaltungsgemeinschaft begann im August 1991, nachdem der Gemeinderat den Antrag zur Maßnahme beschloss. Bei einer Besprechung im bayerischen Innenministerium im Juli 1992 erfolgten die entsprechenden Zusagen mit Wirkung am 1. Januar 1994. Letztendlich, nach der notwendigen Gesetzesänderung zur Überarbeitung der Gebietsreform zum Januar 1993, fasste der Gemeinderat in der Sitzung vom April 1993 den erneuten Beschluss zum Austritt, der im Januar 1994 Wirklichkeit wurde. „Der Gemeinderat war überwiegend der Ansicht, der Austritt sollte nicht sang- und klanglos übergangen werden“, zitierte Andreas Scharf aus dem damaligen Gemeinderatsprotokoll. Dies sollte, so Scharf im Zitat weiter, in einer kleinen Feier im bescheidenen Rahmen. Geschehen. Als Termin wurde der 17. März ins Auge gefasst.

Aufgrund der Intervention von Peter Koberstein im Gemeinderat, der die Einbindung der Bevölkerung forderte, schlug der damalige Bürgermeister Hans Winkler vor, beim Maibaumfest Bier und Brotzeit zum Selbstkostenpreis abzugeben. In Erinnerung an diese, für die Kommune bewegende Zeit, überreichte das heutige Gemeindeoberhaupt an Peter Koberstein eine Flasche Sekt. „Ich verbinde es gleichzeitig mit der Ankündigung, dass es dieses Jahr kein Jubiläumsfest geben wird“, konstatierte Andreas Scharf.

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Hans Winkler: Eine kleine Gemeinde hat es schwer in einer Verwaltungsgemeinschaft

Durch die Einrichtung einer eigenen Verwaltung habe sich viel verändert, fügte er hinzu. „Während der Zeit in der Verwaltungsgemeinschaft mussten die Bürger für jeden Ausweis, Bauantrag, Rentenantrag oder behördliche Bescheinigung nach Untermeitingen reisen. Die politischen Entscheidungen vor Ort wurden zwar vom Bürgermeister und Gemeinderat getroffen. Für Hans Winkler bedeutete es jedoch, für Beratungen mit den Verwaltungsleuten immer nach Untermeitingen als Sitz der Gemeinschaft fahren zu müssen“, blickte Scharf zurück. „Hans Winkler hat früh erkannt, das es eine kleine Gemeinde immer schwer hat, sich in einer Verwaltungsgemeinschaft durchzusetzen. Sein Plan, die Kommune durch Einwohnerzuwachs finanziell unabhängig zu machen und durch die Fortschreibung der Gemeindegebietsreform wieder mit einer eigenen Verwaltung auszustatten ging auf“, sagte Scharf und belegte die Entwicklung mit Zahlen aus dem Haushalt. Während 1994 des Gesamthaushaltsvolumen bei umgerechnet 4,3 Millionen Euro lag, stand 2018 ein Betrag von 14,8 Millionen Euro unter dem planerischen Summenzug.

Als Mitstreiter und Unterstützer ehrte Bürgermeister Andreas Scharf Thea Winkler, die Ehefrau von Hans Winkler, sowie die damalige einzige Verwaltungskraft im Gräbinger Rathaus, Merlene Mattuschat, mit einem Blumenstrauß und dem Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde.

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