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Kirche

25.04.2012

Hochzeit: Priester Klaus Arntz quittiert Dienst

„Unsere Gemeinde, aber auch die Institution Kirche hat eine Kapazität verloren.“Bürgermeister Gerhard Mößner

Der Moraltheologe hielt rund zehn Jahre lang Messen in der Kirche St. Vitus in Oberottmarshausen. Nachfolge ist geregelt

Weil er heiraten möchte, hat der Moraltheologe Professor Klaus Arntz seinen Dienst als Priester quittiert. Arntz war rund zehn Jahre lang Priester in der St.-Vitus-Kirche in Oberottmarshausen. Bereits am Palmsonntag hatte Arntz der Pfarrgemeinde seine Entscheidung mitgeteilt. Gestern bestätigte Pfarrer Hubert Ratzinger von der Pfarreiengemeinschaft Großaitingen, zu der auch Oberottmarshausen gehört, gegenüber unserer Zeitung, dass Arntz bereits Anfang April seinen Dienst quittiert hat. Arntz selbst wollte sich auf Nachfrage unserer Zeitung dazu nicht äußern.

„Ich bin traurig, dass er sein Amt niedergelegt hat“, sagte Ratzinger. Er weiß, dass auch viele Mitglieder der Pfarrei Arntz’ Ausscheiden aus dem Kirchenamt mit Bedauern aufgenommen haben. „Klaus Arntz hat den Menschen in seinen Predigten echt etwas mitgegeben“, so Ratzinger.

Ähnlich sieht dies auch Gerhard Mößner, Bürgermeister von Oberottmarshausen und treuer Kirchengänger. „Unsere Gemeinde, aber auch die Institution Kirche hat eine Kapazität verloren“, sagt Mößner, der mit Arntz gut befreundet ist. Die Pfarrgemeinde zollte ihren Respekt für Arntz nach dessen öffentlicher Bekanntgabe in der Kirche mit Applaus.

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Arntz zog vor gut zehn Jahren vom westfälischen Münster nach Oberottmarshausen, als er eine Professur für Moraltheologie an der katholisch-theologischen Fakultät der Uni Augsburg annahm. Von Beginn an engagierte sich Arntz in St. Vitus – „weit über das Berufliche hinaus“, wie Mößner sagt. So rief Arntz beispielsweise die lebendige Krippe ins Leben. Zuletzt war er maßgeblich daran beteiligt, dass das ZDF Anfang dieses Jahres einen Gottesdienst aus St. Vitus im Fernsehen übertrug.

Doch vor allem war Arntz ein fester Bestandteil der Pfarrgemeinde im Alltag. Regelmäßig feierte er an Sonn- und Werktagen die Messe. Auch einige Trauungen habe Arntz während seiner zehnjährigen Tätigkeit vollzogen, so Ratzinger. Nun möchte Arntz, der inzwischen von Oberottmarshausen nach Augsburg umgezogen ist, selbst heiraten. Da er bei der Priesterweihe den Zölibat gelobt hat, ist ihm dies kirchlich allerdings nicht möglich. Dafür müsste der Vatikan erst seine Priesterweihe aufheben – ein oft langwieriger Prozess.

Dafür hat die Pfarreiengemeinschaft Großaitingen schnell eine Lösung gefunden, die Lücke in Oberottmarshausen zu schließen. Wie Ratzinger mitteilt, wird er von Pfarrer Erwin Fuchs unterstützt. Der Pensionär aus Augsburg hält nun regelmäßig Gottesdienste in St. Vitus und den anderen vier Kirchengemeinden. Auch Dr. Michael Mayr, Ehrenbürger von Oberottmarshausen, hat Ratzinger seine Unterstützung zugesagt. Einmal im Monat wird er in St. Vitus künftig die Messe feiern. „Wir fühlen uns in der Pfarreiengemeinschaft weiterhin gut aufgehoben“, sagt Mößner. Er hofft, dass der Kontakt zu Arntz nicht abbricht. „Er ist bei uns weiterhin willkommen.“ "Kommentar

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