Newsticker
Erstmals seit über acht Monaten weniger als 1000 Neuinfektionen
  1. Startseite
  2. Sport
  3. Bundesliga: Favre hakt den Titel ab

Bundesliga
29.04.2019

Favre hakt den Titel ab

BVB-Trainer Lucien Favre konnte der Elfmeter-Entscheidung von Schiedsrichter Felix Zwayer nichts abgewinnen. Nach der Niederlage gegen Schalke kapitulierte er im Kampf um die Meisterschaft gegen den FC Bayern.
Foto: Bernd Thissen, dpa

Das Revierderby zwischen Dortmund und Schalke war erneut ein Aufreger. Nach der Pleite und dem Platzverweis für Reus liegt die schwarz-gelbe Welt in Scherben

Dem Derby-Desaster folgte die Kapitulation. In erster Enttäuschung über das demütigende 2:4 (1:2) gegen den Erzrivalen FC Schalke redete der ansonsten als zurückhaltend bekannte Lucien Favre Klartext. „Der Titel ist verspielt“, bekannte der Dortmunder Trainer und erklärte den FC Bayern im Fernduell um die Meisterschaft vorzeitig zum Sieger. Die denkwürdige Partie mit vier königsblauen Wirkungstreffern, einer diskussionswürdigen Elfmeterentscheidung und zwei Roten Karten wertete der Schweizer als einen Tiefpunkt seiner bisherigen Trainerkarriere: „Das habe ich noch nie erlebt. Vor allem die Art und Weise, wie es passiert ist. Das ist sehr schwer zu verdauen.“

Doch dieses Signal des Schweizers, bereits vor dem drittletzten Spieltag die weiße Fahne zu hissen, kam bei den BVB-Bossen gar nicht gut an. Bereits am nächsten Tag legten sie vehement Einspruch ein. „Wir geben erst dann auf, wenn es rechnerisch nicht mehr möglich ist. Das ist unsere Verpflichtung den Fans gegenüber“, sagte Watzke dem Kicker. Auch Michael Zorc fand Favres Aussage unglücklich. „Natürlich sind die Bayern jetzt in der Pole Position, aber wir schenken keinesfalls etwas ab. Das wäre das falsche Signal“, befand der Sportdirektor in den Ruhr Nachrichten.

Doch der unerwartete Rückschlag gegen den zuletzt verunsicherten Viertletzten aus Gelsenkirchen traf nicht nur Favre bis ins Mark. Dass ausgerechnet im prestigeträchtigen Kräftemessen mit den ungeliebten Schalkern die Titelträume einen gewaltigen Dämpfer erhielten, wird die Borussen noch lange verfolgen. „Derby-Niederlagen sind immer sehr bitter – heute noch ein bisschen mehr. Das tut sehr, sehr weh“, bekannte Lizenzspielerchef Sebastian Kehl.

Nicht nur die Gegentore von Daniel Caligiuri (18./Handelfmeter/62.), Salif Sané (28.) und Breel Embolo (86.), sondern auch die beiden Platzverweise für Marco Reus (60.) und Marius Wolf (65.) schlugen den Dortmundern mächtig aufs Gemüt. Als beim Stand von 1:2 eigentlich ein kühler Kopf gefragt war, verloren der Nationalspieler und der Außenverteidiger die Nerven. Ihre Fouls jeweils an Suat Serdar binnen fünf Minuten besiegelten die erste Heimniederlage der Saison. Zudem werden Reus und Wolf ihrer Mannschaft mindestens beim schweren Spiel am Samstag in Bremen und wohl auch noch weitere Partien fehlen. Kapitän Reus gab sich reumütig: „In erster Linie brauchen wir nicht darüber reden, dass es eine Rote Karte war. Ich komme einen Schritt zu spät.“

Über die Platzverweise für seine Spieler verlor Favre nur wenige Worte. Dagegen reagierte er regelrecht erbost auf die Frage nach der Regelauslegung bei Handspiel. Weil Schiedsrichter Felix Zwayer nach einem unabsichtlichen Handspiel von Abwehrspieler Julian Weigl mit Hilfe des Videobeweises auf Elfmeter entschieden und damit den bis dahin nach einem Tor von Mario Götze (14.) führenden BVB aus dem Konzept gebracht hatte, holte der Trainer zum Rundumschlag aus: „Das ist der größte Skandal im Fußball seit Jahren, eine Schande. Der Fußball macht sich lächerlich.“

Zwayer setzte sich prompt zur Wehr: „Die Aufnahmen haben eindeutig gezeigt, dass es nach aktueller internationaler und nationaler Auslegung ein strafbares Handspiel war.“ Einen wertenden Beitrag zum Sinn der Regel vermied der Unparteiische jedoch: „Das ist keine Frage, die mir zu stellen ist. Wenn Fußball-Experten mit dieser Regel nicht einverstanden sind, ist es deren Recht. Wir Schiedsrichter sind dann aber die ärmsten Schweine. Wir setzen das Regelwerk um.“ (dpa)

Tore: 1:0 M. Götze (14.), 1:1 Caligiuri (18./Handelfmeter), 1:2 Salif Sané (28.), 1:3 Caligiuri (62.), 2:3 Witsel (84.), 2:4 Embolo (86.) Rote Karten: Reus (60.), M. Wolf (65./jeweils grobes Foulspiel) Zuschauer: 80196 (ausverkauft)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.