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Untermeitingen

10.01.2020

Untermeitinger Comedian startet durch

Stand-up-Comedian Nick Schmid aus Untermeitingen tritt derzeit mit seinem ersten Soloprogramm auf.
Foto: Dominic Gough

Nick Schmid aus Untermeitingen ist seit fünf Jahren Stand-up-Comedian. Inzwischen hat er seine eigene Show in München - doch der Einstieg war schwierig.

Nick Schmid ist 26 Jahre alt und steht seit fünf Jahren als Stand-up-Comedian auf verschiedenen Bühnen in ganz Deutschland. Am häufigsten tritt er in München auf. Der Untermeitinger hat noch einen Nebenjob, doch bald will er allein von seinen Auftritten leben.

Herr Schmid, Sie sind noch kein Vollzeit-Comedian. Womit verdienen Sie sich aktuell etwas dazu?

Schmid: Ich bin in Teilzeit bei Rewe, darüber mache ich auch Witze. Den Job mache ich nur, um mich über Wasser zu halten. Aber das kann ich hoffentlich bald ablegen und nur noch Stand-up machen.

Wie sah Ihr Einstieg in die Stand-up-Szene aus?

Schmid: Ich hatte keine Ahnung, wo ich anfangen sollte, und habe bei den Bavaria Filmstudios in München angerufen. Ich fragte: „Ich will Comedian werden, was soll ich machen?“ Sie sagten: „Keine Ahnung, damit können wir nichts anfangen.“ Dann bin ich irgendwie auf einen Clown gestoßen und habe den angerufen. Alle, die ich anrief, waren eher verwirrt von meinen Fragen.

Und es hat doch noch geklappt?

Schmid: Ja, meinen ersten Auftritt hatte ich auf einer privaten Geburtstagsparty vor etwa 150 Personen; der lief gut. Mein erster öffentlicher Auftritt war auf einer offenen Bühne in Augsburg. Das war sehr hart: Das Publikum kannte mich nicht, dann musste ich einfach liefern. Danach bin ich auf einigen offenen Bühnen aufgetreten.

Inzwischen moderieren Sie so etwas ja selbst.

Schmid: Ja, ich moderiere zusammen mit einem Kollegen in München jeden Mittwoch das Open Mic „Lola Land“. Open Mics sind offene Bühnen nur für Stand-up-Comedy und ideal für Comedians, um neue Sachen zu testen.

Wie geht es weiter, wenn man auf den offenen Bühnen erfolgreich ist?

Schmid: Wenn ein Comedian ungefähr zehn Minuten Programm hat, das funktioniert, kann er sich auch auf andere Bühnen wagen. Mit 20 oder 25 Minuten kann er bei Mixed Shows auftreten, bei bezahlten Shows mit mehreren Comedians und größerem Publikum. Ich hatte zum Beispiel schon Auftritte bei Nightwash und dem Quatsch-Comedy- Club.

Und jetzt haben Sie Ihr erstes Soloprogramm?

Schmid: Richtig, es heißt „Straight Outta Augschburg“. Das habe ich inzwischen ein paarmal gespielt, eine Veranstaltung dauert etwa 90 Minuten. Ich wollte damit auch schon in der Kleinkunstbühne Königsbrunn auftreten, aber das musste ich wegen Krankheit absagen. Der neue Termin ist am 7. Februar.

Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Nick Schmid: Ich bin so authentisch wie möglich auf der Bühne. Neben meinem Programm mache ich auch Publikumsinteraktion. Bei Comedy wollen die Leute, dass es spontan wirkt.

Was machen Sie, wenn jemand ständig etwas dazwischenruft?

Schmid: Diese Gäste nennt man Heckler. Ein Heckler kann sehr unangenehm sein, besonders wenn er angetrunken ist. Dann muss ich versuchen, ihn irgendwie ruhig zu halten, damit die Show nicht aus dem Gleichgewicht gerät. Aber Zwischenrufe müssen nicht unbedingt schlecht sein, der Comedian muss eben damit umzugehen wissen. Bei mir sind so schon viele lustige Szenen entstanden. Wenn der Comedian allerdings sehr hart zu den Zwischenrufern ist, verliert er leicht das Publikum – sogar, wenn er sonst einen guten Auftritt macht.

Der Großteil des Auftritts ist aber geplant. Wenn Sie Gags schreiben, wie kommen Sie auf die Ideen?

Schmid: Wenn mir etwas im Alltag auffällt, hole ich mein Handy raus und notiere es mir. Zum Gag-Schreiben bin ich am liebsten zu Hause in meinem Zimmer. Ich setze mich vor den Laptop und schreibe, improvisiere, überlege, rede vor mich hin. Das baut sich dann von selber zusammen.

Machen Sie das mit Methode?

Schmid: Natürlich gibt es Regeln und Techniken, wie man Witze aufbaut. Wenn man zum Beispiel etwas aufzählt, kommt das Erste, das Zweite, und das Dritte ist dann lustig. Auf solche Dinge bin ich aber nicht fixiert.

Und was Sie selbst lustig finden, kommt ins Programm?

Schmid: Ja, aber das muss nicht heißen, dass es tatsächlich lustig ist. Es passiert auch, dass ich mir denke: Das ist der absolute Knüller! Dann bringe ich es auf die Bühne, und es herrscht Totenstille. Das ist normal für uns Comedians. Wenn Witze nicht lustig sind, muss man sie eben streichen, verbessern, etwas umstellen. Man darf sich nur beim Auftritt nicht verunsichern lassen, wenn etwas nicht ankommt – was um einiges leichter gesagt als getan ist.

Hatten Sie schon einmal einen Blackout auf der Bühne?

Schmid: Meistens vergesse ich nicht alles, dann springe ich einfach weiter. Aber neulich habe ich nach fünf Minuten völlig den Faden verloren, weil das Publikum an einer Stelle nicht gelacht hat, an der ich fest damit gerechnet habe. Plötzlich hatte ich mein ganzes Programm vergessen, hatte aber noch zehn Minuten auf der Bühne. Dann habe ich einfach mit den Gästen geredet. Das war zum Glück so gut, dass sie sogar applaudiert haben. Und dann kamen Programm und Selbstvertrauen wieder zurück.

Wie viel Arbeit haben Sie mit der Organisation, mit dem Buchen von Auftritten, Zugtickets und Unterkünften?

Schmid: In der Anfangszeit habe ich alles selber gebucht. Das war sehr nervenaufreibend, da es in der Umgebung nicht viele Möglichkeiten für Auftritte gab und ich aus Kostengründen Reisen lange vorausbuchen musste. Inzwischen habe ich eine Agentur. Die kümmert sich um die Kontakte und macht die Deals mit den Theatern. Deshalb kann ich einfach in München mein Ding machen und bezahlt auftreten, wo es mir die Agentur vermittelt.

Sie vermarkten sich auch online. Wo sind Sie da zu finden?

Schmid: Ich habe eine eigene Homepage, außerdem bin ich auf Instagram, Facebook und Youtube. Dieses Jahr fange ich an, Sketches zu drehen und einen Podcast zu machen, damit ich auch anderen Content veröffentlichen kann und nicht nur Stand-up-Auftritte. Von denen möchte ich nur Auszüge online stellen, sonst kennen die Leute bereits das meiste von meinem Programm.

Haben Sie ein großes Vorbild?

Schmid: Ich habe unter anderem wegen Michael Mittermeier mit der Stand-up-Comedy angefangen. Es hat mich sehr beeindruckt, wie er mit seiner Mimik und Gestik spielt, wie er nicht nur redet, sondern alles auch plastisch darstellt. Inzwischen schaue ich auch viel amerikanische Stand-up.

Mehr Informationen zu Nick Schmid und seinem aktuellen Soloprogramm „Straight Outta Augschburg“ gibt es im Internet unter www.nick-schmid.de

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