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Ettringen / Schwabmünchen

21.10.2019

Jubelrufe für das letzte Konzert der Maulquappen

Stehende Ovationen erhielten die Maulquappen nach ihrem letzten Auftritt im Gasthaus Stern in Ettringen.
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Stehende Ovationen erhielten die Maulquappen nach ihrem letzten Auftritt im Gasthaus Stern in Ettringen.
Bild: Reinhold Radloff

In Ettringen macht das Schwabmünchner Trio nach mehr als 1000 Auftritten Schluss.

Das war unglaublich: Das haben sicherlich die Maulquappen auch noch nicht oft erlebt. Nach ihrem letzten Auftritt vor Auflösung der Gruppe ernteten sie nicht nur stehende Ovationen, sondern auch Jubelrufe. Und das zu Recht.

Die meisten im mit über 200 Fans ausverkauften Saal in Ettringen kennen die Maulquappen schon lange persönlich. Zum Ende einer 15-jährigen Ära der Gruppe wollten so viele wie möglich noch einmal dabei sein, die geistigen und musikalischen Ergüsse des Trios ein letztes Mal erleben. Und dabei wurden Franz Lachenmair, Andi Schlarnhaufer und Hermann Hintner ihrem eigenen Motto noch einmal voll gerecht: vordergründige Hinterfotzigkeit, dazu intelligenter Blödsinn vereint im Zwiespalt mit dilletantisch-hervorragender Musik.

Ein legendärer Abend mit den Maulquappen

„Auch das Schönste bringt Verdruss, wenn man es zu lange treiben muss“, meinte der Franz, Ideengeber und das „Maul“ der „Quappen“ zu Beginn dieses legendären Abends, an dem das Trio ein Best-of der so erfolgreichen Karriere boten: den Viertel-Quadratmeter-Walzer, das Menschenfresser-Lied, den Thermomix-Song, den Albeck-Schuhfons-Gesang, das Uli-Hoeness-Lied, den Nacktschnecken-schreck-Song, und, und, und.

Jubelrufe für das letzte Konzert der Maulquappen

Kein Thema ist dem Trio aus Schwabmünchen heilig

Rund 130 Lieder und Gedichte sowie ungereimte Texte schrieb Franz Lachenmair für die Maulquappen, ein Lacherfolg größer als der andere. Kein Thema ist ihnen heilig, keines zu blöd, zu ernsthaft, zu erschreckend, zu politisch, zu menschlich. Mundarten, sie sind ihr zu Hause, ihr Arsenal an selbst gebastelten und gekauften Musikinstrumenten, ihre Verkleidungen, ihr unnachahmlicher Witz. Die Fans der Maulquappen biegen sich immer wieder vor Lachen. Trotzdem: Nach mehr als 1000 Auftritten, da waren sich alle drei einig, da sollte jetzt Schluss sein. „In unserer begrenzten Restlaufzeit wollen wir auch noch was anderes machen“, so Franz, der da vor allem an Reisen in sein geliebtes Kanada, seine zweite Heimat, denkt. Auf kleiner Flamme werden sie wohl weiter Musik machen, allein oder in neuen Formationen, mal sehen.

Wie sie es 15 Jahre miteinander ausgehalten haben? „Wir sind drei völlig unterschiedliche Charaktere“, so Andi Schlarnhaufer, der Techniker der Truppe, mit über 50-jähriger Musikerfahrung. Lachenmair ist der Sprunghafte, Spontane und Publikumsbezogene, wie er selbst sagt. „Und ohne unseren Ruhepol, den Olli, hätten wir so viele Jahre nie geschafft“, so Franz, der unter Zustimmung seiner Kollegen hinzufügt: Den Spaß an unseren Auftritten haben wir nie verloren. Es war eine wunderschöne Zeit, unser Musikantenleben.“ Gekrönt wurde es nach den beispielsweise so legendären Auftritten bei Schwaben weißblau im Fernsehen, mit der 35000-Kilometer-Chinareise, wo sie unter anderem auf der Chinesischen Mauer spielten und mit ihrer bayerischen Art riesige Erfolge feierten, ja zum Abschied Tränen erzeugten.

„Der Jäger aus der Kurpfalz“ durfte nicht fehlen

Wie kann sich eine Gruppe besser verabschieden als mit einem speziell dafür geschriebenen Lied, dem wohl emotionalsten ihrer Karriere: „Dafür sammer einfach dankbar heit“, hieß es. Und dabei wurde so manches Auge im Saal feucht. Doch die Maulquappen wollten ihr Publikum nicht endgültig verlassen, nicht traurig, lieber fröhlich – und gaben ihren wohl berühmtesten Song zum Besten, der beinahe bei keinem ihrer 1000 Auftritte fehlen durfte: der Jäger aus der Kurpfalz. Sie zeigten noch einmal ihr ganzes komödiantisches, sprachliches und musikalisches Können, und das kurz vor Mitternacht. Es folgte gigantischer Applaus, bei dem dann Andi, Franz und Olli die Augen feucht wurden.

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