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Lagerlechfeld

08.06.2020

Lechfeld: Immer mehr Rentner nutzen die Tafel

Die Lechfelder Tafel konnte dank der Unterstützung zahlreicher Helfer den Betrieb auch in Corona-Zeiten aufrechterhalten.
Bild: Reinhold Radloff

Die Zahl der Bedürftigen nimmt auch auf dem Lechfeld stetig zu. Wie die Lechfelder Tafel in Corona-Zeiten arbeitet und was Bedürftige für eine Wochenration zahlen. 

Freude, Dankbarkeit und Lebenselixier, all diese Gefühle erzeugt die Lechfelder Tafel bei ihren Kunden, Woche für Woche. Das verdanken sie einer großen Gruppe Ehrenamtlicher, die sich für die Bedürftigen freiwillig mit viel Kraft einsetzen.

Seit zehn Jahren gibt es die Lechfelder Tafel am Bahnhof in Lagerlechfeld

Geduldig warten sie vor dem ehemaligen Bahnhof in Lagerlechfeld, in dem Corona-gebotenen Abstand auf Plastikstühlen sitzend. Die Bedürftigen aus allen Gesellschaftsschichten, Arbeitslose, Rentner, Geringverdiener, Alleinerziehende, Hartz-IV-Empfänger, durch Krankheit aus der Bahn Geworfene und Asylbewerber.

Wegen Corona darf immer nur ein Kunde in den Laden der Tafel

Sie alle wissen ziemlich genau, wann sie an der Reihe sind, was sie bekommen werden, denn es werden schon vorher wunschgemäß mit Namen versehende Boxen gefüllt. „Wir laden immer fünf Personen pro Viertelstunde. Wegen Corona darf derzeit immer nur einer im Laden sein“, erzählt Judith Aldinger, die Chefin der Lechfelder Tafel seit zehn Jahren, also seit ihrer Gründung.

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Entstanden ist die Idee der Tafel im Pfarrgemeinderat und wurde begonnen durch sogenannte Wohnviertelhelfer. Dann stellte die Gemeinde Graben den alten Bahnhof zur Verfügung, renovierte ihn und überließ ihn der Gemeinschaft aus rund 30 Tafel-Freunden kostenlos zur Nutzung.

Zahl der Bedürftigen nimmt auch auf dem Lechfeld stetig zu

Seit Gründung nimmt die Zahl der Bedürftigen und Kunden immer weiter zu. „Im Moment versorgen wir rund 30 bis 40 Haushalte in Obermeitingen, Klosterlechfeld, Graben und Lagerlechfeld mit Lebensmitteln und dringend benötigten Haushaltsutensilien, ohne Pause während der Corona-Zeit“, so Aldinger.

Wo diese herkommen? „Wir erhalten, vor allem derzeit, viele Geldspenden und eigentlich immer genügend Warenspenden, die nahe dem Ablaufdatum, aber einwandfrei sind, von den örtlichen Geschäften.“

Ein Team aus jungen Freiwilligen hilft während der Corona-Krise, den Betrieb der Lechfelder Tafel aufrechtzuerhalten.
Bild: Andreas Claus

Die Organisationsleiterin freut sich über alles, was zu bekommen ist. „Vieles würde sonst nur im Abfallcontainer landen, obwohl die Waren noch wirklich gut sind. Wir nehmen bei unseren Abholfahrten außer Fisch und Mayonnaise-Artikeln eigentlich alles an, erhalten aber trotzdem nicht immer genügend Lebensmittel wie Mehl und Zucker. Das kaufen wir dann zu. Es geht darum, die Grundbedürfnisse unserer Kunden zu decken.“ Die Besucher der Tafel zahlen für ihre Wochenration einen Euro.

Immer mehr Rentner müssen die Tafel in Anspruch nehmen

Wer wegen einer Behinderung nicht zur Tafel kommen kann, zu dem kommt sie. „Wir liefern sogar nach Hause“, so Aldinger, die derzeit einen starken Zuwachs an Rentnern feststellt.

Die Dankbarkeit bei den Kunden ist riesig. „Alle sind sehr nett. Wir, die Helfer, unter ihnen auch Studenten, und die Bedürftigen sind inzwischen fast wie eine Familie. Manche haben bei der Abholung ihrer gefüllten Kiste Tränen in den Augen, manche schicken uns liebe Weihnachtskarten oder drücken ihre Dankbarkeit auch mit Worten aus. Das gibt auch uns viel. Wir freuen uns, wenn wir sinnvoll helfen können“, betont Aldinger und erzählt, dass die älteren Helfer der Tafel schon „mit den Hufen scharren“, bis sie nach Corona auch wieder eingesetzt werden können.

Wann das sein wird? „Ich hoffe auf Anfang August.“ Auf diese Zeit der Normalität freut sich die Chefin der Lechfelder Tafel am meisten. Noch mehr freut sie allerdings, wenn so mancher Kunde nicht mehr kommt: „Das heißt, er hat es wieder ins normale Leben zurück geschafft.“

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