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Schwabmünchen

21.06.2017

Premiere von Landwirten trifft auf wenig Resonanz

Die Eigenarten des Weizens standen im Blickpunkt des Feldrundgangs des Bauernverbands.
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Die Eigenarten des Weizens standen im Blickpunkt des Feldrundgangs des Bauernverbands.
Bild: Uwe Bolten

Zum Feldrundgang des Bauernverbands kommen nur zehn Besucher. Warum die Weltmarktpreise von Zucker Schwabmünchner Bauern interessieren.

Ein Traktor mit wehender Fahne und ein Plakat des Bauernverbands wiesen auf die Veranstaltung der regionalen Landwirtschaft hin. Etwas enttäuscht waren Helmut Kugelmann und Adolf Kraus zum Feldrundgang der Interessenvertretung der bayerischen Landwirte am Treffpunkt beim Bahnübergang aber doch. Nur sechs Bürger haben sich eingefunden, um Informationen rund um die Themenwelt der Landwirtschaft zu gewinnen. Auch bei Karl Wagner, der an der Antoniuskapelle an der Krumbacher Straße seinen Informationsrundgang zeitgleich startete, waren nur vier Besucher.

„Ich will Ihnen keinen Vortrag halten, sondern stehe für alle Fragen rund um die Landwirtschaft zur Verfügung“, begrüßte Kugelmann seine Gäste. Unter ihnen befanden sich auch Elisabeth Leitschuh mit ihrem Sohn Noah, die aufgrund unserer Berichterstattung den Weg aus Königsbrunn nach Schwabmünchen gefunden hatten. „Noah interessiert sich sehr für die Landwirtschaft, ich selber komme aus einer Bauernfamilie“, sagte sie zum Grund des Besuchs. An einer Wegkreuzung unweit des Startpunkts erfuhren die Gäste Interessantes über die unterschiedlichen Gerstensorten, die hier auf dem sogenannten Hochfeld angebaut werden. „Die Futtergerste hat den Vorteil gegenüber Weizen, dass sie aufgrund des hohen Ballaststoffanteils im Magen der Tiere nicht so klumpt“, erläutert Kugelmann. Braugerste müsse komplett sortenrein geerntet werden, damit die Mälzereien diese verarbeiten, fügte er hinzu.

Fruchtwechsel auf Feldern ist wichtig

„Der Fruchtwechsel auf den Feldern ist wichtig, um die Fruchtbarkeit der Böden zu erhalten“, erläutert Adolf Kraus zum Thema Weitsicht in der Landwirtschaft. Die häufig angesprochenen Monokulturen, beispielsweise mit Futtermais, waren nicht zu entdecken. Felder mit Zuckerrüben, Futter- und Braugerste, Raps, Mais oder Weizen wechselten sich im Rundblick der Besucher ständig ab. Jeder Bauer plane für sich, was er anbaue, natürlich spielten dabei auch die Chancen auf entsprechenden Absatz der Produkte eine Rolle, ergänzte Kraus mit wirtschaftlichen Überlegungen.

Jörg Wagner, bekannt als Aktivist im Verschönerungsverein und ebenfalls unter den Teilnehmern, interessierte sich für die Herkunft des Saatguts. „Hauptsächlich stammt das Saatgut aus dem Angebot des Landhandels. Die Baywa als Genossenschaft produziert beispielsweise Saatgut aus regionalen Pflanzen“, erläutert Helmut Kugelmann. Dabei gelte es zu bedenken, dass der züchterische Fortschritt immer weitergehe, um Keimfähigkeit und Ertrag zu steigern. „Der Weizen, der heute angebaut wird, den gab es so vor 20 Jahren noch nicht“, fügte Kugelmann hinzu. Auf jeden Fall sei das in der Region verwendete Saatgut frei von gentechnischen Veränderungen, betonte Kraus.

Ernte im Oktober, Geld im Juni

Der Wegfall der Zuckermarktordnung war ebenfalls ein Gesprächsthema. Ab diesem Jahr gebe es keine festgelegten Produktionsmengen und Erzeugerpreise für Zuckerrüben mehr, erläuterte Kugelmann. Die Preise würden nun durch den Weltmarkt bestimmt. „Damit ist jedoch ein höheres Risiko für den Landwirt verbunden“, fügte er hinzu. Die Rüben würden im Oktober geerntet. Das Geld gäbe es dann jedoch erst im Juni des nächsten Jahres – je nach Weltmarktlage. „Uns Landwirten ist es wichtig, den Bürgern für ihre Fragen zur Verfügung zu stehen. Es kursieren so viele Meinungen zum Bauernstand, dass es an der Zeit war, so eine Veranstaltung durchzuführen“, fasste Kugelmann am Ende des Feldrundgangs zusammen.

Ein Gefühl für die Wertschätzung der landwirtschaftlichen Produkte zu bekommen, die wie selbstverständlich im täglichen Leben zur Verfügung stünden, stellte für die veranstaltenden Landwirte ein besonderes Anliegen dar.

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