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Königsbrunn

24.01.2020

Königsbrunner warten vergeblich auf Busse

Plötzliche Leere am Bussteig: Im Dezember fielen mehrfach und ohne Ankündigung Busverbindungen zwischen Königsbrunn und Augsburg aus.
Bild: Hermann Schmid (Archiv)

Plus Zahlreiche Bus-Ausfälle zwischen Königsbrunn und Augsburg haben im Dezember viele Kunden und die Politik verärgert. Wie der AVV reagiert hat.

In den politischen Diskussionen derzeit geht es immer wieder um den Ausbau der Angebote im öffentlichen Nahverkehr. Zahlreiche Kunden wären schon froh, wenn ihre Busse regelmäßig fahren würden. Im Dezember hat es bei den Regionalbussen zwischen Augsburg und Königsbrunn gehäuft Fälle gegeben, bei denen Kunden vergeblich auf ihre Busse warteten. Der zuständige Unternehmer hat dem AVV Gründe genannt und Besserung gelobt.

Insgesamt zehn Busse der Linie 733 und 740 sind an fünf Tagen im Dezember ausgefallen, darunter waren sogar vier Fahrten an einem Tag. Wie der AVV mitteilt, gab das Busunternehmen Stauden Express GmbH, das die Fahrten durchführen sollte. personelle Engpässe als Grund für die Ausfälle an. Busfahrer hätten sich kurzfristig krank gemeldet. „Diese kurzfristigen Ausfälle waren leider weder uns noch dem Verkehrsunternehmen im Vorfeld bekannt. Daher konnten die Fahrgäste nicht vorab informiert werden“, schreibt der AVV in einer Stellungnahme.

Busse ausgefallen: Krisengespräch zwischen AVV und Betreiberfirma

Aufgrund dieser gehäuften Ausfälle habe es noch im Dezember ein Krisengespräch mit der Geschäftsleitung der Stauden-Express GmbH gegeben. Am 9. Januar habe diese dann einen Notfallplan eingereicht, nach dem die Firma bereits seit dem 1. Januar arbeite. „Unter anderem wurde inzwischen kurzfristig zusätzliches Fahrpersonal eingestellt und Bereitschaftsdienste für krankheitsbedingte Ausfälle eingerichtet“, heißt es vom AVV. Zudem überwache zusätzliches Personal morgens bei Betriebsbeginn, ob alle Fahrzeuge auch termingerecht vom Standort zu ihren Einsatzgebieten ausrücken.

Königsbrunner warten vergeblich auf Busse

Der AVV überwache die Umsetzung dieses Notfallplans intensiv, heißt es auf Nachfrage. Bisher zeigten die Auswertungen des Betriebsleitsystems keine weiteren Ausfälle, auch in den Kundencenter des AVV habe es keine weiteren Beschwerden über nicht gekommene Busse gegeben. Entschädigung könnten die Kunden, die vergeblich auf den Bus gewartet haben allerdings nicht fordern, da sich die Tickets nicht auf konkrete Kurse bezögen, teilt der AVV mit.

Königsbrunner Kreisrat fordert politische Aufarbeitung des Problems

Der Fall der ausgefallenen Busse könnte in den nächsten Wochen auch die Politiker im Landkreis noch beschäftigen. Der Königsbrunner Kreisrat Manfred Buhl (FDP) wurde schon im Dezember über die Problematik informiert: Königsbrunner Bürger hätten ihm davon berichtet. Außerdem würden sich auch andere Leistungserbringer über die schlampige Art und Weise der Linienbedienung ärgern und ihn als Kreisrat informieren. Dass einmal Linien nicht bedient würden, komme seit Jahren immer wieder vor, „nicht aber in dieser massiven Art und Weise wie jetzt.“ Aus seiner Sicht bezahle der Kunde für das Cent-Geschachere der Busunternehmer und des AVV. „Es werden Dumping-Angebote gemacht, die dann oft nicht mehr finanzierbar sind und eben Ausfälle mit sich bringen“, sagt Buhl. Dass bestimmte Buslinien nicht bedient würden, komme einer Kapitulation des AVV gleich.

Daher fordert er, dass sich der Kreistag weiter mit der Thematik Nahverkehr befasst. Er moniert, die weiteren Gesellschafter des AVV neben der Stadt Augsburg seien nicht auf Augenhöhe eingebunden. Der Landkreis habe klare Vorgaben gemacht, wie mit Anbietern umgegangen wird, die diese schlecht oder gar nicht erfüllen. Finanzielle Rückforderungen seien stumpfe Waffen, da sie dem Betrag entsprächen, den der Subunternehmer für den Fahrer einspare. Den höheren Imageschaden hätten Landkreis und AVV.

Buhl fordert in dem Antrag auch eine Diskussion über eine Neuordnung des gesamten ÖPNV parallel zur Suche nach einem Nachfolger für den Geschäftsführer. Vorstellbar sind für ihn sogar der Aufbau landkreiseigener Verkehrsbetriebe. Buhl begrüßt in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Einstellung einer neuen Fahrkraft für den Bereich Nahverkehr.

Die Vertreter des Landkreises wollen sich in den nächsten Tagen zu der Thematik äußern.

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