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Landkreis Augsburg

07.02.2015

Selbstmörder hinterlässt 100.000 Euro: Streit ums Erbe

Ein Erbschaftsstreit für Mutter und Tochter vor Gericht.
Bild: Symbolbild/Alexander Kaya

Der Selbstmord eines Mannes sorgt auch nach mehreren Jahren noch für Ärger zwischen seiner Ehefrau und seiner Tochter: Beide wollen das Erbe, doch eine Einigung ist nicht in Sicht.

Nachdem sich im Jahr 2012 ein Mann das Leben genommen hat, streiten sich nun seine Ehefrau und Tochter um sein Erbe. In einem Zivilverfahren sind die beiden Frauen aus dem Landkreis damit nicht weitergekommen und nun beschäftigte sich auch das Amtsgericht Augsburg mit dem Fall. Denn gegen beide Frauen liegen Strafanzeigen vor. Untreue und Vereitelung der Zwangsvollstreckung lauten die Vorwürfe. Bei dem Prozess gestern ging es vor allem um eine Abmachung, die Mutter und Tochter getroffen haben wollen und um den Verbleib der 100.000 Euro aus der Lebensversicherung des Verstorbenen.

Nach dem Tod ihres Mannes ließ sich die 46-jährige Ehefrau das Geld aus der Lebensversicherung auszahlen. Weil ihr eigenes Konto verpfändet war, legte sie dafür ein eigenes Konto an. Dann bekam ihre 25-jährige Tochter das Geld. Warum und wie blieb allerdings während der Verhandlung strittig.

Erbschaftsstreit: War das Geld geschenkt oder nur geliehen?

So sagte die 46-jährige Angeklagte, die Überweisung sei die Idee ihrer Tochter gewesen, um die Pfändung zu umgehen. Sie habe Zugang zu den Geheimzahlen gehabt und online das Erbe selbst auf ihr eigenes Konto überwiesen. Ob sie denn nicht gemerkt habe, dass das Geld fehle, wollte Richterin Susanne Hillebrand wissen. Das verneinte die 46-Jährige.

Außerdem gab sie an, sie habe mit ihrer Tochter vereinbart, dass sie ihre Miete bezahle und für ihren Lebensunterhalt sorge. Eine Zeit lang sei auch alles gut gelaufen, doch dann blieben die Zahlungen aus. Letztendlich musste sie sogar aus ihrer Wohnung ausziehen, weil die Miete so sehr im Rückstand war.

Die Tochter widersprach dieser Aussage: Ihre Mutter habe ihr das Geld geschenkt, sagte sie. Warum, konnte sie allerdings nicht sagen. „Im Nachhinein denke ich aber, es war, um mir eins auszuwischen, weil ich mich mit meinem Stiefvater so gut verstanden habe. Ich war schon immer die Blöde in der Familie“, sagte die 25-Jährige.

Streit ums Erbe zwischen Mutter und Tochter bleibt vorerst ungeklärt

Um zu beweisen, dass auch ihr Stiefvater Probleme mit ihrer Mutter hatte, ließ sie sogar dessen Abschiedsbrief verlesen, in dem Ehestreitigkeiten als Motiv für den Freitod genannt werden. Die Miete und den Lebensunterhalt für ihre Mutter habe sie zunächst aus gutem Willen überwiesen. „Warum hätte ich ihr das Geld schenken sollen?“ fragte die 46-jährige Mutter. „Ich kann es ja selbst gut gebrauchen.“

Wer im Recht war, konnte das Gericht vorerst nicht klären. Die Richterin vertagte das Verfahren, als klar wurde, dass es vielleicht einen möglichen Zeugen gibt, der Klarheit bringen könnte. Laut der Aussage der Tochter haben die beiden Frauen mit einem Anwalt über die bevorstehende Schenkung gesprochen.

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