Eishockey

02.01.2013

Von hundert auf null

Zu Beginn des Jahres konnten die Königsbrunner Pinguine noch jubeln. Der Einzug in die Meisterrunde war ein sportlicher Meilenstein. Doch in der neuen Saison kam früh das Aus, die Mannschaft wurde zurückgezogen.
Bild: Kruppe

Nach der Traumsaison 2011/2012 folgt das plötzliche Aus der Pinguine mitten in der laufenden Spielzeit

Königsbrunn Es hätte so schön sein können. Die Saison 2011/2012 beendeten die Königsbrunner Pinguine sensationell als Achter der Bayernliga-Vorrunde, nahmen an der Meisterrunde teil. An diesen Erfolg wollten die Königsbrunner in der Saison 2012/2013 anknüpfen. Doch es kam alles anders. Inzwischen ist das Bayernligateam der Pinguine Geschichte, die Zukunft des Vereines ist unsicher.

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Anfang des Jahres sah es noch rosig aus bei den Pinguinen. Die erste Mannschaft präsentierte sich als das Überraschungsteam der Bayernliga. Ohne große Stars, aber mit einer geschlossenen Teamleistung hatten die Brunnenstädter die Meisterrunde fest im Blick. Doch wie erfolgreich und begeisternd das Team auch auftrat, der Zuschauerzuspruch ließ zu wünschen übrig. Kaum fanden mehr als 150 Zuschauer den Weg ins Stadion. Dies, obwohl die Pinguine zwölf ihrer 15 Heimspiele gewinnen konnten. Doch die Zuschauereinnahmen war zu wenig und trotz des sportlichen Erfolges taten sich schnell Löcher im Königsbrunner Portemonnaie auf.

Vorzeitig die Meisterrunde erreicht

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Die Mannschaft schaffte vorzeitig die Qualifikation zur Meisterrunde, hatte am Ende acht Punkte Vorsprung auf den auf Rang neun, den Lokalrivale Buchloe innehielt. Nachdem der Einzug in die Meisterrunde unter Dach und Fach war, verlies Kontingentspieler Jan Fadrny die Pinguine. Er hatte ein lukratives Angebot aus der Heimat, zudem sparten sich die Pinguine dadurch auch das Gehalt des Stürmers.

In der Meisterrunde, die bis Ende Februar dauerte, konnten die Pinguine nicht mehr an die Erfolge der Vorrunde anknüpfen. Am Ende stand für das Team von Trainer Petr Vorisek nur ein Punkt auf der Habenseite. Der Bruch zwischen Spieler und Mannschaft, der dann im Dezember zur Trennung von Vorisek führte, soll nach Angaben der Spieler bereits in der Meisterrunde entstanden sein. Dies könnte auch das schwache Auftreten der Pinguine dort erklären.

Negativer Höhepunkt war dann der Auftritt von Kapitän Benjamin Arnold nach dem letzten Heimspiel. Dort gab der Stürmer bekannt, dass die Spieler größtenteils schon seit Oktober auf ihre Aufwandsentschädigungen warten. Es sollte noch bis August dauern, bis zumindest die meisten Spieler dieses Geld bekamen.

Bis dahin hatten die Pinguine, zum Teil, eine neue Vorstandschaft. Erst nach langem Hin und Her in der Jahreshauptversammlung konnte eine neue Vorstandschaft um Michaela Königsberger gebildet werden.

Schon vor der Versammlung machten die Pinguine wichte Schritte in der Kaderplanung. Mit Patrick Zimmermann blieb der Topscorer des Vorjahres, richtig aufsehen erregte die Besetzung der Torhüterposition. Mit Jennifer Harß verpflichten die Königsbrunner die aktuelle Nationaltorhüterin. Doch am Ende half dies nichts. Die weiteren Verpflichtungen erwiesen sich als zu schwach, der Bruch zwischen Spieler und Trainer als zu groß und vor allem die finanziellen Probleme wohl als nicht mehr zu meistern.

In der neuen Saison fuhren die Pinguine Niederlage um Niederlage ein, waren meilenweit vom vorgegebenen Saisonziel, der Meisterrunde entfernt. Mitte November folgte die erste Reaktion, Trainer Petr Vorisek wurde entlassen. Geholfen hat diese Maßnahme wenig. Das Team trat zwar geschlossener auf, Punkte gab es aber weiterhin kaum.

Mit Beginn der Wechselfrist verließen dann die ersten Spieler Königsbrunn. Ervin Masek ging nach Halle, Patrick Zimmermann zum Konkurrenten Memmingen. Nach und nach trugen immer weniger Spieler das Trikot der Pinguine. Am Ende blieb den Verantwortlichen nichts anderes mehr übrig, als die Mannschaft Mitte Dezember aus der Bayernliga zurückzuziehen.

Über die Gründe herrschen unterschiedliche Ansichten

Über die Gründe des Zerfalls wird heftig spekuliert. Während Michaela Königsberger Ex-Trainer Vorisek, fehlende Sponsoren und viele Widersacher in Königsbrunn als Ursache für das Aus sieht, sind große Teile der Mannschaft anderer Meinung. Sie fühlten sich vonseiten der Vereinsführung betrogen. Finanzielle Zusagen seien nicht eingehalten worden, die Zusammenstellung des Kaders sei ungenügend gewesen. Verlierer gibt es aber nur einen: Das Königsbrunner Eishockey.

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