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Entwicklung

10.11.2020

Schwabmünchens großer Sprung zum neuen Schwimmbad

Seit 40 Jahren ist ein eigenes Hallenbad ein Thema in Schwabmünchen. Jetzt soll es gebaut werden. Das größte Becken im geplanten Lehrschwimmbad in Schwabmünchen hat eine Länge von 25 Metern.
Bild: studio gollwitzer architekten

Plus Seit 40 Jahren gibt es Pläne in Schwabmünchen für ein neues Schwimmbad. Werden sie jetzt konkret?

Irgendwie erinnert das Projekt an den neuen Berliner Flughafen: 1996 wurde der BER beschlossen, 2012 sollte er eröffnet werden. Seit einer Woche läuft der Betrieb. Die Geschichte eines Hallenbads in Schwabmünchen geht noch weiter zurück: Seit 40 Jahren gibt es Pläne für ein Bad am Schulzentrum. Aber lange Zeit wurden sie nicht konkret. Jetzt hat der Stadtrat den Bau beschlossen.

Das Bad soll 15,7 Millionen Euro kosten. Das sei viel Geld, findet Josef Gegenfurtner. Der Schwabmünchner hinterfragt die Summe und will deshalb ein Bürgerbegehren auf die Beine stellen. Seitdem gehen die Wogen hoch, und das Projekt wird heiß diskutiert.

Beeinträchtigt das Schwimmbad andere Projekte in Schwabmünchen?

Bürgerbegehren-Initiator Josef Gegenfurtner argumentiert, dass es bei den kalkulierten 15,7 Millionen Euro für den Neubau nicht bleiben könnte. Wie bei anderen Projekten könnte es deutlich teurer werden – Schulden, die dann auf der nächsten Generation lasten. Gegenfurtner befürchtet außerdem, dass andere Projekte in Schwabmünchen ins Hintertreffen geraten könnten. Bürgermeister Lorenz Müller versichert: Es würden keine anderen Projekte zurückgestellt oder verzögert.

Für Kinder wird ein kleines Becken geplant. Die Grafik rechts zeigt die räumliche Darstellung des Obergeschosses.
Bild: studio gollwitzer architekten

Für den Bau der Kindertagesstätte in Schwabegg habe es jüngst die Freigabe der Förderbehörde gegeben. „Wir werden im Frühjahr mit dem Bau beginnen“, sagt Müller, der betont: Alle Möglichkeiten einer Förderung seien geprüft und verhandelt worden. Gegenfurtner warnt auch vor den laufenden Kosten für den Unterhalt.

Insgesamt soll das Bad rund 15,7 Millionen Euro kosten. An Zuschüssen sind vom Freistaat und dem Landkreis rund elf Millionen Euro einkalkuliert. Zwei Millionen Euro kommen vom Schulverband. Dieser Betrag wird zwischen den Gemeinden des Schulverbandes nach den jeweiligen Schülerzahlen aufgeteilt. Einen erheblichen Anteil trägt deshalb die Stadt Schwabmünchen.

Sie werden zwischen den Schulaufwandsträgern nach Nutzungszeiten und Schulklassen geteilt werden. Die öffentliche Nutzung trägt die Stadt Schwabmünchen.

180 Sportklassen sollen das Schwabmünchner Lehrschwimmbad nutzen

180 Sportklassen sollen das Lehrschwimmbad einmal nutzen. Das hat die Regierung von Schwaben in einem entsprechenden Bescheid im Juli 2019 so festgestellt. Die 3500 Schüler kommen aus der Stadt und dem Umland. Bürgermeister Müller sagt: „Nur mit diesem Bad kann sinnvoll Schwimmunterricht erteilt und der Lehrplan erfüllt werden.“ Ein weiteres Argument: „Das Bad entlastet die angespannte Belegungssituation der übrigen Sportstätten an der Schule, die durch steigende Schülerzahlen und vermehrten Nachmittagsunterricht entstanden ist.“ Ganz wichtig: Das Bad soll auch von Sportvereinen und der Öffentlichkeit genutzt werden.

Müller: „Der Stadtrat und auch ich sind der Überzeugung, dass neben der Notwendigkeit für die Schulen auch Familien mit Kleinkindern gerne das Bad nutzen.“ Müller ist überzeugt davon, dass auch Kurse wie Aquagymnastik und ähnliche Angebote für ältere Menschen nachgefragt werden. Profitieren soll auch der TSV Schwabmünchen, der eine große Schwimmabteilung besitzt. Vorsitzender Reinhold Weiher sagt: „Jetzt besteht endlich die realistische Chance, und diese müssen wir unbedingt nutzen, damit jedes Kind schwimmen lernen kann, um unseren Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit eines sinnvollen Schwimmunterrichtes zu bieten, um Präventions- und Rehakurse anbieten zu können, um der Schwimmabteilung des TSV eine Trainingsmöglichkeit zu bieten, um neue Sportarten in Schwabmünchen zu etablieren.“

TSV steht voll hinter Schwabmünchens Schwimmbadprojekt

Weiher hat zum Beispiel Wasserball oder Unterwasserrugby im Sinn. Der TSV stehe zu 100 Prozent hinter dem Schwimmbadprojekt. Willi Haupeltshofer, der Leiter der Schwimmabteilung des TSV, sagt: „Der Sport im Wasser kann von allen Altersgruppen ausgeführt werden, und die Verletzungsgefahr ist äußerst gering.

Eine durchgängige Fensterleiste prägt den kompakten Baukörper, der am Schwabmünchner Schulzentrum zwischen Stadthalle und Sporthallen Platz finden soll.
Bild: studio gollwitzer architekten

Um diese Vorteile effektiv zu nutzen, bedarf es fundierten Anweisungen, die nur eine Institution mit entsprechend ausgebildet Übungsleitern bieten kann.“ Auch die Wasserwacht könne das Bad nutzen.

Nach der europaweiten Ausschreibung soll im nächsten Jahr Baubeginn sein. Es wird mit einer Bauzeit von knapp zwei Jahren gerechnet.

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