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Eishockey-Verband nimmt Abstand von NHL-Profi Greiss

Kommentar Von Milan Sako
04.05.2021

Greiss fiel in den sozialen Netzwerken immer wieder mit umstrittenen Posts auf. Der Verband bezieht Stellung. Andere Nationalspieler wollen nicht zur WM.

Toni Söderholm ist um seinen Job nicht zu beneiden. Dabei schien die bleierne Zeit im deutschen Eishockey längst überwunden. Unter den Bundestrainern Pat Cortina oder Jakob Kölliker flogen die Nationalspieler nach dem letzten Ligaspiel lieber in den Bierkönig nach Malle, anstatt sich von Kanadiern oder Kasachen vermöbeln zu lassen. Mit Marco Sturm und Silber in Pyeongchang kam die Wende.

Jetzt legt ein Virus die Sportart beinahe flach. Zwei Mal wurde die DEL-Saison verschoben, dann verkürzt und schließlich mussten die Profis auf bis zu 50 Prozent ihres Gehalts verzichten. Die Folge: Nicht alle können sich für eine WM in der Blase motivieren. Vom EHC München gab es Absagen von gleich vier Olympia-Silbergewinnern von 2018: Yasin Ehliz, Daryl Boyle, Yannic Seidenberg und Frank Mauer. Zumal der WM-Alltag so viel Spannung verspricht wie das Sandmännchen: Tägliche Schnell- und PCR-Tests, Mundschutzpflicht, Essen nur auf den Zimmern. Wer hat schon Lust darauf, wochenlang Hotel, Halle und immer die gleichen Nasen zu sehen. Söderholm akzeptiert zähneknirschend, dass nicht alle die Motivation aufbringen.

DEB zieht Konsequenzen aus politischen Posts des NHL-Torwarts Greiss

Freiwillig verzichtet der DEB dagegen auf die Dienste des Füsseners Thomas Greiss. Der NHL-Torwart fiel immer wieder in den sozialen Netzwerken mit umstrittenen Posts auf. Nein, es ging nicht um Markus Söder als LKK – Lieblings-Kanzler-Kandidaten. Zuletzt hatte Greiss zum Tode des rechten US-Radiotalkers Rush Limbaugh, der für seine rassistischen Tiraden und Faktenverdrehungen berüchtigt war, kondoliert. Zuvor hatte der glühende Trump-Fan unter anderem einen Vergleich der ehemaligen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton mit Adolf Hitler gelikt. Bei der Heim-WM 2017 hatte der Verband den Torwart am Ende wegen dieser Aktion als verletzt gemeldet.

Nun erklärte Sportdirektor Künast, dass sich der Verband nicht sicher sein könne, ob Greiss zu den Werten des DEB steht. Deshalb verzichtet man auf seine Dienste. Die einen wollen nicht, der andere darf nicht. Auf Söderholm wartet eine schwierige WM.

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