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Königsbrunner

26.07.2018

Keine komplette Wende beim Hochtief-Gelände

Der Königsbrunner Stadtrat hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Vorschlag befasst, verschiedene Nutzungsmöglichkeiten für das Hochtief-Areal an der Guldenstraße und die Auswirkungen auf die gesamte Stadtentwicklung zu prüfen, bevor man sich auf eine Nutzung festlegt.
Bild: Adrian Bauer (Archiv)

Die Königsbrunner Stadträte liefern sich einen Schlagabtausch zum geplanten Globus-Areal. Die CSU will die Ansiedlung noch nicht ausschließen.

Was passiert mit der Hochtief-Brache an der Guldenstraße? Mit dieser Frage haben die Königsbrunner Stadträte bei ihrer Sitzung am Dienstagabend gerungen.

Das Gelände gehört der Firma Globus, die dort einen großen Vollsortiment-Supermarkt errichtet wollte. Die Genehmigung dafür aus dem Jahr 2011 ist allerdings im Verlauf eines langwierigen Rechtsstreits abgelaufen. Das gibt der Stadt wiederum die Chance, die Zukunft des Areals neu zu denken (wir berichteten). Der Stadtrat befasste sich nun mit dem Vorschlag, verschiedene Nutzungsmöglichkeiten für das Areal und die Auswirkungen auf die gesamte Stadtentwicklung zu prüfen, bevor man sich auf eine Nutzung festlegt.

Experten sehen schon jetzt Überversorgung in dem Bereich

Ziel des Antrages sei zunächst einmal, gleiches Recht für alle zu schaffen, sagte SPD-Fraktionschef Florian Kubsch: „Der Bebauungsplan dort stammt aus dem Jahr 1968, dadurch spart sich Globus ein Raumordnungsverfahren. Deswegen halten sie auch so an dem Grundstück fest.“ Doch seit 2011 habe man von zahlreichen Experten gehört, dass Königsbrunn in dem Bereich bereits jetzt mit Märkten überversorgt sei. Auf der anderen Seite zögern Investoren mit einem Engagement im Zentrum, weil sie die übermächtige Konkurrenz eines Globus-Marktes fürchten.

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Auch Alwin Jung (Grüne) sprach sich für die Prüfung einer neuen Planung für das Gebiet: „Wir wollen unser Zentrum entwickeln, dort Einkaufsmöglichkeiten etablieren und wir hatten schon Experten da, die gesagt haben: Mit Globus an der Guldenstraße wird das nichts.“ Man müsse nach sieben Jahren Stillstand die Wende einleiten und klare Verhältnisse schaffen, damit auch Globus klar sei, dass es mit dem Bau nichts wird.

Werden Markt-Ansiedlungen blockiert?

Für den Globusmarkt sprachen sich Alexander Leupolz (CSU) und Jürgen Raab (Freie Wähler) aus. Leupolz sagte, er habe den Eindruck, dass die Befürworter einer Neuplanung jede Entwicklung im großflächigen Einzelhandel blockieren wollten. Mit der Neuplanung habe man ein Hochtief-Gelände, wo sich weiter nichts bewege. Zudem wünschten sich die angrenzenden Einzelhändler wie Dehner den Globus als zusätzlichen Anziehungspunkt. Für das Globusareal habe man 2016 bereits einen Aufstellungsbeschluss gefasst. Leupolz plädierte dafür, erst das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für die Innenstadt abschließen zu lassen und es dann auf die ganze Stadt auszudehnen. Jürgen Raab verwies darauf, dass das Gelände der Firma Globus gehöre. Eine geänderte Planung bedeute nicht, dass das Unternehmen die Fläche auch verkaufen werde.

Christian Toth (FDP/Bürgerforum) stimmte zu, dass das ISEK wichtig sei. Doch man müsse sich auch an die Gesetze halten: Das Baurecht sei nicht aktuell und die Stadt müsse auch nicht für ein passendes Umfeld für Einzelhändler sorgen. Er schlug vor, es so zu halten, wie im Fall der Wasserrebellen: „Damals wurde der Bestand in ein aktuelles System überführt, das fair ist.“ Doris Lurz (Grüne) sagte, dass Dehner durchaus erweitern könne, auch wenn der Bebauungsplan in aktuelles Recht überführt werde.

Entwicklungen bei Real abwarten

Bürgermeister Franz Feigl (CSU) warb für eine sorgfältige Abwägung. Der Handel sei ein schnelllebiges Geschäft, in dem sich gerade durch die Konkurrenz im Internet viel verändere. Aber auch in der Stadt tue sich einiges: Zum Beispiel deute sich an, dass im Fall Real demnächst eine Planung für eine Erweiterung des Marktes eingereicht werden könnte. Dadurch, dass bereits 2016 ein Aufstellungsbeschluss für das Gebiet gefasst wurde, habe man keinen Zeitdruck. Wenn klar sei, was Real tue, könne man sehen, welche Nutzungsmöglichkeiten für das Hochtiefgelände bestehen und welche Wechselwirkungen sich fürs Zentrum ergeben.

Florian Kubsch warf speziell den CSU-Vertretern Mutlosigkeit vor: „Unsere Stadt steht an einer Stelle, wo Lösungen her müssen. Aber die CSU will lieber immer alles laufen lassen. Was man aber jetzt zulässt, kann man später nicht mehr verhindern.“ Dennoch stimmten nur die SPD, die Grünen und Christian Toth für den Antrag der SPD, die Mehrheit votierte dagegen.

Man werde mögliche andere Nutzungen im Zuge des bereits gefassten Beschlusses untersuchen und sich das mündliche Gutachten des Einzelhandelsverbands schriftlich geben lassen, sagte Bürgermeister Feigl auf Anfrage unserer Zeitung. Der 2016 gefasste Aufstellungsbeschluss enthalte ja bereits eine Anpassung der Bauleitplanung, allerdings unter der Berücksichtigung der Vereinbarungen mit Globus. Das Handelsunternehmen sei zudem nicht alleine von einer Neuordnung betroffen. Auch die bestehenden Märkte an der Hunnenstraße wie Dehner hätten bei einer Sanierung keinen Bestandsschutz mehr, wenn in das bestehende System eingegriffen worden wäre. Auch deshalb möchte der Bürgermeister genau prüfen lassen, welche Auswirkungen bestimmte Maßnahmen haben.

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