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Eishockey

13.04.2015

Hat Ingolstadt den perfekten Mix für den nächsten Titel?

Durch den Sieg im zweiten Finalspiel glich der ERC Ingolstadt die Serie gegen die Adler Mannheim aus.
Bild: Armin Weigel, dpa

Das Gerede vom vermeintlichen Favoriten Mannheim und Außenseiter Ingolstadt scheint verstummt - zu clever hatte der Vorjahreschampion den Rivalen am Sonntagnachmittag zermürbt.

Alles zurück auf Anfang: Ingolstadts Stürmer Christoph Gawlik richtete den Fokus schnell wieder auf die Mission Titelverteidigung. Nach dem spektakulären 5:2-Erfolg des ERC ist die Ausgangslage für die restlichen Endspiele um die deutsche Eishockey-Meisterschaft völlig offen. "Jetzt geht es noch mal von vorne los", sagte der Profi des Titelverteidigers. Spiel drei der Best-of-Seven-Serie steht bereits am Dienstag (19.30 Uhr) bei den Adler Mannheim an.

Das Gerede vom vermeintlichen Favoriten Mannheim und Außenseiter Ingolstadt scheint verstummt - zu clever hatte der Vorjahreschampion den Rivalen am Sonntagnachmittag zermürbt. Die erste Niederlage nach zuvor acht Playoff-Siegen in Serie musste der Vorrundenprimus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) auf der Heimreise verdauen. "Jetzt gibt es keinen Favoriten mehr", sagte Mannheims Manager Teal Fowler.

Ingolstadt kauft Mannheim den Schneid ab

Die Oberbayern sind dabei, wie schon vor einem Jahr gegen die Kölner Haie dem höher gehandelten Gegner den Schneid abzukaufen. "Wir müssen unser Spiel spielen und keine Angst haben, Fehler zu machen", sagte Adler-Verteidiger Nikolai Goc. "Das muss aus den Köpfen raus."  Dass Mannheims Truppe von Trainer Geoff Ward zauderte und ähnlich wie schon im ersten Spiel (2:1 n.V.) kaum ein Mittel fand, lag am ganz speziellen Playoff-Charakter des ERC Ingolstadt: einem Mix aus Galligkeit, Zielstrebigkeit und völliger Hingabe ohne Rücksicht auf Verluste. Angesprochen auf seine schiefe Nase meinte Kapitän Patrick Köppchen am Sonntagabend im BR: "Ich habe am Freitag einen Check ins Gesicht bekommen. Ist ein bisschen verschoben - halb so schlimm."

Eine bemerkenswerte Leidensfähigkeit war es auch, die dem Team von Coach Larry Huras zum wichtigen Sieg im zweiten Match verholfen hat - etwa bei Unterzahlsituationen mit vielen Abschlüssen des Gegners. "Es gibt Schöneres, als einen Schuss mit 120 Stundenkilometern ans Knie zu bekommen", erzählte Nationalspieler Patrick Hager voller Anerkennung in Richtung Abwehrchef Köppchen und Co. "Aber wir sind froh, genau diese Jungs in der Mannschaft zu haben." Auch Torhüter Timo Pielmeier adelte seine Vorderleute, die sich im Finale wieder "opfern für jeden Schuss". 

Frech und abgezockt

Vielleicht muss sich ein vermeintlicher Underdog im Saisonfinish mehr quälen, vielleicht können sich nur in solchen Teams große Finalhelden entwickeln - wie etwa der beim 5:2 famos parierende Pielmeier oder Doppeltorschütze und Playoff-Topscorer Brendan Buck. Und vielleicht machen am Ende nicht die Erfahrung und internationale Klasse a la Mannheim mit Ex-NHL-Star Jochen Hecht, sondern die Abgezocktheit der frechen Ingolstädter um Hager oder Gawlik das Rennen.

Eines jedenfalls existiert für Pielmeier entgegen der landläufigen Meinung nicht. "Einen Heimvorteil gibt es nicht im Finale", meinte der Goalie, "das haben wir in der Vorsaison gesehen." Im Frühjahr 2014 hatte der ERC drei von vier Final-Auswärtsspielen bei den Kölner Haien gewonnen, darunter auch das alles entscheidende siebte Match unter anderem durch ein Tor von Gawlik.

Mit dieser Einstellung also reisen die aufmüpfigen Ingolstädter in die Kurpfalz, entschlossen den sechsmaligen deutschen Meister erneut zu stoppen. Das dritte Final-Spiel war in der Vergangenheit schon oft vorentscheidend, die seit 2007 titellosen Mannheimer stehen unter Druck. "Aber kein Grund zur Panik", sagte Manager Fowler und grinste in seinen dicken Playoff-Vollbart. (dpa)

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