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Königsbrunn

13.02.2020

Königsbrunn prüft die Einführung von Mitfahrbänken

Das Konzept der Mitfahrbänke wird seit 2010 in verschiedenen Regionen angewendet.
Bild: Hagen Lehmann/HUK-COBURG/obs

Der Königsbrunner Werkausschuss hat sich mit Mitfahrbänken befasst. Das Projekt gibt es in vielen bayerischen Gemeinden, mit sehr unterschiedlichem Erfolg.

Das Thema Mobilität gehört in Königsbrunn zu den meistdiskutierten Projekten für die Zukunft. Die drängendste Frage: Wie bewegen die Bürger sich künftig in und zwischen den Städten fort? Welche Rolle spielen Auto, Bus, Straßenbahn, Fahrrad und Zu-Fuß-Gehen, wie werden die Verkehrswege zukunftstauglich gestaltet? Der Werkausschuss hat sich nun mit einem weiteren möglichen Baustein für das Verkehrskonzept der Zukunft befasst: den Mitfahrbänken.

Das Konzept entspricht der Idee des Trampens: Man installiert eine Bank und eine Stange mit Schildern mit denen der Nutzer anzeigen kann, wo er hin möchte. Ein Autofahrer, der vorbeikommt, kann dann entscheiden, ob er diese Person mitnehmen möchte. Der Nutzer der Bank kommt so in den Genuss einer kostenlosen Mitfahrgelegenheit, weiß aber nicht sicher, wie lang er warten muss, bis sich ein anderer Verkehrsteilnehmer findet, der anhält. Das Konzept der Mitfahrbänke wird seit 2010 in verschiedenen Regionen angewendet.

Den Stadtwerken Königsbrunn fehlen noch Informationen aus Kommunen

Eingereicht wurde der Antrag im Oktober von Nicolai Abt, noch vor seiner Nominierung zum Bürgermeister-Kandidat der SPD. Die Stadtwerke haben als Zuständige für den öffentlichen Nahverkehr erste Recherchen zu dem Antrag angestellt und diese dem Werkausschuss zu einer Vorberatung vorgelegt. Die aus Metall oder Holz gefertigten Bänke werden in der Regel an viel befahrenen Straßen in der Nähe von vorhandenen Bushaltestellen, beziehungsweise Haltebuchten aufgestellt. Charakteristisch ist eine auffällige Farbgebung und Beschilderung. Im Landkreis Tuttlingen (Baden-Württemberg) gebe es zudem eine App, in der alle Bänke verzeichnet sind. Rainhard Schöler, der kaufmännische Werkleiter, sagte, man habe bislang noch nicht mit Kommunen über den Erfolg ihrer Bänke gesprochen. Im Internet gebe es verschiedenste Erfahrungsberichte, von Begeisterung bis hin zu Berichten von Menschen, die vergeblich auf einen Mitnehmer warteten. Der „Nordbayerische Kurier“ berichtet beispielsweise von einem 1000-Einwohner-Dorf im oberfränkischen Landkreis Forchheim, wo die Bank sehr intensiv und von allen Altersgruppen genutzt wird. Erfahrungsberichte von Lokalzeitungen in Unterfranken und Norddeutschland ergeben dagegen eine komplette Fehlanzeige: Trotz mehrerer Versuche hielt niemand an.

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Markus Wiesmeier (SPD) sprach sich für einen Modellversuch aus: Der Aufwand sei überschaubar, es sei ein Service für die Bürger und wenn es nicht funktioniere, könne man die Bänke als zusätzliche Sitzgelegenheiten stehen lassen. Aufgrund der lang gezogenen Struktur Königsbrunns sei das sicher ein guter Service und eine Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr. Auch nach der Umstellung der Buslinien werde nicht jeder eine Haltestelle vor der Haustür haben. Ähnlich äußerte sich Helmut Schuler (Freie Wähler). Ursula Jung (Grüne) sprach sich dagegen aus: „Wir hatten schon Sammeltaxis, die nicht angenommen wurden. Auch der Mitfahrparkplatz hatte nur sehr geringe Nachfrage.“

Wie teuer werden die Bänke für Königsbrunn?

Peter Sommer (BbK) fragte nach, mit welchen Kosten denn zu rechnen sei. Rainhard Schöler sagte, im Internet sei die Rede von 500 bis 1000 Euro pro Bank. „Wenn wir aber unsere Edelstahlbänke nehmen, die es bisher im Stadtgebiet gibt, sind wir bei 2500 Euro pro Stück“, warf Bürgermeister Franz Feigl ein.

Christian Toth (FDP) und Norbert Schwalber (CSU) forderten, zunächst einmal mehr Informationen einzuholen: „Ohne sichere Informationen, wie erfolgreich das ist, und wie es ins Gesamtkonzept passt, können wir keine Entscheidung treffen“, sagte Schwalber. Christian Wörner (CSU) verwies darauf, dass bislang vor allem Kommunen mit wenig ÖPNV-Angeboten und Ortschaften ohne Einkaufsmöglichkeiten die Bänke installiert haben.

Letztlich beauftragten die Mitglieder des Werkausschusses mit 9:3 Stimmen die Stadtwerke, weitere Informationen zu den Bänken einzuholen.

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