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Königsbrunn

30.09.2019

Schöne Wohnungen und Türen zum Aufbrechen: Neue Räume für die Bepo

Innenminister Joachim Herrmann besuchte die neuen Unterkünfte der Bereitschaftspolizei Königsbrunn und begrüßte die 153 neu eingestellten Polizisten.
Bild: Marion Kehlenbach

Plus 153 junge Polizisten finden bei der Bereitschaftspolizei in Königsbrunn wohnlichere Unterkünfte vor. Aber es gibt eine Polizeistation, die gar nicht echt ist.

Eine Gefängniszelle, die von innen zu öffnen ist und eine volleingerichtete Wohnung mit Bad, aber ohne Wasseranschluss, dafür aber mit einem robusten, austauschbaren Türblatt sind jetzt bei der Bereitschaftspolizei in Königsbrunn zu finden. Im Beisein von Innenminister Joachim Herrmann wurden diese etwas ungewöhnlichen Räume am Montag eingeweiht. Sie gehören zu den Ausbildungsräumen, die im neuen Lehrgebäude untergebracht sind.

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Auf der einen Seite befinden sich Klassenzimmer für jeweils 28 angehende Polizisten. Dicke Ordner, Gesetzesbücher sowie Stifte und Blöcke zeigen, dass hier schon fleißig gelernt wird. Auf der anderen Flurseite befinden sich die Übungsräume. In der nachgebauten Wohnung üben die jungen Polizisten häuslichen Streit zu deeskalieren, Täter in Wohnungen aufzuspüren oder eben die Wohnungstür notfalls auch mit einem Rammbock aufzubrechen – deshalb das austauschbare Türblatt – wie Ausbildungsleiter Jürgen Harle erklärt. Falls die Tür zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wurden, kann das Türblatt ersetzt werden.

In den neuen Räumen der Bepo gibt es auch eine unechte Polizeiwache

Haben die Polizisten die Täter dingfest gemacht, werden diese im Auto zur nachgestellten Polizeiinspektion gefahren, die ebenfalls im Gebäude untergebracht ist. „Die Bias können hier alles üben, was sie für ihren zukünftigen Dienst brauchen“, erzählt Harle sichtlich stolz. Wobei der Begriff „Bias“ an diesem Vormittag öfter fällt und für „Beamten in Ausbildung“ steht. Interessant ist auch der kleine ebenerdige Seminarraum. Er ist so ausgelegt, dass man mit einem Auto hineinfahren kann, um die kriminaltechnische Spurensuche an Fahrzeugen zu üben.

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Dem Rundgang ging ein kleiner Festakt voraus. Joachim Herrmann begrüßte die 153 neueingestellten Polizisten, die in den neuen Gebäuden ihre Ausbildung absolvieren und auch die neuen, zeitgemäßen Unterkünfte beziehen. Während die früheren Jahrgänge mit Vierbettzimmern und Etagen-Duschen vorlieb nehmen mussten, stehen den „Neuen“ Zweibettzimmer mit eigenem kleinen Bad zur Verfügung. Das sei quasi Hotelstandard, hob Polizeidirektor Thomas Fichtner hervor.

Fichtner erläuterte das Raumkonzept auch vor Regierungspräsidenten Erwin Lohner, Polizeipräsident Wolfgang Sommer sowie den Bundestagsabgeordneten Hansjürgen Durz (CSU) und Ulrike Bahr (SPD). Er wiederholte dabei auch seinen Wunsch, dass die vorher erwähnten Vierbettzimmer dringend saniert werden müssen. Herrmann versprach dann auch, dass im Laufe der nächsten Jahre der Altbestand renoviert werde. „Aber die zusätzlichen Kapazitäten haben jetzt Vorrang“, so Herrmann.

Bayern soll bis 2023 3500 neue Polizisten bekommen

3500 zusätzliche Polizisten sollen von 2017 bis 2023 im Freistaat ihren Dienst antreten – zusätzlich zu denen, die pensionsbedingt ersetzt werden müssen. „2016 und 2017 wurden jeweils 1500 Nachwuchsbeamte eingestellt, 2018 waren es sogar 1800 Neueinstellungen“, hob Herrmann hervor.

Mit Augenzwinkern wandt sich der Innenminister an Königsbrunns Bürgermeister Franz Feigl. „Wir danken der Stadt Königsbrunn, dass der Bepo-Standort eine eigene Straßenbahn-Haltestelle bekommen wird, auch wenn wir dafür einen Randstreifen an die Stadt abtreten müssen.“ Feigl unterstrich die Verbundenheit der Stadt mit der Bereitschaftspolizei und freute sich, dass mit den Neubauten „der Standort aufgewertet wird und für die Zukunft gesichert ist.“

Dass mit den zwei neuen Bauten noch kein Ende in Sicht ist, sahen die Besucher an den Erdhügeln und Baumaschinen. Im Norden, beim Außenparkplatz, werden noch einmal die baugleichen Gebäude hochgezogen und 2020 soll „die modernste Raumschießanlage“ Europas auf dem Gelände fertiggestellt werden.

Die Raumschießanlage wird 14 Millionen Euro kosten, die Baukosten für die beiden neuen Gebäude mit insgesamt 4000 Quadratmetern Nutz- und Wohnfläche belaufen sich auf 20 Millionen Euro.

Diese Gefängniszelle hat ausnahmsweise einen Türgriff an der Innenseite, wie Ausbildungsleiter Jürgen Harle (links) den Besuchern zeigte.
Bild: Marion Kehlenbach

Derzeit arbeiten auf dem Bepo Gelände rund 1200 Menschen. Anlässlich der Einweihung der Gebäude startete die Polizei auch den Instagram-Auftritt der Bayerischen Bereitschaftspolizei. Herrmann verspricht sich damit noch eine bessere Werbung für die Polizei und den Polizeidienst. In diesem Jahr haben sich auf jede freie Stelle sieben interessierte Menschen beworben.

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