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Justiz

26.09.2018

Mann verschickt eklige Aufnahmen an Zwölfjährige

Ein 22-Jähriger Mann verschickt anzügliche Aufnahmen an Kinder und will außerdem Sex mit einem zwölfjährigen Mädchen. Jetzt wurde er am Amtsgericht verurteilt.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Der damals 22-Jährige will außerdem Sex mit einem zwölfjährigen Mädchen. Jetzt wurde er am Amtsgericht verurteilt. Warum die Jugendlichen nicht selbst aussagen müssen

Der junge Afghane lebt seit etwa drei Jahren in Deutschland. Er kam alleine in das ihm völlig unbekannte Land und lebte in einer Asylunterkunft im südlichen Landkreis Augsburg. Der inzwischen 24-Jährige, der nun eine eigene Wohnung hat und im zweiten Lehrjahr ist, versuchte so schnell wie möglich die deutsche Sprache zu lernen, erzählt er am Amtsgericht Augsburg. Deshalb habe er auch den Kontakt mit Deutschen gesucht, so wie es eine Helferin in der Unterkunft angeregt hatte. Er lernte mehrere Mädchen kennen – im Alter von 12 und 13 Jahren. Es blieb aber nicht bei dem verbalen Kontakt. Der Mann musste sich nun wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie der Verbreitung pornografischer Schriften vor Gericht verantworten.

Einer 13-Jährigen schickte der Angeklagte im Jahr 2016 über WhatsApp einmal ein Foto seines erigierten Penis. Bei der Polizei sagte das Mädchen aus, dass sie mehrfach solche Bilder von ihm erhalten habe. Da sie diese eklig fand, löschte sie die Fotos aber sofort wieder. Sie gab an, dass sie ihm ebenfalls eine intime Aufnahme von sich schickte, da er das verlangt habe.

Angeklagter zog sich während Videotelefonat mit Mädchen aus

Mit zwei anderen Mädchen im Alter von 12 und 13 Jahren habe der Angeklagte, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, im selben Jahr ein anstößiges Videotelefonat geführt. Dabei zog sich der Mann aus und zeigte den Mädchen sein Glied. Als er sich einmal in einem kleinen Waldstück mit den beiden Kindern traf, soll er die Zwölfjährige am Arm festgehalten und gegen einen Baum gedrückt haben.

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Er küsste das Mädchen auf den Mund und fragte sie, ob sie Sex mit ihm haben möchte. Als sie das verneinte, ließ der Angeklagte sofort von ihr ab – das gab das junge Mädchen bei der Polizei an. Seitdem hat sie keinen Kontakt mehr zu dem Mann.

Den drei Kindern blieb eine Aussage vor Gericht erspart, denn: Der Angeklagte legte gleich zu Beginn der Verhandlung ein umfangreiches Geständnis ab. Er gab an, dass er aus einer anderen Kultur stamme und nicht mit den deutschen Gesetzen und den Gepflogenheiten vertraut war. Ihm sei aber nun bewusst, dass er einen Fehler gemacht habe.

Angeklagter war seitdem nicht mehr auffällig

Sein Verteidiger Moritz Bode hob in seinem Plädoyer hervor, dass die Taten bereits mehr als zwei Jahre zurückliegen und der Angeklagte seitdem nicht mehr auffällig war. „Wir brauchen den Fall nicht verharmlosen. Er hat junge Menschen missbraucht und das geht nicht. Er hat das jetzt kapiert und bemüht sich, die Regeln im Gastland einzuhalten“, sagte Bode. Er beantragte eine zwölfmonatige Bewährungsstrafe, die Staatsanwaltschaft hingegen forderte deren 18 Monate.

Richter Günther Baumann verurteilte den 24-Jährigen zu 15 Monaten auf Bewährung. Das Urteil ist rechtskräftig. Baumann rechnete dem Mann sein Geständnis hoch an, da den jungen Opfern dadurch sehr unangenehme Aussagen vor Gericht erspart geblieben sind. Der Mann muss zudem 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

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