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Sky

25.07.2014

Bundesliga zu Champions-League-Preisen

Sky erhöht die Abo-Preise für Kneipen.
Bild: Armin Weigel dpa

Der Pay-TV-Sender Sky erhöht bei Kneipen die Tarife. Ein Wirt kann dem aber etwas Gutes abgewinnen.

Wenn der FC Augsburg spielt, ist der Laden voll. Seit sieben Jahren öffnet das 11er in der Innenstadt Augsburgs die Türen. Die Kneipe für Fußballkultur ist vor allem dann gut gefüllt, wenn der FCA spielt oder aber Champions-League-Spiele ausgetragen werden, die nicht im ZDF zu sehen sind.

In diesen Fällen überträgt lediglich der Pay-TV-Sender Sky. Dass der Bezahlsender nicht von Samaritern geleitet wird, ist klar. Irgendwie muss Sky auch wieder das Geld reinholen, das für die Übertragungsrechte ausgegeben wurde. Der einfachste Weg dabei ist, die Abo-Gebühren zu erhöhen. Genau das macht Sky jetzt bei Wirtschaften und Hotels, in denen man die Premiumprodukte Bundesliga und Champions League anschauen kann.

Die Preise werden im Schnitt um 30 Prozent angehoben. Da der Abo-Preis aber bereits im vergangenen Jahr teilweise fast verdoppelt wurde, hat man beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) wenig Verständnis für die Maßnahme des Senders. Pressesprecher Christopher Lück sagt, dass man beim Sender vorstellig geworden ist. Allerdings ohne durchschlagenden Erfolg. „Leider hat der Dehoga keine Möglichkeit, Einfluss auf die Preisgestaltung von Sky zu nehmen“, musste Lück erkennen.

Wenigstens der Bierpreis bleibt stabil

Bei Sky verteidigt man den Schritt. Man habe in der Vergangenheit die Angebotsstruktur bei den Privatkunden schon verändert. Und nun hole man das bei den Bars und Hotels nach. „Ein Privatabonnement ist mit einem gewerblichen Abonnement nicht zu vergleichen“, so Unternehmenssprecherin Britta Krämer.

Über 100 mit Sky-Abo ausgestattete Kneipen, Bars, Wirtschaften und Hotels gibt es in Augsburg und Umgebung. Im Vergleich zu Privatkunden müssen sie teilweise das 30-Fache des Monatspreises zahlen. Bis zu 1000 Euro kann der Spaß somit kosten. Ein Spaß, der das Geschäftsmodell von Markus Krapf ist. Er ist der Chef des 11er. Und obwohl er über die Preiserhöhung nicht glücklich ist, kann er ihr auch etwas Gutes abgewinnen. „Da trennt sich die Spreu vom Weizen“, sagt er. Im vergangenen Jahr hatte er nach der Preiserhöhung von Sky ein Umsatzplus in seiner Bar festgestellt. „Wenn sich ein anderer Wirt Sky nicht mehr leisten will, schauen die Leute wo anders Fußball.“ Zum Beispiel im 11er.

Als Konsequenz des verteuerten Abos wird er allerdings ab dem kommenden Jahr keine Sky-Spiele mehr im 11er-Biergarten am Rosenaustadion zeigen. Hier lasse sich unter diesen Umständen nicht mehr rentabel arbeiten. An die Gäste wird er die Preiserhöhung nicht weitergeben. Die Halbe Bier kostet weiterhin 3,10 Euro.

Den Augsburgern steht bald auch eine neue Wirtschaft zur Verfügung, wo sie die Spiele des FCA verfolgen können. Krapf eröffnet am 22. August das 11er-Gold in der Nähe des Theaters.

Einen Tag später startet der FC Augsburg mit dem Auswärtsspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim in die Bundesligasaison.

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